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> Kommunale Neugliederungen 1948 - 1975

Plakat 1950 Über Jahrhunderte blieben die Gemeindegrenzen von Warendorf nahezu unverändert. Die umliegenden Bauernschaften waren zwar auf Warendorf orientiert, gehörten zu den dortigen Kirchengemeinden, waren aber politisch selbstständige Einheiten. Das änderte sich nach dem 2.Weltkrieg, noch bevor die Bundesrepublik Deutschland sich konstituierte. 1948 schlossen sich die umliegenden Bauernschaften, die keinen eigenen festen Ortskern besaßen, der Stadt Warendorf an. Das zog sich bis 1950 hin.

Am 22.Januar 1950 waren die Bürger von Neu-Warendorf aufgerufen zu entscheiden, ob sie zu Freckenhorst oder Warendorf gehören wollten. Es gab heftigen Streit zwischen Freckenhorst und Warendorf, im Hintergrund standen Fragen der finanziellen Entschädigung. Die 500 Stimmberechtigten entschieden sich dann mit sehr großer Mehrheit für die Zugehörigkeit zu Warendorf. Damit war dann 1950 das Stadtgebiet von Warendorf um die Bauernschaften Neu-Warendorf, Velsen, Gröblingen, Dackmar und Vohren erweitert.

Das Plakat von 1950 aus dem Kreisarchiv ist interessant, weil es zeigt, was man damals für notwendig hielt. Ein solches Referendum war auch eine ungewöhnliche Sache.

In den 60er Jahren bis 1975 wurde dann die große kommunale Neuordnung geplant und durchgeführt. Es ging darum, starke, lebensfähige Einheiten zu schaffen, die in der Zukunft bestehen können sollten. Das ging nicht ohne Probleme und auch nicht ohne Schmerzen bei vielen Betroffenen. Aber am 1. Januar 1975 erhielt die Landkarte Nordrhein-Westfalens mit dem Inkrafttreten der kommunalen Neugliederungsgesetze ein neues Gesicht: aus rund 2300 Gemeinden des Landes wurden 369, aus den 57 Landkreisen wurden 31. Der neue Kreis Warendorf wurde aus den Kreisen Beckum und Warendorf sowie aus Teilen der Kreise Münster-Land und Lüdinghausen gebildet. Bisher 28 Gemeinden schlossen sich zu 13 größeren Gemeinden zusammen.

Stadtgrenzen 1975 Warendorf wurde wegen der geographischen Mittelpunktlage und der unmittelbaren Nachbarschaft zu den meisten Gemeinden im neuen Landkreis zur Kreisstadt. Gegenüber den industriell bestimmten Städten Ahlen, Beckum und Oelde wurde die Stadt Warendorf damit bevorzugt, wohl auch um ihre wirtschaftliche Strukturschwäche etwas auszugleichen.

Schon der Landesentwicklungsplan I vom 17.12.1970 hat die damals noch keine 20000 Einwohner zählende Stadt Warendorf als Gemeinde mit zentralörtlicher Bedeutung für einen Versorgungsbereich für 50000 und mehr Einwohner eingestuft und ihr somit eine beachtliche Zukunftsaufgabe für das Umland gewiesen. Diesem Umstand hat auch der Landtag als Gesetzgeber durch die Zuweisung des Verwaltungssitzes für den neuen Großkreis an die Emsstadt entsprochen. Damit trat die neue Kreisstadt Warendorf nach über einem Jahrhundert in jene traditionelle Mittelstadt-Funktion wieder ein, die sie von der Stadtgründung um 1200 bis weit ins 19. Jahrhundert hinein im östlichen Münsterland innegehabt hat.

Die Grenzen der Kreisstadt Warendorf umfassen seit 1975 die traditionsreichen, alten Dörfer Milte, Einen, Müssingen und Hoetmar und die selbstwusste Stadt Freckenhorst. Besonders in Freckenhorst fiel es schwer, die einstige Unabhängigkeit aufzugeben und sich mit dem größeren Nachbarn zu einer neuen Einheit zu vereinigen. In der Einheit der neuen Stadt Warendorf haben aber Freckenhorst und die Dörfer ihr eigenes Leben, Gesicht und Selbstbewusstsein bewahrt.


 
 

Quellen: Kreisarchiv Warendorf,  Autor: Markus Flaute


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