Zurück zur Startseite Was geschah zwischen 1949 und 1959 ? Was geschah zwischen 1960 und 1969 ? Was geschah zwischen 1970 und 1979 ? Was geschah zwischen 1980 und 1989 ? Was geschah zwischen 1990 und 1999 ?
Road Ahead Prize 2000
1969  1970  1971  1972  1973  1974
1975  1976  1977  1978  1979  1980
Navigation
Unser ProjektThemen aus der großen, weiten WeltZur Lau Suchmaschine




international Abschluss der Ostverträge   -   Viermächteabkommen über Berlin   -   Club Of Rome zeigt die Grenzen des Wachstums   -   Vietnam-Krieg
  
deutsch Wahlen zum 7. Deutschen Bundestag   -   Neue Amtszeit für Bundeskanzler Brandt (SPD)   -   Olympische Spiele in München, Anschlag auf israelische Sportler   -   Grundlagenvertrag, Verabschiedung der Ostverträge   -   Deutschland wird Fußball-Europameister   -   Die Kinderserie "Sesamstraße" beginnt im Norddeutschen Fernsehen

 

Themen für 1972:
 Jürgen W. Möllemann
 Die Warendorfer Sportunion


 
> Jürgen W. Möllemann

Jürgen W. Möllemanns erster Wahlkampf 1972, ungewöhnlich, aber erfolgreich: Der "politische Fünfkampf". Die Aktion erregte großes Aufsehen und wurde oft belächelt. Aber seitdem saß Jürgen W. Möllemann für die F.D.P. ununterbrochen bis 2000 im Bundestag und vertrat dabei auch seinen Wahlkreis Warendorf.

Möllemann 1
Erste Disziplin: Fallschirmabsprung, Landung in einem Garten nahe der Ems.
Möllemann 2
Zweite Disziplin: Schwimmen in der Ems und Probenentnahme.
Möllemann 3
Fünfte Disziplin: Hoch zu Roß durch die Stadt des Pferdes.

Jürgen W. Möllemann startete an einem wolkenfreien Tag vom Flugplatz Telgte-Berdel und sein eigentliches Ziel waren die Lohwall-Wiesen in Warendorf, wo Dutzende von Reportern zusammengelaufen waren, um diese Aktion in Ton und Bild festzuhalten. Aber es sollte anders kommen. Der damals unbekannte Neuling in der Politik landete in einem Garten an der Milter Straße. Trotz dieses Missgeschickes ließ sich Herr Möllemann die Abkühlung in der Ems nicht nehmen und musste bald darauf einsehen, dass man besser nicht gegen den Strom schwimmen sollte. Aber bei der anschließenden Wasserprobe war auch diese anstregende Erfahrung schnell vergessen. Es stellte sich nämlich heraus, dass die Wasserqualität der Ems der des Rheins um einiges überlegen war. Als nächster Punkt auf der Tagesordnung stand der Lauf durch die Innenstadt, bei der es glücklicherweise zu keinen neuen Zwischenfällen kam. Zum erhofften politischen Wortgefecht kam es allerdings nicht und so folgte dann die letzte Disziplin, das Reiten. Laut Aussage von Herrn Möllemann soll es "recht gut" geklappt haben, denn die Stute Daisy soll nur einmal kurz gebockt haben, als die Begleitmusik zu laut war. Ein paar Augenzeugen berichten allerdings, dass das Pferd einen eigenen Willen gehabt und sich erst nach fünf Minuten beruhigt habe.

Nach dem Fallschirmspringen, dem Schwimmen in der Ems mit der Entnahme einer Wasserprobe, dem Lauf durch die Warendorfer Innenstadt und dem Reiten durch die Warendorfer Umgebung wurde die Kreisstadt für Möllemann fast schon eine zweite Heimat. Jedenfalls kannte ihn jetzt im Wahlkreis 100 Warendorf, wo er als jüngster und chancenloser Kandidat angetreten war, wirklich jeder.

Diese sportlichen Aktivitäten führten dazu, dass das Wort "Politischer Fünfkampf" geboren wurde und Jürgen W. Möllemann weit und breit bekannt wurde. Bei der Wahl zum Bundestag 1972 schnitt die F.D.P. sehr gut ab und kam im Wahlkreis 100 Warendorf auf über 10 Prozent. Seitdem ist Jürgen W. Möllemann im Bundestag, bekleidete bekanntermaßen viele hohe Ämter und zählt zu den festen Größen der deutschen Politiker. Nach Warendorf kommt der Münsteraner immer wieder und das nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Mehrfach war er auch zu Diskussionen mit Schülern im Gymnasium Laurentianum.

Im Jahr 2000 teilte Jürgen W. Möllemann uns seine Eindrücke zu 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland mit. Sein Bundestagsmandat gab Möllemann 2000 ab. Er wurde 2000 als Spitzenkandidat der F.D.P. mit einem sehr guten Wahlergebnis in den Landtag von Nordrhein-Westfalen gewählt.


Quellen: "Hoch vom Himmel kam er her" von Jürgen W. Möllemann,  Autor: Daniel Woste


zum Textanfang


 
> Gründung der Warendorfer Sportunion

"Durch gemeinsames Handeln wollen wir noch mehr zum Wohle der kleinen und großen Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt möglich machen."

Ottlik

   Klaus-Peter Ottlik, Präsident der WSU
 
Diese Aussage stammt von einem Mitglied der Gründungsversammlung der Warendorfer Sportunion, zu der sich am 6.Juni 1972 im Kolpinghaus der Turnverein Warendorf von 1895, der Sportverein Warendorf von 1911 und die DJK Westfalia Warendorf von 1918 zusammenschlossen. Zum Gründungsvorstand gehöten neben dem damaligen Präsidenten Dr. Hans Leimbach Josef Merkentrup, Heinz Alck, Bernhard Mersmann, Altfried Kösters, Hans Schräer, Helga Apelt und Klaus-Peter Ottlik, der heute Präsident des Vereins ist. Vor allem der Wunsch, ein breit gefächertes und sinnvolles Freizeitangebot ohne Rivalitäten zwischen den Vereinen zu bieten, veranlasste die Entscheidung, eine Fusion zu bilden. Der Zusammenschluss vereinfachte nicht nur die früher oft vielfältige Arbeit, sondern brachte auch einen Aufschwung im sportlichen Bereich; die Abteilungen Tischtennis, Fußball und Schwimmen konnten schon in den ersten Jahren zahlreiche Erfolge aufweisen. Der Großverein, der zu Anfang schon über 2000 Mitglieder zählte und heute mit rund 5500 Mitgliedern einer der zehn größten Sportvereine Nordrhein-Westfalens ist, hat sich seit nunmehr 27 Jahren bewährt.

Schlebbe

Bernd Schlebbe, herausragender Warendorfer
Tischtennisspieler in den siebziger Jahren
 
Viele Sportlerinnen und Sportler der WSU haben in Vergangenheit und Gegenwart Schlagzeilen geschrieben. So auch Manuela Schubert (geb. Stellmach), die als Schwimmerin der ehemaligen DDR 1988 in Seoul in der 4*100m Freistil-Staffel zusammen mit Kristin Otto, Katrin Meissner und Daniela Hunger Olympia-Gold gewann und über 200m Freistil dritte wurde. Desweiteren holte sie mehrere Welt- und Europameistertitel und zählt heute in ihrer Altersklasse zur internationalen Spitze. Sie ist als Trainerin der ersten Wettkampfmannschaft tätig, die von ihrer Erfahrung profitieren kann. Weiterhin haben Fritz Henke (ebenfalls Schwimmen), Ines Allmer (Turnen), Rita Gäher (Karate) sowie Adolf Dütting und Ulrich Weigel (Leichtathletik) beachtliche nationale bzw. internationale Erfolge aufzuweisen. Zu nennen sind außerdem die A-Jugend der Basketballer, die in der höchstmöglichen Klasse spielen, und die Volleyballer, die in sportlicher Hinsicht die leistungsstärkste Abteilung darstellen.

WSU-Logo 1972 verfügte die WSU über die Abteilungen Fußball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis und Turnen sowie den allgemeinen Breitensport, im Laufe der Zeit ist das Angebot auf 15 Abteilungen (inkl. Breitensport) erweitert worden; Badminton, Basketball, Judo, Ju Jutsu, Karate, Kegeln, Radsport und Volleyball sind bis heute noch dazugekommen. Darüber hinaus werden einige Fahrten, Ferienfreizeiten und verschiedene Veranstaltungen angeboten, wobei nicht nur Mitglieder, von denen rund 45 Prozent Kinder und Jugendliche sind, sondern meistens auch Nichtmitglieder teilnehmen können. Etwa 140 Vorstandsmitglieder in den Abteilungen und im Gesamtverein sorgen dafür, dass die WSU einwandfrei funktionieren kann.

Der Verein hat bisher sechs Ehrenmitgliedschaften verliehen. Der erste Inhaber dieser Auszeichnung war der 1985 verstorbene Erich Ottlik. Die weiteren Ehrenmitglieder sind Dr. Hans Leimbach (Ehrenpräsident), Josef Merkentrup (Ehrenvorsitzender), Bernhard Mersmann, Heinz Alck (alles Mitbegründer der WSU) und Richard Winkels, der lange Jahre Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen ist und seit über 70 Jahren Mitglied der WSU bzw. ihrer Vorgängervereine ist.


Quellen: Ottlik:"100 Jahre Turnen in Warendorf" und Schlebbe:"50 Jahre Tischtennis in Warendorf",  Autor: Jens Hölscher


zum Textanfang



| Start | Projekt | Warendorf | Bundestag | Ereignisse | Eindrücke | Ergänzungen | Suchen | Lau-Homepage |