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> Frauenrechte in 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland

 

In den letzten 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland hat sich in Sachen Frauenrechten viel verändert.

Seit der Gründung der BRD im Jahre 1949 steht im Grundgesetz, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind (Artikel 3, Absatz 2). Es hat allerdings lange Zeit gedauert bis dies in allen Maßen durchgesetzt wurde. Zur Vollendung der Gleichberechtigung fehlten aber noch wichtige Schritte. So war im Bürgerlichen Gesetzbuch eindeutig die Unterordnung der Ehefrau unter dem Ehemann festgelegt und Arbeitgeber zahlten nach wie vor ungleiche Löhne für gleiche Arbeit. Auch benötigte eine Frau, die einen Vertrag abschließen wollte, die Unterschrift des Mannes.

1957 wurde im Bürgerlichen Gesetzbuch der Gleichberechtigungsgrundsatz verankert, was bedeutet: Beide Ehepartner sind seither zu gleichen Teilen für Haushalt und Kindererziehung zuständig. Eine verheiratete Frau benötigt seitdem auch nicht mehr die Einwilligung ihres Ehemannes, um berufstätig sein zu dürfen, sondern kann diese Entscheidung selbstverantwortlich treffen. Der Ehemann kann nicht mehr - wie bis dahin möglich - den Arbeitsvertrag seiner Ehefrau kündigen. Vorher galt, dass sie nur nebenbei berufstätig sein durfte, wenn sie ihre Pflichten im Haushalt ordungsgemäß erfüllte. (BGB, § 1356) Ein weiterer Schritt der ehelichen Gleichberechtigung ist das 1976 eingeführte Gesetzt, welches den Frauen erlaubt bei der Heirat ihren Namen beizubehalten.

Eine Revolution des Familienrechtes bedeutete die Änderung des Scheidungsrechts: Der Gesetzgeber schaffte 1977 das Schuldprinzip ab. Dieses Gesetz verpflichtet den finanziell stärkeren Eheparter nach der Scheidung, zumindest vorübergehend für den finanziell schwächeren Partner Unterhalt zu zahlen, egal, aus welchen Gründen die Ehe geschieden wurde und wer die Scheidung angestrebt hat.

Ein weiterer wichtiger Schritt für die Frauenbewegung war die Durchsetzung eines langerwarteten Gesetzes im Jahr 1997, in dem steht, dass Vergewaltigungen in der Ehe von nun an strafbar sind. Mit der Schaffung dieses Gesetz feierten die Frauen einen wichtigen Sieg in der Geschichte, da sie sich jetzt sicherer fühlen. Vor diesem Gesetz kritisierte 1994 unter anderem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, dass es in unserem geltenden Strafrecht im Bereich der Sexualdelikte eine "bedenkliche Schieflage" gäbe. So wurde Vergewaltigungen zwar in einer lang andauernden nicht ehelichen Lebensgemeinschaft bestraft. Nicht hingegen, wenn Täter und Opfer miteinander verheiratet waren.

Eine Beminderwertigung für die Frauen in der Bundesrepublik Deutschland war, dass Frauen, die als Künstlerinnen oder Wissenschaftlerinnen arbeiteten, gezwungen waren, ein männliches Pseudonym zu benutzen, um ihre Arbeitsergebnisse überhaupt veröffentlichen zu können.

Unter anderem war auch das Abtreibungsgesetz eine wichtige Errungenschaft für die weibliche Bevölkerung der Bundesrepublik. Doch genau wie alle anderen wichtigen Gesetze im Bezug auf Frauen, wurde auch hierüber lange Zeit debattiert. Erst am 27.7.1992 unterzeichnete der Bundespräsident Roman Herzog das Gesetz, so dass es am 5.8.1992 in Kraft treten konnte. Hiernach zufolge bleibt ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten 12 Wochen straffrei, wenn sich die Schwangere zuvor einer Pflichtberatung unterzogen hat. Die kirchliche Schwangerschaftsberatung wurde jedoch vor kurzem vom Papst Johannes Paul II. abgeschafft.

1980 wurde das Gesetz der Gleichberechtigung am Arbeitsplatz entworfen. Hiernach müssen Frauen und Männer das gleiche Gehalt für die gleiche Arbeit bekommen. Außerdem müssen Arbeitgeber Stellenanzeigen geschlechtsneutral formulieren, da es nicht mehr zulässig ist, mit einer Stellenanzeige ausschließlich männliche Bewerber anzusprechen. Trotzdem erhalten auch heute noch Frauen teilweise bis zu 20% weniger Gehalt als Männer, obwohl sie die gleiche Arbeit leisten. Außerdem ist auffällig, dass in der heutigen Wirtschaft und Verwaltung die Spitzenpositionen zu über 95% von Männern besetzt werden. Auch in der Politik dominieren noch die Männer. Die Zahl der männlichen Abgeordneten im deutschen Bundestag, aber auch in Länder - und Kommunalparlamenten ist wesentlich höher als die der Frauen. Seit Bestehen der Bundesrepublik gab und gibt es keine Bundeskanzlerin oder Bundespräsidentin.

Ein großer Fortschritt für die Frauen in der Politik ist der vor kurzem angetretene Parteivorsitz der CDU von Angela Merkel. Dieses Ereignis ist für viele Frauen ein Ansporn sich in der männerdominierenden Arbeitswelt durchzusetzen.

Trotzdem kann man immer noch sagen, dass die genannten Gesetzesänderungen im Bezug auf die Gleichberechtigung am Arbeitsplatz auf dem Papier erwirkt worden sind. In der Realität sieht es jedoch häufig ganz anders aus.

Deshalb wurde in manchen Bereichen die Frauenquote eingeführt. Sie bewirkt, dass bei vergleichbarer Qualifikation von Frauen und Männern das angeblich "schwächere Geschlecht" eingestellt wird. Ob dieses Gesetz jedoch im Sinne aller Frauen steht ist fraglich, da dies gegen die Frauenbewegung spricht, die sich Gleichberechtigung für jederman(-frau) wünscht.

Das neueste Urteil in der Geschichte der Frauenbewegung in der Bundesrepublik Deutschland betrifft Frauen in der Bundeswehr. So erkämpfte eine Frau 1999 vor dem Europäischen Gerichtshof ein Urteil, dass Frauen in der Bundeswehr nicht nur Sanitäts- oder Küchendienst betreiben, sondern auch an die "Waffe", was bedeutet, dass sie von nun an aktiv am Militärdienst teilnehmen können. Dadurch öffnet sich den Frauen ein ganz neuer Arbeitsbereich. Das hat in der Presse für viel Aufsehen gesorgt, da sich viele die Frage gestellt haben ob Frauen dann nicht auch den Wehrdienst absolvieren sollten. Denn wer wirkliche Gleichberechtigung durchsetzten will, muss sie auch in allen Punkten konsequent durchziehen.

Abschließend gesehen zeigen die Gesetz, dass die Frauenbewegung es geschafft hat ihre gesetzen Ziele auf dem Papier durchzusetzen. Oft müssen wir jedoch feststellen, dass in der Realität die Gleichstellung von Mann und Frau noch längst nicht erreicht ist.


 
Autorinnen: Friederike Leidreiter, Claudia Riesenbeck, Ina Seidel

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