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Themen für 1966:
> Paul Schallück und seine Satire auf Warendorf
> Alfons Lütke Westhues wird Reitfunktionär


 
> Paul Schallück und seine Satire auf Warendorf

Der am 17.6.1922 in Warendorf geborene Paul Schallück erlangte als Dichter und Schriftsteller großen Ruhm. Als Sohn einer russisch-sibirischen Mutter und eines deutschen Vaters verspürte Schallück schon recht früh die Vorurteile seiner Warendorfer Mitbürger gegenüber Fremden am eigenen Leibe.

Das Geburtshaus von Paul Schallück in der Hohen Straße Schallück ging zuerst auf die Volksschule am Münstertor, wechselte jedoch zur Klosterschule in Hiltrup, da er damals die Berufung zum Priester und Missionar verspürte. Ostern 1940 besuchte der Schriftsteller das Gymnasium Laurentianum - damals hieß es "Staatliche Oberschule und Oberschule in Aufbauform für Jungen" und bald darauf erhielt es für kurze Zeit den unsäglichen Namen "Brun-Warendorp-Schule". Sein Schulbesuch am Laurentianum dauerte nur anderthalb Jahre, da er dann seinen Wehrdienst antreten musste. Aber diese Zeit hatte bei ihm Spuren hinterlassen.

"Am Laurentianum", so lautet ein Aufsatz von ihm, hier verfügbar, in dem er seine damaligen Erfahrungen mit seinen Mitschülern und Lehrern vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund beschreibend darstellt. Seine Erfahrungen, die er im nationalsozialistischen Warendorf gemacht hatte, schrieb er in seinem wohl bedeutendsten Roman "Engelbert Reinicke" nieder. In dem Roman findet man auch die schriftstellerische Verarbeitung der Eindrücke von der Verwüstung der Warendorfer Synagoge auf der Münsterstraße sowie eine Beschreibung des Nazi-Terrors am Juden Abraham Schilling.

Nach dem Krieg studierte er Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften in Münster und Köln. Von 1949 bis 1952 betätigte er sich als Theaterkritiker. Er begründete mit Heinrich Böll die "Germania Judaica", die Bibliothek des deutschen Judentums, und war führendes Mitglied der kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Schallück war auch Mitglied der seinerzeit sehr bekannten "Gruppe 47".

Paul SchallückMit seinen Werken gewann Schallück allerlei Preise, 1953 erhielt er den Preis der Zuckmayer-Stiftung, 1955 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Der Literaturpreis der Stadt Hagen wurde dem Schriftsteller 1962 verliehen. 1973 verlieh man Schallück schließlich den Nelly-Sachs-Preis. Auch heute noch sind seine Theaterstücke und Kurzgeschichten hochaktuell. So schrieb der Dichter damals schon eine Kurzbetrachtung zum Thema "Ehre und Ehrenwort", ein Kapitel, das so manchem zur Lektüre empfohlen sei.

Paul Schallück hat sich mehrfach über seine Heimatstadt geäußert. Ein bitter-süßes Porträt von 1966 aus seiner Feder, "Warendorfer Pferde" im "Atlas deutscher Autoren" veröffentlicht, trug ihm in Warendorf viel Feindschaft ein: "... im Dunst- und Bewußtseinskreis von Pferden ...". Der satirische Text wurde in Warendorf von vielen missverstanden und führte zu Diskussionen im Rat der Stadt und manchem Leserbrief in den Lokalzeitungen.

Paul Schallück war ein hervorragender Kämpfer für die Menschlichkeit und als solcher gilt er heute auch in seiner Heimatstadt Warendorf. Seit 1991 trägt Schallücks Geburtshaus, ein kleines Fachwerkhaus an der Hohen Straße 24, eine Gedenkplakette und eine Straße trägt mittlerweile auch seinen Namen.

Am 29.2.1976 starb Paul Schallück im Alter von nur 53 Jahren in Köln.


Quellen: H.J.Werner in Emsblick Nr.74, Laurentianum Archiv,  Autorin: Nadine Tillmann


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> Olympiasieger Alfons Lütke Westhues wird Reitfunktionär

Alfons Lütke Westhues 1952 Alfons Lütke Westhues, der 1930 in Westbevern als Sohn eines Bauern das Licht der Welt erblickte, war der jüngste Sohn unter neun Geschwistern auf dem elterlichen Hof. Er entwickelte schon sehr früh die Liebe zum Pferd. Kaum war der Krieg vorbei, sah man den 17-jährigen Alfons Lütke Westhues schon im ländlichen Reiterverein Ostbevern. Sein erstes Turnier ritt er 1948 in Warendorf mit. Als 1949 in Westbevern ein Reitverein gegründet wurde, trat er diesem sofort bei. Schon 1950 holte dieser Verein in Münster die ersten Erfolge ein, woran Alfons Lütke Westhues maßgeblich beteiligt war.

Lütke Westhues 1966 Der Landstallmeister Gustav Rau erkannte dessen Talent und holte ihn nach Warendorf. Er wurde im Military-Reiten ausgebildet, entschied sich aber für das Springreiten und wurde schon 1952 für die nächste Olympiade 1956 aufgestellt. Bei dieser Olympiade gelang ihm auch mit der Goldmedaille sein größter Erfolg.

1960 schied er dann aus dem aktiven Reitsport aus, legte aber 1962 die Turnierrichterprüfung ab und widmete sich dann hauptsächlich dem Kreisreiterverband. Dort wurde er 1966 bei reger Teilnahme an der Generalversammlung nach dem verfrühten Tod des Alten zum neuen Vorsitzendem gewählt. Der Verband hatte nun einen erfahrenen und bewährten Mann an seiner Spitze.


Quellen: Neuer Emsbote Jan./1966, Pressearchiv FN,  Autor: Robin Seggelmann


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