Zurück zur Startseite Was geschah zwischen 1949 und 1959 ? Was geschah zwischen 1960 und 1969 ? Was geschah zwischen 1970 und 1979 ? Was geschah zwischen 1980 und 1989 ? Was geschah zwischen 1990 und 1999 ?
Road Ahead Prize 2000
1949  1950  1951  1952  1953  1954
1955  1956  1957  1958  1959  1960
Navigation
Unser ProjektThemen aus der großen, weiten WeltZur Lau Suchmaschine




international Die Bundesrepublik wird EVG Mitglied, damit ist die Wiederbewaffnung verbunden   -   Erster Test einer H-Bombe auf dem Bikini-Atoll
  
deutsch Das Fernsehen startet in der Bundesrepublik: 4000 private Fernsehempfänger   -   Die DDR riegelt die Zonengrenze ab

 

> Die Warendorfer Reitertage
Vorentscheidung für die Olympiade in Helsinki

Alfons Lütke Westhues
Alfons Lütke Westhues 1952
 

Im Mai des Jahres 1952 fand sich alles, was im deutschen Reitsport Rang und Namen hatte, in Warendorf, schon lange als die Stadt der Pferde bekannt, ein. Hier sollten über drei Tage hinweg Zuschauer aus nah und fern die Elite der deutschen Reiter in allen Wettkampfklassen, die auch bei der im Juli stattfindenden Olympiade in Helsinki (Finnland) durchgeführt werden sollten, bewundern, während die Beobachter des Deutschen Olympischen Komitees für Reiterei, das seinen Sitz im nordwestlichen Teil von Warendorf hat, die Kandidaten für die Mitreise nach Finnland und somit die Repräsentanten der Bundesrepublik Deutschland bei den internationalen Spielen beobachteten. Sowohl Zuschauer als auch Reiter erhofften sich bei diesem Turnier die wichtigsten Entscheidungen.

Der Warendorfer Lokalmatador Hans Günter Winkler ging allerdings bei diesem Wettkampf nicht an den Start, im Gegensatz zum Warendorfer Alfons Lütke Westhues, der am 16.8.1999 in einem kurzen Telefonat sagte: "...ich kann mich gut an das Turnier erinnern, weil ich an einem Tag in der Vielseitigkeitsprüfung dreimal stürzte."

In Helsinki, so waren sich die Experten einig, würden kaum höhere Anforderungen an die Reiter gestellt werden, und somit schien dies hier die ideale Vorbereitung zu sein, hieß es anfangs. Kritik an der Veranstaltung äußerten Experten im Juni 1952. So war man der Meinung, der Veranstalter habe die Aufgabe, bei solchen Ausscheidungswettkämpfen Bedingungen zu schaffen, wie sie bei der Olympiade zu erwarten seien. Hierzu äußerte sich eine Zeitung unter der Überschrift: "Die Reitertage in Warendorf - Ein Ausscheidungsturnier, das keins war."

 

Besonders kritisierte man die Bodenbedingungen. In Warendorf ritt man auf weichem Sandboden. In Helsinki war harter Grasboden zu erwarten. Weiterhin wurde das Jagdspringen kritisiert, da der erste Durchlauf vormittags, der zweite nachmittags stattfand - in Helsinki würde es keine Pause geben. Ebenso unzufrieden war man mit der Querfeldeinstrecke, die drei Kilometer kürzer war und dieses letzte Stück bei der Olympiade entscheidend sein würde. Noch im Juni stellte das DOKR die Reitermannschaft für Helsinki zusammen.

Die Ausmaße dieses Wettkampfes und die Stimmung unter der Bevölkerung verdeutlicht einer der wenigen Berichte, die noch aus dieser Zeit existieren, der nach der Veranstaltung in einer der vier Lokalzeitungen erschienen ist (leider ist es nicht gelungen herauszufinden, aus welcher der Zeitungen der Bericht stammt): "... unter den Einwohnern herrschte das ganze Wochenende Spannung und Volksfeststimmung, schließlich sind die Großen des Reitsports nicht jeden Tag in Warendorf." Allein zu der Prüfung der Klasse S (schwerste Stufe) kamen am Sonntag weit über 10.000 Zuschauer.

Im August 1952 empfing die Warendorfer Bevölkerung dann die erfolgreichen Reiter auf dem Marktplatz, von wo aus die Reiter anschließend zu einem Überraschungsbesuch auf dem Schützenfest-Abschlußball im Bürgerhof aufbrachen. Der Warendorfer Hans Günter Winkler war übrigens erfolgreichster Deutscher bei der Olympiade in Helsinki.


Quellen: Kreisarchiv Warendorf,  Foto: FN-Verlag Warendorf,  Autor: Thomas Skerhutt


zum Textanfang



| Start | Projekt | Warendorf | Bundestag | Ereignisse | Eindrücke | Ergänzungen | Suchen | Lau-Homepage |