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Eckdaten deutscher Nachkriegspolitik:
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>   Wandel durch Annäherung 1968 - 1989
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>   Deutschland in Europa 1990 - 2000


       
 
[ W a n d e l   d u r c h   A n n ä h e r u n g ]
Vietnam

 
Die USA werden immer tiefer in den blutigen Vietnamkrieg verstrickt. Bei Studenten, besonders auch in Deutschland, stößt das auf wachsende Ablehnung.
In Paris führen 1968 die Studentenrevolten zum Rücktritt des Staatspräsidenten Charles de Gaulle.
5.Feb.1966  Erste Anti-USA Demo in Berlin.
2.Juni 1967  Demo gegen den persischen Schah in Berlin. Dabei wird der Student Benno Ohnesorg erschossen, was zur erheblichen Verschärfung beiträgt.
Der SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund) mit der Leitfigur Rudi Dutschke hat eine führende Rolle bei den Protestaktionen.
11.Apr.1968  Mordanschlag auf Rudi Dutschke. Das steigert noch einmal die Protestaktionen, die sich jetzt auch gegen den Springer-Verlag (Welt,BILD) richten.
Ein weiteres Thema, gegen das erheblicher Protest laut wird, sind die Notstandsgesetze.
Benno Ohnesorg

20.Aug.1968  Gegen die Reformkommunisten in der CSSR, Prager Frühling, marschieren Truppen des WP nach Prag.

Einmarsch WP in Prag
In den 60er-Jahren entwickelt sich weltweit eine neue Jugendkultur. Stichworte: Beatles, Rolling Stones, Gammler, Hippies, Flower-Power, Anti-Vietnam, Protest, 68er. In erheblichem Umfang hat das auch eine politische Komponente mit dem Höhepunkt 1968.
Mangels starker Opposition im Bundestag entwickelt sich zur Zeit der großen Koalition die APO (außerparlamentarische Opposition) mit großem Protestpotential und teils anarchischen Zielsetzungen.
5.März 1969  Gustav Heinemann (SPD) wird mit Stimmen der FDP zum Bundespräsidenten als Nachfolger von Heinrich Lübke (CDU) gewählt - ein Stück Machtwechsel.
28.Sept.1969  Bei den Bundestagswahlen wird die CDU zwar stärkste Partei, aber die FDP koaliert mit der SPD. Die sozialliberale Koalition hat eine knappe Mehrheit. Willy Brandt wird Kanzler, Walter Scheel (FDP) Vizekanzler und Außenminister.
Erstes deutsch-deutsches Gipfeltreffen: Am 19.März 1970 reist Kanzler Brandt nach Erfurt und trifft den DDR-Ministerpräsidenten Willi Stoph. Ein erstes Zeichen neuer Ostpolitik.

3.Mai 1971  Der SED-Parteichef und seit 1945 der führende Mann in der Sowjetzone bzw. DDR, Walter Ulbricht, wird von Erich Honnecker entmachtet.
Die Regierung Brandt/Scheel leitet eine neue Ostpolitik ein und versucht, die Gegensätze zu mildern und den Status Quo erträglicher zu gestalten.
In der DDR wird der starre Kommunist Ulbricht durch Honnecker abgelöst, der flexibler erscheint.
Vietnam

 
Der Vietnamkrieg erreicht einen schrecklichen Höhepunkt in den 70er Jahren, bis sich die USA 1975 zurückziehen.
Willy Brandt setzt 1970 in Warschau ein Zeichen.
Die Ostpolitik wird in Verträge gefaßt: 12.Aug.1970  Moskauer Vertrag,
7.Dez.1970  Warschauer Vertrag,
3.Sept.1971  Viermächte-Abkommen über Berlin,
17.Dez.1971  Transitabkommen mit der DDR.
Im Mai 1972 ratifiziert der Bundestag gegen den Widerstand der CDU die Ostverträge. Nach vorgezogenen Bundestagswahlen wird am 21.Dez.1972 der Grundlagenvertrag mit der DDR unterzeichnet und am 11.Mai 1973 ratifiziert.
Am 18.Sept.1973 werden BRD und DDR Mitglieder der UN.
Brandt in Warschau

 
Für seine Ostpolitik, die weltweit als Beitrag zur Entspannung und Friedenssicherung verstanden wird, erhält Willy Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.
Als Folge der Ostverträge wird die Zweistaatlichkeit Deutschlands anerkannt.
Ölkrise

Als Folge des Jom-Kippur-Krieges zwischen Israel und seinen Nachbarn 1973 verknappen die OPEC-Staaten das Rohöl. Die folgende Ölkrise zeigt auch in Deutschland Wirkungen.
Innenpolitisch leitet die sozialliberale Koalition zahlreiche Reformen ein. Die Zeit der APO ist beendet.
Radikale kleine Restgruppen aus der APO wenden sich dem Terrorismus zu, RAF (Rote Armee Fraktion, Baader-Meinhof-Bande).
Als neue Form politischer Arbeit entstehen Bürgerinitiativen.

Willy Brandt tritt am 6.Mai 1974 in Folge der Guillaume-Affäre zurück. Sein Nachfolger wird Helmut Schmidt.
Die STASI mischt sich immer noch verdeckt in die Politik der BRD ein. Sie soll beim gescheiterten Mißtrauensvotum der CDU gegen Brandt beteiligt gewesen sein. Mit dem Spion Guillaume in Brandts direkter Umgebebung wird ihre unselige Arbeit offensichtlich.

Brandt und Spion Guillaume
RAF, Schleyerentführung
Mit der Schleyer-Ermordung und der Landshut-Kaperung erreicht der Terrorismus der RAF 1977 seinen Höhepunkt.
In der DDR werden Stimmen gegen die ideologische Unterdrückung laut. Übliche Praxis wird es jetzt, solche Personen auszubürgern und in den Westen reisen zu lassen, Beispiele: Rolf Biermann und Rudolf Bahro.
In Helsinki beginnt 1973 die "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" KSZE. Diese und die Folgekonferenzen haben große Bedeutung für die Entschärfung des Ost-West-Gegensatzes. In den Ostblockstaaten entstehen in der Folge Gruppen, die sich auf die in Helsinki garantierten Menschen- und Bürgerrechte berufen.
Der NATO-Rat faßt 1979 den Doppelbeschluss.
Bürgerinitiativen und Protestaktionen entstehen zu zwei großen Themen:
Einerseits Umweltschutz, Anti-Atom, u.ä. und
andererseits die Friedensbewegung gegen Nachrüstung und Doppelbeschluss.

Die SPD/FDP-Regierung ist innenpolitisch in Schwierigkeiten, und Kanzler Schmidt wird 1982 durch konstruktives Mißtrauensvotum von Kohl (CDU) abgelöst.
In der Frage der Nachrüstung und mit dem Doppelbeschluss steht Helmut Schmidt mit Teilen seiner Partei im Widerspruch.

Aus Bürgerinitiativen und Protestbewegungen entwickelt sich die Partei der Grünen, die 1983 in den Bundestag einziehen kann.
1985  Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU und damit mächtigster Mann im Ostblock. Seine Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroijka (Umgestaltung) soll die SU im Innern reformieren. In der Außenpolitik sucht er einen Ausgleich mit dem Westen, stößt aber zuerst noch auf Mißtrauen.
1983-86  Streit um die Volkszählung.
1983-86  Flick-Untersuchungsausschuss und erste Parteispendenaffäre.
1987/88  Barschel-Affäre in Schleswig-Holstein.
1987  Das Privatfernsehen startet in Deutschland.
1986  Kulturabkommen zwischen BRD und DDR.
1987  Udo Lindenberg und Erich Honnecker tauschen Nettigkeiten aus.
Sept.1987  Erich Honnecker besucht die Bundesrepublik.
Aug.1988  Die DDR nimmt diplomatische Beziehungen zur EU auf.
Tschernobyl

Die Katastrophe von Tschernobyl stürzt die SU in große Probleme. In Deutschland wird die Diskussion um die Kernkraft erheblich verstärkt.
Es kommt tatsächlich zu großen Fortschritten bei der Abrüstung und zu erheblicher Bewegung bei der Annäherung von Ost und West. 1989 bekommt der Eiserne Vorhang in Ungarn Löcher.
1988  Gorbatschow besucht die Bundesrepublik.
Mai 1989  Offenkundige Fälschungen bei den Kommunalwahlen erregen Proteste in der DDR.
Eine Fluchtwelle aus der DDR über die Nachbarstaaten setzt ein.
Oppositionsgruppen in der DDR werden immer lauter.
 

 

Quellen: diverse Lexika  Autoren: Arbeitsgruppe  HTML: Hyun-A Cho


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