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Alfons Lütke Westhues, geboren am 17.5.1930, kam 1952, gemeinsam mit der Stute Ala, durch Trainer Gustav Rau nach Warendorf. Lütke Westhues wurde die Stute nur zugeteilt, weil er der einzige Westfale im Olympiade-Kader war und die Verantwortlichen wollten, dass die westfälische Stute einen westfälischen Reiter hatte. Doch Pferd und Reiter entwickelten sich schon sehr bald zu einem hervorragenden Team, obwohl Ala es Lütke Westhues nicht immer leicht machte. Die beiden gewannen in den Jahren von 1952 bis 1960 sehr viele Turniere. Der vorher in Westbevern trainierende Amateurreiter war in der Mannschaft ein Vielfachspringer, doch seine großen Siege hatte er mit Ala als Springreiter. 1953 begann seine Karriere als Springreiter mit seinen ersten internationalen Erfolgen, die nach der Goldmedaille 1956 bei den Olympischen Spielen in Stockholm im Jahre 1958 ihren Höhepunkt fand.
Im Jahr 1958 fuhr er mit der Equipe, bestehend aus A.Lütke Westhues, H.G Winkler, F.Thiedemann, H.Schridde und Equipen-Chef A.Schulze-Dieckhoff, von Oktober bis November nach Amerika. Dort ritt er unter anderem in Toronto und Washington, wo er nach dem fünften Sieg der deutschen Springer auf dem internationalen Reitturnier in Washington mit seinen Kollegen vom Präsidenten Eisenhower im Weißen Haus empfangen wurde. Außerdem gewann er zweimal mit seinem Pferd Ala bei dem großen Turnier im Madison Square Garden in New York. Abschluss und gleichzeitig Höhepunkt des internationalen Reitturniers im Madison Square Garden bildete der "Preis der Nationen", den Alfons Lütke Westhues dreimal mit der Manschaft gewann. Für die Siege im "Preis der Nationen" erhielten die Reiter zwei Ehrenpreise. Insgesamt war dies seine vierte Tournee, und er schwärmt jetzt noch von dieser "bisher größten Expedition des Reitsports", bei der er so viel gesehen und erlebt hat.
Doch auch hier in Warendorf war er nicht untätig. Seit 1953 führte er seinen eigenen Reitstall und war seit 1958 Betriebsleiter im Olympiakomitee. Als Alfons Lütke Westhues 1960 seine Karriere als Hochleistungsportler beendete, ging auch sein Pferd Ala. Die Stute wurde ihm geschenkt und lebte noch zwei Jahre auf dem elterlichen Bauernhof in Westbevern, bevor sie wegen einer schlimmen Krankheit eingeschläfert wurde. Heute ist Alfons Lütke Westhues noch als Preisrichter im Reitsport tätig, und auch diese Tätigkeit wird er wohl nächstes Jahr aufgeben, da er dann seinen siebzigsten Geburtstag feiern wird. Doch ein ganzer Schrank voller Pokale, Medaillen und Ehrungen erinnern noch an seine großartigen Erfolge als aktiver Springreiter. Und auch heute muss er noch so manche Autogrammwünsche erfüllen. Im Gespräch mit Alfons Lütke Westhues: Friederike Leidreiter, Fotos: Archiv Lütke Westhues und F.Leidreiter |