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Bundespräsident Theodor Heuss bestimmte 1950 den Adler als Staatswappen der Bundesrepublik Deutschland. Er übernahm damit in fast identischer Form das Wappen der Weimarer Republik von 1919.
Letzlich geht das Wappen auf den Adler als Herrschaftszeichen der römischen Kaiser zurück. Karl der Große übernahm dies Symbol bei seiner Kaiserkrönung. Der Reichsadler war dann das Wappen der Kaiser bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis 1806 und ist nun in veränderter Form das Hoheitsszeichen der Bundesrepublik Deutschland.
Als Symbol oder Attribut göttlicher Macht und der Macht des Herrschers begegnet einem der Adler in vielen verschiedenen Kulturen. Bei den Römern ist das Adlerzepter das Attribut des Gottes Jupiter und somit auch das Attribut des triumphierenden Kaisers. Im römischen Kaiserkult wurde (zuerst in der Vergöttlichung des Augustus) die Auffahrt des verstorbenen Kaisers durch den Flug des Adlers symbolisiert. Im Christentum kann der Adler gelegentlich das Symbol Christi sein, ist aber insbesondere Attribut und Symbol des Evangelisten Johannes. In der koptischen Kunst wird der Adler auf Stelen dargestellt, offenbar als Symbol des Triumpfes Christi. Ebenso ist der Adler das Symbol des imperialen Herrschaftsanspruches, und seit Marius Feldzeichen der römischen Legionen. Aus diesem Grund ist der Adler nicht nur ein deutsches Wappentier, sondern war auch Wappentier Napoleons I, russischer Zaren (ab 1472) und heute von vielen weiteren Staaten wie z.B. Polen und USA (Weißkopf-Seeadler). Der Bundesadler erscheint uns in vielen Variationen.
Als offizielles Wappen, in dieser Form oft auf Behördenschildern und an den Botschaften. Im Plenarsaal des Bundestages, ehemals in Bonn und jetzt erneuert im Reichstagsgebäude in Berlin.
Auf Bundesurkunden, auf Ausweisen und auf dem Reisepass.
Als grafisches Symbol, als Behördenstempel und als politische Karikatur.
Auf unseren Münzen, der D-Mark, jedenfalls heute noch, und etwas versteckter auf unseren Banknoten. Quellen: "Weltgeschichte im Überblick", Bernd Legath, Ulrich Meer, Ulrich W. Rutzenhöfer, Adelheid Schmidt-Thomé; Propyläen Weltgeschichte; Meyers Taschenlexikon; Brockhaus; Deutsches Historisches Museum |