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Im Mai des Jahres 1952 fand sich alles, was im deutschen Reitsport
Rang und Namen hatte, in Warendorf, schon lange als die Stadt
der Pferde bekannt, ein. Hier sollten über drei Tage hinweg
Zuschauer aus nah und fern die Elite der deutschen Reiter in allen
Wettkampfklassen, die auch bei der im Juli stattfindenden Olympiade
in Helsinki (Finnland) durchgeführt werden sollten, bewundern, während die
Beobachter des Deutschen Olympischen Komitees für Reiterei, das
seinen Sitz im nordwestlichen Teil von Warendorf hat, die Kandidaten
für die Mitreise nach Finnland und somit die Repräsentanten
der Bundesrepublik Deutschland bei den internationalen Spielen beobachteten.
Sowohl Zuschauer als auch Reiter erhofften sich bei diesem Turnier die
wichtigsten Entscheidungen.
Der Warendorfer Lokalmatador Hans Günter Winkler
ging allerdings bei diesem Wettkampf nicht an den Start, im Gegensatz zum Warendorfer
Alfons Lütke Westhues,
der am 16.8.1999 in einem kurzen Telefonat sagte:
"...ich kann mich gut an das Turnier erinnern, weil ich an einem Tag in der
Vielseitigkeitsprüfung dreimal stürzte."
In Helsinki, so waren sich die Experten einig, würden kaum höhere
Anforderungen an die Reiter gestellt werden, und somit schien dies
hier die ideale Vorbereitung zu sein, hieß es anfangs. Kritik
an der Veranstaltung äußerten Experten im Juni 1952. So war
man der Meinung, der Veranstalter habe die Aufgabe, bei solchen
Ausscheidungswettkämpfen Bedingungen zu schaffen, wie sie bei der
Olympiade zu erwarten seien. Hierzu äußerte sich eine Zeitung
unter der Überschrift: "Die Reitertage in Warendorf - Ein
Ausscheidungsturnier, das keins war."
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Besonders kritisierte man die
Bodenbedingungen. In Warendorf ritt man auf weichem Sandboden. In
Helsinki war harter Grasboden zu erwarten. Weiterhin wurde das Jagdspringen
kritisiert, da der erste Durchlauf vormittags, der zweite nachmittags stattfand -
in Helsinki würde es keine Pause geben. Ebenso unzufrieden war man mit der
Querfeldeinstrecke, die drei Kilometer kürzer war und dieses letzte
Stück bei der Olympiade entscheidend sein würde. Noch im Juni stellte
das DOKR die Reitermannschaft für Helsinki zusammen.
Die Ausmaße dieses Wettkampfes und die Stimmung unter der Bevölkerung
verdeutlicht einer der wenigen Berichte, die noch aus dieser Zeit existieren,
der nach der Veranstaltung in einer der vier Lokalzeitungen erschienen ist
(leider ist es nicht gelungen herauszufinden, aus welcher der Zeitungen der
Bericht stammt): "... unter den Einwohnern herrschte das ganze Wochenende
Spannung und Volksfeststimmung, schließlich sind die Großen des
Reitsports nicht jeden Tag in Warendorf." Allein zu der Prüfung der
Klasse S (schwerste Stufe) kamen am Sonntag weit über 10.000 Zuschauer.
Im August 1952 empfing die Warendorfer Bevölkerung dann die erfolgreichen
Reiter auf dem Marktplatz, von wo aus die Reiter anschließend zu einem
Überraschungsbesuch auf dem Schützenfest-Abschlußball im
Bürgerhof aufbrachen. Der Warendorfer Hans Günter
Winkler war übrigens erfolgreichster Deutscher bei der Olympiade in Helsinki.
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