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Förderkreis Gymnasium Laurentianum e.V.
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Georg Poschmann

Förderkreis des Gymnasiums Laurentianum Warendorf

Vom Nikolaus bis zum Computer

Wenn der Chronist sich anschickt, die Akten des "Förderkreises des Gymnasium Laurentianum Warendorf" zu durchforsten, wird er zunächst von einer sehr bescheidenen Erwartungshaltung bestimmt sein: er ist darauf eingestellt, sich auf dem steinigen Feld nüchterner Zahlen, sachlich begründeter Anträge und abgewogener Beschlüsse zu bewegen. Aber der anfangliche Schein trügt. Schon bald merkt er beim Studium der Geschäftspapiere, daß sich hier auch manch Persönliches findet, sei es in Anträgen einzelner Schüler mit der Bitte der Bezuschussung einer Studienfahrt, sei es im Schriftwechsel zwischen dem Schulleiter und dem Vorsitzenden des Förderkreises oder sonstigen Adressaten. Und eine zweite Entdeckung macht der Leser dieser Akten: sie erscheinen auf ihre Weise als Spiegel der Schulgeschichte im kleinen. Der Förderkreis wurde am 16. Oktober 1969 unter maßgeblicher Beteiligung von Studiendirektor Alfred Meier unter dem Namen "Förderkreis des Staatlichen Gymnasium Laurentianum in Warendorf e.V." gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Amtsgerichtsdirektor Ernst Kleinebrink gewählt, der dieses Amt neun Jahre lang mit Umsicht und Geschick verwaltete.

Der wichtige § 2 der Satzung bestimmt den Zweck des Vereins: "Er soll das Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen Schule, Eltern, ehemaligen Schülern und Freunden der Schule erhalten und fordern, zur Verbesserung der äußeren Schulverhältnisse beitragen und die Schule in ihren unterrichtlichen und erzieherischen Bestrebungen unterstützen."

Der siebenköpfige Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzenden, dem Schriftführer, dem Kassenwart und drei Beisitzern, entscheidet jeweils über die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel. Die jährlich einzuberufende Mitgliederversammlung füngiert als Kontrollorgan. Sie befindet darüber, ob dem Vorstand Entlastung zu erteilen ist.

Der Mindestbeitrag für Mitglieder des Förderkreises wurde 1969 auf 10,- DM jährlich festgesetzt und ist in dieser Höhe bis heute gültig geblieben. Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, auf das Konto des Vereins Spenden zu überweisen, ohne daß man dem Förderkreis als Mitglied beitritt. Beiträge und Spenden sind, da es sich um einen gemeinnützigen Verein handelt, steuerlich absetzbar.

Wie hat sich der Förderkreis nun seit seiner Gründung entwickelt, und was hat er bis heute geleistet? Es ist wohl einleuchtend, daß der Verein in der Aufbauphase der ersten Jahre noch keine großen Sprünge machen konnte. Immerhin sind bis zum Jahre 1974, dem Jahr des Umzugs in das neue Schulgebäude, schon einige größere Zuschüsse zu verzeichnen. Bereits 1970 geht ein Zuschuß von 1.700,- DM /um Kauf von Büchern und Zeitschriften an die Schülerbücherei; weitere Beträge werden in den folgenden Jahren für den gleichen Zweck gestiftet. 1972 wird ein Zuschuß zum Kauf eines Computers durch die drei Warendorf er Gymnasien beigesteuert. Es geht dabei um ein Gerät, das im Unterricht und in Arbeitsgemeinschaften eingesetzt werden sollte.

Ende 1972 verzeichnet der Förderkreis rund 250 Mitglieder. Über die Jahre. 1973 und 1974 erhält der Chronist aus den Akten nur wenig Auskunft. Hier zeigt sich, daß die Beschäftigung mit dem Neubau und die Vorbereitung des Umzugs anscheinend alle Kräfte beansprucht haben.

In den Jahren nach dem Einzug in das neue Schulgebäude entwickelt sich der Förderkreis - auch bedingt durch emporschnellende Schülerzahl - recht erfreulich. Ende 1977 verzeichnet man 411 Mitglieder. Unter den Zuschüssen, die der Förderkreis nunmehr gewähren kann, ragen einzelne Posten besonders heraus: Für die Anschaffung von Musikinstrumenten des Schülerorchesters werden z.B. 1975 3.000,- DM zur Verfügung gestellt, das Fach Physik erhält zur Beschaffung von physikalischen Apparaten ebenfalls 3.000,- DM, das Fach Kunst zum Kauf von Unterrichtsmaterialien 1.000,- DM. Ein Betrag von 2.000,- DM wird 1976 für die Anschaffung einer Bühne im Pädagogischen Zentrum bereitgestellt - eine Erwerbung, die zunächst der Theatergruppe "Laura" unter der Regie von Frau Hiltrud Becker und dann bis heute den Literaturkursus-Aufführungen der Oberstufe unter der Leitung von Herrn Dr. Grohe gute Dienste geleistet hat.

Nachdem am 18. 7.1978 Herr Kleinebrink den Vorsitz niedergelegt hat, wird auf der Mitgliederversammlung am 8.11.1978 Herr Heinz Reifert zum neuen Vorsitzenden gewählt. Es ist die Zeit, da man sich am Laurentianum bereits intensiv mit den Vorbereitungen für das 650-jährige Schuljubiläum beschäftigt. Zu den ersten Amtshandlungen des neuen Vorsitzenden gehört es deshalb, sich mit Zuschußanträgen, die dieses Jubiläum betreffen, zu befassen. Ohne kräftige Hilfe des Förderkreises wäre hier manches nicht möglich gewesen. So unterstützt er zum Beispiel mit einer ansehnlichen Summe den Druck der Festschrift und bewilligt ebenfalls einen namhaften Betrag für die Bronzetafel mit dem Jubiläums-Chronogramm, die seit Ende 1979 im Pädagogischen Zentrum angebracht ist und den Besucher an das Jahr der Gedenkfeier erinnert.

Im Mitgliederbestand gibt es in den Jahren 1977 bis 1980 allerdings erhebliche Schwankungen. Von 411 (1977) sinkt die Zahl der Mitglieder auf 380 (1978) und schließlich auf 335 (1979). Der Vorstand muß angesichts dieser Lage energisch die Werbetrommel rühren. Der Erfolg bleibt nicht aus. Schon Ende 1980 zählt der Förderkreis rund 500 Mitglieder - ein Stand, der mit geringer Abwärtsbewegung bis 1984 im wesentlichen gehalten werden kann.

Von dieser soliden Basis aus können auch wieder bedeutende Vorhaben gefördert und größere Anschaffungen ermöglicht werden: die Herausgabe eines im Kunstunterricht verschiedener Jahrgangsstufen vorbereiteten großformatigen Kalenders, die Anschaffung großer Schachfiguren im Rahmen der Pausenhofgestaltung, die Beschaffung eines Trikotsatzes für die Volleyball-Schulmannschaft und nicht zuletzt die Förderung der Schulfreundschaft mit dem College de Fresnoy-Le-Grand durch die Finanzierung von Exkursionen.

Für die Jahre 1981-1984 seien die vielfältigen Leistungen des Förderkreises hier einmal in Form einer bunten Palette zusammengestellt:

  • Zuschuß zu den beträchtlichen Kosten einer Aufführung der "Antigone" von Jean Anouilh durch das Hamburger Ensemble Lohner (1981),
  • Ausstattung des Oberstufenraumes mit Lexiken, Atlanten und grundlegenden Werken verschiedener Wissenschaftsbereiche,
  • Anschaffung einer Tischtennisplatte und von Sitzbänken im Rahmen der Pausenhofgestaltung,
  • Kauf eines Videorecorders für den Fachbereich Neue Sprachen,
  • Anschaffung von Fernsehgeräten für die Fachschaften Chemie und Physik,
  • Zuschuß zu einer Begrünungsaktion,
  • Beschaffung von Gestaltungsmaterialien für das Fach Kunst,
  • Kauf eines Verstärkergerätes und eines Kontrabaßbogens für das Fach Musik,
  • Ermöglichung eines Musikseminars des Schulorchesters und musikalischer Sonderveranstaltungen (1982: Konzert der Mission Hall Jazzband; 1983: Konzert der Big Band der Universität Münster).
Zwei besondere Leistungen des Förderkreises, die sich beide über Jahre erstrecken, sollen zum Schluß noch eigens erwähnt werden. Einmal ist da die großzügige Unterstützung des Faches Informatik zu nennen. Mit erheblichen Zuschüssen von seiten des Vereins wurden nach und nach mehrere Computeranlagen angeschafft, so daß das Laurentianum als erste Warendorfer Schule das Fach Informatik in das Kursangebot für die Oberstufe aufnehmen konnte.

In einem ganz anderen Bereich liegt die zweite noch zu würdigende Maßnahme. Seit Jahren gehört es zum festen Brauch des Laurentianum, daß Anfang Dezember der Nikolaus kommt und die Sextaner mit einem Stutenkerl beschenkt. Indem der Förderkreis die notwendigen Mittel für diese Nikolausfeiern bereitstellt, trägt er ohne Zweifel dazu bei, daß unsere jüngsten Schüler die Schule nicht nur als Lernfabrik, sondern auch als Lebensraum erfahren und sich dort heimisch fühlen können.

Die Bedeutung des Förderkreises wird in Zukunft - angesichts der spürbaren Kürzungen der den Schulen zugewiesenen Etatmittel - sicherlich noch wachsen. Daß dies auch die Eltern der Schüler, Ehemalige und Freunde des Gymnasium Laurentianum erkennen und den Förderkreis nach Möglichkeit unterstützen, sollte nicht nur ein Wunsch des Chronisten sein.


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