Unner de Eeken
Unner de Eeken dao sitt wi un singt;
hell üöwer Wallhiäg un Wiesken et klingt,
wann achter'n Hagen dat Aobendraut glaiht,
gülden de Maon üöwer't Schürendack steiht.
Fierlick un graut is de Welt un so still,
Ruh in de Kück, up de Diäl un de Hill.
Leeder dann sing wi, dat mäck us Plasseer,
so äs de Aollen van uraollersheer.
Leeder van Leiw un van Liäben un Daud,
düster ös Stiärben, äs Rausen so raut,
Leeder von Untrü, van Naut un van Glück
Kinners, wi könnt jä so mannige Stück.
Üöwer de Burschopp met sülwerne Föt
laupt bes in't Duorp se, wat klingt se so söt!
Wiet van den Kiärkhoff de Aollen us winkt
unner de Eeken dao sitt wi un singt.
Stadt in Wiesen
Stadt in Wiesen, Stadt in Gärten,
Warendorf dich grüßt mein Lied,
Von der Linden Duft umzittert,
von des Ackers Ruch umwittert,
mächtig es von fremden Fährten
stets zu dir mich heimwärts zieht.
Leise Fluten hör ich raunen
dunkel und geheimnisvoll.
Alte Ems, an deinen Ufern
klang es einst von wilden Rufern,
und des neuen Reichs Posaunen
blies der Täuferkönig toll.
Längst begruben deine Wellen
blutiger Geschichte Braus.
In den alten Winkeln neigen
still die Tage sich und schweigen.
Doch der Frühling wirft die hellen
Schleier über jedes Haus.
Ernst die Männer, hold die Frauen,
kräftig Schaffen, fromm Gebet!
Sprache greift ans Herz mit trauten
Klängen in der Väter Lauten.
Mög' des Glückes Himmel blauen,
Heimat, golden dir und stet!
Münsterland
Über sommerlich glühende Gärten hinweg
wolkige Weiten.
Rinder schreiten, rotbunte, schwarzweiße,
grasrupfend auf saftigen Wiesen,
drängen des Abends mit strotzenden Eutern,
brüllend am Schlagbaum sich.
Gelber Roggen rispelt im Wind.
Vor der Mutter der Sieben Schmerzen,
moosüberwachsen und altersgrau,
windet zum Kranze
Klatschmohn rot und Cyanen blau
fröhlich ein Kind.
Spiegelnd weiße Wolkengebirge,
dunkel verhüllend die Tiefen,
schleicht durch Äcker und Weiden der Fluß.
Tückisch blinzeln die Kolke. -
Aber breit und sicher gelagert,
dämmert der Hof mit Schuppen und Scheuern,
grünüberdacht und grünumwallt,
Bauernblumen, lieblich bunt,
sonnen im Garten sich.
Büsche träumen am Horizont,
immer nebelumdunstet.
Abendröten lodern wie Brände.
Doch im himmlischen Raume singt ewig der Wind
und duftet nach Erde und Atem der Ferne.