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Themen für 1968:
1968: Rudi Dutschke und der Muff unter den Talaren
Josephs-Hospital
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Zeit des Umbruchs auch in Warendorf
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Die 68-er Jahre: Eine Zeit, die den "Muff unter den
Talaren" zeigte und verschwinden ließ
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| Geschichte schrieb er nicht, doch ein Mythos war er schon zu Lebzeiten. Der deutsche Che Guevara beeindruckte die Massen wie kein anderer: Rudi Dutschke am Rednerpult in der Aula der Halepaghenschuleam 6.März 1968, etwa einen Monat vor dem Attenta, das sein Leben entscheidend veränderte. |
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"The Times, they 're changing." So nennt
Bob Dylan die Ära der 68er Jahre in einem Song und
meint damit die Zeit der Demonstrationen gegen die
veralteten Zustände in den Universitäten und im gesamten
Schulsystem, gegen den Krieg in Vietnam, dessen
Grausamkeit und Absurdität täglich auf den Fernsehschirmen der
ganzen Welt zu sehen waren. Es war eine Zeit, in der die
Oberschüler, Studenten und viele andere Intellektuelle
anfingen, die verstaubten Strukturen zu hinterfragen, auf die
sich unter anderem diejenigen stützten, die am 2. Juni 1967
beim Schahbesuch auf Studentenjagd gingen, darunter
auch der Polizist, der den erst 26-jährigen
Benno Ohnesorg
von hinten erschoss.
Doch während Ohnesorg nur aus Neugier bei seiner ersten
Demonstration war und dabei sein Leben verlor, gab
es eine andere Person, die der Bewegung so viele Impulse,
Ideen und Anstöße gab, wie kaum ein anderer: Rudi
Dutschke. Am vergangenen Dienstag hätte der ehemalige
Vorsitzende des SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund)
seinen sechzigsten Geburtstag gefeiert, wäre der gebürtige
Brandenburger nicht am 11. April 1968 angeschossen worden
und am Heiligen Abend 1979 an den Spätfolgen des Attentats
gestorben.
Bei keiner Demo durfte er fehlen, und seine charismatischen
Reden begeisterten einen großen Teil der Studentenschaft
eine Zeit lang von seiner Idee eines Sozialismus mit
menschlichem Antlitz, der auch mit Gegnern verständnisvoll
und demokratisch umging.
Oft war es aber auch nur ein Vorwand, einmal aus dem tristen
Alltag der Hochschulen auszubrechen und sich gegen die
Obrigkeit zu stellen.
Auch an der Pferdestadt Warendorf ging diese Ära nicht spurlos
vorbei. Belege dafür finden sich im Schularchiv des Gymnasium
Laurentianum, dessen Unterlagen über einige Vorfälle zu
berichten wissen: Los ging's im Frühjahr 1968, als es den
Deutschen Jungdemokraten, einer Gruppe, die man wirklich nicht
in die linke Szene einordnen konnte, verboten wurde, eine
Umfrage mit politisch brisanten Fragen auf dem Schulgelände
durchzuführen.
Ein Teil der Öffentlichkeit und die gesamte Schülerschaft
reagierte mit Empörung. Doch junge Leute wussten sich auch damals
schon zu helfen: Nun verteilten sie die Fragebögen vor den Toren
des Schulgeländes, bewegten sich aber damit in einer Grauzone.
Bis auf einige kleine Zwischenfälle war die Idylle der
heilen kontrollierten Schulwelt wieder hergestellt.
1973 drangen die ersten Folgen der Revolte in den
Großstädten bis ins zurückhaltende Warendorf. Zu dieser Zeit war eine
Gruppe von Schülern des Laurentianum und des Aufbaugymnasiums
in einer "Vietnam-Arbeitsgruppe" aktiv, worauf ihr die
Benutzung einiger Kellerräume zu diesem "aufrührerischen"
Zweck untersagt wurde. Dabei ging es den Oberschülern nicht um die
Räumlichkeiten, diese hätte man schließlich auch an anderen Orten
finden können. Die Schüler fühlten sich in ihrer politischen
Arbeit diszipliniert, worauf die ersten Flugblätter gedruckt
und verteilt wurden. Als dann das sogenannte
"Maulkorbschreiben" bekannt wurde, eskalierte die
Situation völlig. Bei dem Schreiben handelte, es sich um einen
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offenen Brief an die vier Schüler, die für die Flugblätter
verantwortlich waren. Es wurden ihnen Strafen angedroht, wenn
sie sich in Zukunft noch in irgendeiner Weise politisch betätigen:
Eine Reaktion darauf war, dass vier, Oberschüler für einen
begrenten Zeitrum der Schule verwiesen wurden.
Höhepunkt der späten 68er in Warendorf war eine
Entscheidung des Verwaltungsgerichts gegen den Primaner Elmar Beiers
im Jahr 1974. Er wurde als Mitglied des KOV, des Kommunistischen
Oberschülerverbands, und als Hauptunruhestifter auf der
sonst so friedlichen Lehranstalt angesehen. Nach einigen
Vorwürfen gegen den Direktor, der sich einen "Dreck um
die berechtigten Interessen der Schüler kümmert" - so
damals ein Flugblatt des KOV, wurde Beiers, drei Wochen
vor seiner Abiturprüfung, Hausverbot für das Laurentianum und
an allen anderen Gymnasien in ganz Nordrhein- Westfalen
erteilt. Nach vielen Gerichtsterminen und Verhandlungen gab
der Senat des Oberverwaltungsgerichts Münster dem geschassten
Primaner einen Rat mit auf den "nun blockierten"
Lebensweg: "Zu frühe Konfrontation mit unbegreiflichem
und noch dazu mit aggressiv vorgetragenem Stoff führt eher zu
Verdummung als zur politischen Bildung." Das sieht der
Ehemann und Vater von zwei Kindern damals wie heute ganz
anders: "Mein Abitur machte ich nach einer handwerklichen
Ausbildung auf dem Zweiten Bildungsweg", so der Theologe
Elmar Beiers heute. "Aber auch heute finde ich es
noch wichtig, gegen Dinge wie den Vietnamkrieg zu
demonstrieren. Dafür muss man halt unangenehme Konsequenzen
in Kauf nehmen."
Auch der heutige Bürgermeister Theo Dickgreber
erinnert sich noch gut an die Zeit des Umbruchs, die er als Student
in Freiburg verbrachte: Er erlebte die Aktionen als
"Happenings", bei denen Studenten aus den
Philosophischen Fachrichtungen Vorlesungen der
Volkswirtschaftlichen Fakultät unterbrachen und mit dem
Leitspruch "Unter den Talaren der Muff von 1000
Jahren!" für Eindruck sorgten. Dickgreber war bei
einigen Veranstaltungen mit dabei, doch ohne selbst
beteiligt gewesen zu sein, denn "man durfte nicht
den Fehler machen, sich aus Neugier in etwas hineinreißen
zu lassen, ohne die politische Richtung derartiger
Meetings aus den Augen zu lassen. Es war eine wichtige
Zeit für die demokratische Entwicklung der
Bundesrepublik", betont der Bürgermeister, "denn
die vielen Mitbestimmungsrechte an den Universitäten und
Schulen haben wir dieser Ära zu verdanken."
Eine wichtige Zeit in der Geschichte der Republik,
über die viele Schüler heutzutage fast nichts mehr wissen. Es
war aber auch die Zeit, die ein schreckliches Jahrzehnt
des Terrorismus einleitete: Der Tod des Benno Ohnesorg und
die Schüsse auf Dutschke riefen die Journalistin Ulrike
Meinhof und den Rechtsanwalt Horst Mahler auf den Plan.
Meinhof zitierte die Black-Power-Bewegung:
"Protest ist, wenn ich sage, das und das passt mir
nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge. dass das,
was mir nicht passt, nicht länger geschieht." Mahler
und Meinhof wurden zu Terroristen - auch das war eine
Folge der 68-er.
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Sebastian Sokolowski, Gymnasium Laurentianum, Jahrgangsstufe 12; dieser Text wurde auch in den Westfälischen Nachrichten am 11.3.2000 veröffentlicht

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Josephs-Hospital
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Warendorf hat sich in den letzten 50 Jahren von einem Dorf zu einer gemütlichen beschaulichen Kleinstadt entwickelt. Die
Einwohnerzahlen sind gestiegen, es haben sich Firmen angesiedelt und es gibt mittlerweile viele Geschäfte. Doch auch im
medizinischen Bereich kann Warendorf sich sehen lassen.
Das Josephs-Hospital wurde ursprünglich in der Stadtmitte mit Platz für 30 Patienten gegründet. Entsprechend der
Bevölkerungsentwicklung wurde es immer weiter ausgebaut und verbessert, bis die anhaltende Expansion schließlich eine
Verlegung an den Stadtrand forderte, wo ein neues, größeres und moderneres Krankenhaus gebaut werden sollte.
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1968 war es dann soweit, das neue Krankenhaus konnte am 16. November nach zweijähriger Bauzeit eröffnet werden und hat sich
bis heute zu einer leistungsfähigen Klinik herausgebildet. Das Josephs-Hospital bietet eine umfassende medizinische
Versorgung mit Platz für 310 Patienten, verteilt auf 11 Facheinrichtungen wie Innere Medizin, Allgemein- und Gefäßchirurgie,
Unfallchirurgie und Augenheilkunde, um einige zu nennen.
Beispiel für die Modernität ist die radiologische Abteilung. Sie existiert seit elf Jahren und ist u.a. ausgestattet mit
einem Computer- und einem Kernspintomographen.
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Quellen: Internet, Foto: 170 Jahre Kreis Warendorf,1974, Autor: Michael Gläser

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