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Themen für 1966:
Der am 17.6.1922 in Warendorf geborene Paul Schallück erlangte als Dichter und Schriftsteller großen Ruhm. Als Sohn einer russisch-sibirischen Mutter und eines deutschen Vaters verspürte Schallück schon recht früh die Vorurteile seiner Warendorfer Mitbürger gegenüber Fremden am eigenen Leibe.
"Am Laurentianum", so lautet ein Aufsatz von ihm, hier verfügbar, in dem er seine damaligen Erfahrungen mit seinen Mitschülern und Lehrern vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund beschreibend darstellt. Seine Erfahrungen, die er im nationalsozialistischen Warendorf gemacht hatte, schrieb er in seinem wohl bedeutendsten Roman "Engelbert Reinicke" nieder. In dem Roman findet man auch die schriftstellerische Verarbeitung der Eindrücke von der Verwüstung der Warendorfer Synagoge auf der Münsterstraße sowie eine Beschreibung des Nazi-Terrors am Juden Abraham Schilling. Nach dem Krieg studierte er Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften in Münster und Köln. Von 1949 bis 1952 betätigte er sich als Theaterkritiker. Er begründete mit Heinrich Böll die "Germania Judaica", die Bibliothek des deutschen Judentums, und war führendes Mitglied der kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Schallück war auch Mitglied der seinerzeit sehr bekannten "Gruppe 47".
Paul Schallück hat sich mehrfach über seine Heimatstadt geäußert. Ein bitter-süßes Porträt von 1966 aus seiner Feder, "Warendorfer Pferde" im "Atlas deutscher Autoren" veröffentlicht, trug ihm in Warendorf viel Feindschaft ein: "... im Dunst- und Bewußtseinskreis von Pferden ...". Der satirische Text wurde in Warendorf von vielen missverstanden und führte zu Diskussionen im Rat der Stadt und manchem Leserbrief in den Lokalzeitungen. Paul Schallück war ein hervorragender Kämpfer für die Menschlichkeit und als solcher gilt er heute auch in seiner Heimatstadt Warendorf. Seit 1991 trägt Schallücks Geburtshaus, ein kleines Fachwerkhaus an der Hohen Straße 24, eine Gedenkplakette und eine Straße trägt mittlerweile auch seinen Namen. Am 29.2.1976 starb Paul Schallück im Alter von nur 53 Jahren in Köln. Quellen: H.J.Werner in Emsblick Nr.74, Laurentianum Archiv, Autorin: Nadine Tillmann
1960 schied er dann aus dem aktiven Reitsport aus, legte aber 1962 die Turnierrichterprüfung ab und widmete sich dann hauptsächlich dem Kreisreiterverband. Dort wurde er 1966 bei reger Teilnahme an der Generalversammlung nach dem verfrühten Tod des Alten zum neuen Vorsitzendem gewählt. Der Verband hatte nun einen erfahrenen und bewährten Mann an seiner Spitze. Quellen: Neuer Emsbote Jan./1966, Pressearchiv FN, Autor: Robin Seggelmann |