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Jedoch hat auch ein HGW einmal klein angefangen und zwar mit sechs Jahren auf einem Pony, welches sein Vater, ein Reitlehrer, geführt hat. Als HGW sieben oder acht Jahre alt war, bekam er sein erstes eigenes Pony, mit dem er auch seine Grundausbildung in der Dressur machte! Damals musste man sich im Gegensatz zu heute seine Reitstunden und seine Reitausbildung bzw. seine Karriere selbst aufbauen, z.B. durch Stallarbeit und Fegen auf dem Reiterhof. Heutzutage werden nach Meinung von HGW einige Leute gefördert, die es eigentlich nicht verdient hätten, da es so viele verschiedene Förderungen im Sport gibt, die nicht leistungsfördernd sind. Für HGW hat immer sein eigener Ehrgeiz im Mittelpunkt gestanden, er wollte nicht nur irgendein Reiter sein! Dieser Ehrgeiz hat ihn schon in seiner Kindheit angetrieben, da er mit Pferden aufwuchs, die schwierig waren und die niemand haben wollte. Hierdurch wurde er gezwungen, auf die Tiere einzugehen. Auch heute ist er der Meinung, dass man ohne Teamleistung von Pferd und Reiter keinen Erfolg haben kann.
Weiterhin sagt er, dass jeder Reiter durch sein Pferd geprägt werde, so auch er! Er hat sich nie auf
Pferden wohlgefühlt, die man über die Sprünge prügeln muss. Aus diesem Grund war Halla (1944)
auch ganz ohne Zweifel sein Lieblingspferd und nicht wegen der Olympischen Spiele 1956 in Stockholm, wie man
wohl zuerst vermuten würde. Damals hatte Hallla den verletzten HGW beim 1.Lauf über die letzte Hürde
ins Ziel getragen und beim 2.Lauf auf die leichtesten Hilfen reagiert, wodurch sie ihn durch den Parcours auf den
1.Platz und zur Goldmedaille brachte. Schon wie er zu seiner Lieblingsstute kam ist eine Geschichte für sich. Nachdem HGW wegen angeblichen Reitens für Geld für Melbourne disqualifiziert worden war und Halla unter einem anderen Reiter geritten wurde, wurde die Stute als unreitbar zurückgeschickt. Ihr Besitzer gab die Stute dann HGW zum Reiten. Hierfür bezahlte er alle Kosten und erhielt das Reitrecht per Handschlag. Damals hatte ein Wort noch Wert. Ich bat HGW seine reiterliche Karriere noch einmal Revue passieren zu lassen bis zu seiner letzten Ehrenrunde, die
er 1986 in Aachen bei der Weltmeisterschaft ritt. Ich bat ihn, mir einige Höhepunkte zu nennen und auch
einiges zu kritisieren, was trotz seines Erfolges weniger schön war! Also die Schattenseiten des Erfolges!
Sofort fiel ihm, dass einer seiner vielen Höhepunkte die Olympischen Spiele 1956 in Stockholm waren, auch wenn
eine Riesenbelastung auf ihm ruhte. Durch
seine Popularität als erfolgreichster Sportler und den Leistungsdruck
hatte er kein Privatleben mehr. Vor jeder Prüfung war er bis zum Unwohlsein angespannt, allerdings konnte er
die Nervösität dann in der Prüfung unterdrücken. Beim Blick zurück auf 50 Jahre nannte HGW mir einige Veränderungen im Reitsport. Der Pferdesport wechselte vom elitären zum Volkssport. Pferde wurden wegen des Wirtschaftswunders verdrängt, da sich nur reiche Leute Pferde leisten konnten,die nun lieber zum Auto griffen. Es wurden Reitvereine gegründet und edlere Zuchtpferde gezogen. Heutzutage kann jeder reiten, da die Leistung des Reiters und nicht sein Geld zählt, so HGW. Seit seiner Ehrenrunde 1986 in Aachen ritt HGW nur noch selten, bzw. heutzutage gar nicht mehr, da er nach seiner Karriere durch die Arbeit mit jungen Pferden Rückenprobleme bekommen hatte. Jetzt treibt er Ausgleichssport wie Tennis und Skifahren. Im Pferdesport ist er jedoch immer noch tätig! Er fördert den Nachwuchssport, indem er Prüfungen entworfen hat und diese auch betreut. Des Weiteren hat er mitten in Warendorf einen Turnierstall, ist im Springausschuss und Herausgeber der Pferdezeitschrift "Pferdewelt"! Für seine Zukunft wünscht HGW sich, so lange wie möglich gesund und glücklich zu sein und dass alles so bleibt, wie es jetzt bei ihm ist!
Im Gespräch mit HGW: Ruth Nikelewski, Fotos: Archiv H.G.Winkler und R.Nikelewski |