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> Die erste Wahl zum Deutschen Bundestag

Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Deutschland am 14.8.1949 der deutsche Bundestag gewählt. Mit 42216 von insgesamt 101224 Stimmen wurde im damaligen Wahlkreis Beckum-Warendorf der für die CDU aufgestellte Bernhard Raestrup in den Bundestag gewählt.

Die Wahlbeteiligung war äußerst rege. Sie lag in allen Orten über 80% und übertraf damit sämtliche Wahlen, die in der Weimarer Zeit sowie in den Jahren von 1945 bis 1949 in diesem Wahlkreis getätigt wurden. Im Kreis Warendorf waren insgesamt 36344 Wähler stimmberechtigt, davon gaben 31364 ihre Stimme ab. Es gab 325 ungültige Stimmen. Wahlsieger war die CDU gefolgt von der (katholischen) Zentrumspartei, die ansonsten im Bund keine große Rolle spielte.

Das Teil-Wahlergebnis für Warendorf finden Sie in der folgenden Tabelle. Es weicht stark vom Bundesergebnis ab.

1.Bundestag,       14.8.1949
Kreis Warendorf Bund
Partei
Stimmen
Prozent
Prozent
CDU
12472
40,18%
31,0%
Zentrum
11098
35,76%
3,1%
SPD
4758
15,33%
29,2%
Unabh.
1064
3,43%
-
FDP
1052
3,39%
11,9%
KPD
407
1,31%
5,7%
RSF
112
0,36%
-
RWVP
76
0,24%
-
andere
0
0,00%
19,1

Es gibt einen literarischen Text zur ersten Bundestagswahl aus der Sicht eines damals 11jährigen Schülers am Laurentianum. Jörg Heimann, heute Lehrer in Berlin, hat 1983 in seinem Buch "An'e Ems und auf Straße" seine damaligen Eindrücke beschrieben. Das Kapitel "Was sollen wir wählen?" steht hier als Originaltext zur Verfügung.

Die zweite Bundestagswahl am 6.9.1953 zeigte wieder einen Wahlsieg der CDU. Der erhebliche Zugewinn der CDU ging auf Kosten des Zentrums, das jetzt auch im Münsterland begann, bedeutungslos zu werden. Die zweitstärkste Partei, die SPD, verlor ein wenig an Stimmen. Die übrigen Parteien, wie die FDP und die KPD, verloren auch an Stimmen. Nicht bei der Wahl dabei waren die RWVP und die RSF. Dafür findet man drei neue Parteien, die DP (Deutsche Partei), den BHE (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten, eine Besonderheit der Nachkriegszeit) und die GVP. Die Wahlbeteiligung lag bei dieser Wahl um 5,65% höher als bei der ersten.

Das Ergebnis für Warendorf:

2.Bundestag,       6.9.1953
Kreis Warendorf Bund
Partei
Stimmen
Prozent
Prozent
CDU
22114
67,65%
45,2%
SPD
4212
12,89%
28,8%
Zentrum
3061
9,36%
0,8%
BHE
1705
5,22%
5,9%
FDP
1009
3,09%
9,5%
DP
384
1,17%
3,3%
GVP
104
0,32%
-
KPD
99
0,30%
-
andere
0
0,00%
6,5

Bis heute hat sich das Parteienspektrum verschoben. Zum Vergleich hier noch das Ergebnis der letzten Bundestagswahl von 1998, hier nur die entscheidenden Zweitstimmen für Warendorf.

14. Bundestag     27.9.1998
Zweitstimmen Warendorf Bund
Partei
Stimmen
Prozent
Prozent
CDU
10663
44,78%
35,2%
SPD
8349
35,06%
40,9%
FDP
2350
9,87%
6,2%
B90/Die Grünen
1559
6,2%
6,7%
PDS
175
0,73%
5,1%
sonstige
715
3,36%
5,9%

In allen 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland haben nur wenige Warendorfer ihre Stimmen den Parteien an den äußersten Rändern des Parteienspektrums gegeben. Das zieht sich als konstante Größe durch alle Wahlergebnisse.

Eine Besonderheit bietet der Wahlkreis 100, zu dem die Stadt Warendorf gehört. Vier Direktkandidaten aus diesem Wahlkreis wurden 1998 in den Bundestag gewählt. Dr. Peter Paziorek, der für die CDU kandidierte, gewann das Direktmandat mit der Mehrheit der Erststimmen mit 4,93% Vorsprung und wurde somit zum Wahlkreisabgeordneten. Reinhard Schultz für die SPD, Jürgen W. Möllemann für die FDP und Christian Simmert für B90/Die Grünen, die ebenfalls im Wahlkreis 100 kandidierten, konnten über ihre Landeslisten ein Mandat für den Bundestag in Berlin erzielen.


Quellen: Kreisarchiv Warendorf,  Autor: Daniel Hülsmann


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