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Themen für 1993:
Es gab viele unterschiedliche Meinungen und Pläne, was den Bürgerhof anging. Unter anderem wurde monatelang mit der Dortmunder Kronen Brauerei verhandelt, die sich jedoch am Aschermittwoch zurückzog, weil sich das Objekt Bürgerhof nicht rentiere. (Trotz der vier Millionen Mark Subvention) Das war ein herber Rückschlag für die Befürworter einer Stadthalle (CDU, FDP, SPD). Die Gegner (FWG, GAL) waren dafür die Immobilie Bürgerhof so teuer wie möglich zu verscherbeln. Es müsse geprüft werden, ob überhaupt Bedarf an einer Stadthalle bestehe. Es gäbe doch genug schicke Turnhallen in Warendorf. Deshalb waren sie eher für Pläne, die den Weiterverkauf des Grundstückes vorsahen, wie z.B. den Bürgerhof zu einer erweiterten Konsummeile mit vielen Geschäften auszubauen oder an eine amerikanische Restaurantkette mit schottischer Vorsilbe zu verkaufen. Letztere hatte großes Interesse an dem Grundstück gezeigt und war auch bereit Geld dafür zu zahlen. Letztendlich haben die Gegner des Bürgerhofes verloren. Die Stadthalle steht, die Kneipen im Bürgerhof laufen prächtig und werden besonders von jüngeren Leuten gerne dazu genutzt sich jedes Wochenende zu betrinken. Die Stadt Warendorf unterstützt mit vier Millionen Mark einen privaten Investor und die Warendorfer Schulen prügeln sich um jeden Pfennig. In dem Saal finden regelmäßig größere Veranstaltungen statt, wie z.B. Konzerte, Abibälle etc., die in schicken Turnhallen nie hätten stattfinden können, allein schon wegen der fehlenden technischen Möglichkeiten. Und die Warendorfer freuen sich, mit Recht, über ihre neue tolle Stadthalle. Quellen: Kreisarchiv, Autorin: Hyun-A Cho, Foto: WN
Schluss- und gleichzeitig den Glanzpunkt unter den Warendorfer Sommer setzte die aufwendige Inszenierung der international besetzten Theaterformation "Titanick". Schon Stunden vor der Aufführung stimmte die Combo "Jazz vor Fun" um die Münsteraner Jazz-Größe David Handsley die Warendorfer auf dieses Theaterspektakel ein. Wem der Sinn nicht nach Jazz stand, brauchte sich nur ein wenig in der Fußgängerzone umzusehen, denn an fast jeder Ecke stand eine andere Gruppe von Künstlern und führte etwas auf oder spielte Musik. Das Theaterstück begann abends auf dem Marktplatz, der voll von Menschen war. Sieben Schauspieler, drei Musiker und zwei Techniker berauschten die Menge auf dem Warendorfer Marktplatz. Mit einfachen, aber effektiven Mitteln bauten die Schauspieler vor den Augen der Zuschauer die stilisierte RMS Titanic auf. Nach dem Stapellauf wurde das Leben auf dem Luxusliner dargestellt: Kapitalismus, Ausbeutung, Dekadenz. Der Untergang der Titanic ist gleichzeitig der gigantische Showdown. Der Strom auf dem Schiff fällt aus, aus den Lecks schießt Wasser in den Rumpf, Feuer bricht aus. Am Ende der Inszenierung setzt tosender Beifall ein. Die Zuschauer feiern das Ensemble mit anhaltendem Applaus und Bravorufen. Solch eine einmalige Mischung aus Zirkus, Performance, Technik, Musik und Theater hatte Warendorf noch nie erlebt. Quellen: Kreisarchiv, Autorin: Hyun-A Cho, Foto: Gruppe Titanick |