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Gymnasium Laurentianum
[  Projekttage 2000, Seite 66  ]


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Entwicklung Warendorfs zur Sportstadt

Das Projektziel: Von den Anfängen des Sporttreibens in den Vereinen bis zum Austragungsort von internationalen Wettkämpfen soll die Sportgeschichte in Warendorf aufgezeigt werden. In acht Gruppen unter der Leitung von Herrn Allmer befragen die Projektteilnehmer verschiedene Persönlichkeiten, die zum Sport in Warendorf etwas aussagen können; darunter Herrn Mersmann ( Beiratsmitglied der WSU ), Herrn Spicker ( Vorsitzender des KSB ), Herrn Winkels ( Präsident des LSB ), Herrn Ottlik ( Präsident des WSU ), Herrn Gernz ( Stadt Warendorf ), Herrn Knust ( moderner Fünfkampf ), Herrn Sangmeister ( Landgestüt ), Herrn Neisberger ( Bundeswehrsportschule ) und einen Vertreter der FN ( Reiterliche Vereinigung ).

Als Beispiel folgt hier das Interview mit Herrn Mersmann.

Dr. Rau

Dr. Rau
Frage:Wie und wann bekam Warendorf den Ruf einer Sportstadt?
Mersmann:Das hat nach dem Krieg angefangen, als die Reiterei nach Warendorf kam. Dr. Rau suchte eine Unterkunft für seine Sportpferde. Er war erst im hessischen Gestüt, im Dillenburg, und, als er dann nach Warendorf kam, standen im Norden bereits die Kasernen. Die Reiter hatten Glück, denn ein besonders guter und später erfolgreicher Reiter, Herr Winkler, kam nach Warendorf zur Ausbildung. Da Pferde für den modernen Fünfkampf wichtig sind, hat sich dieser auch hier in Warendorf niedergelassen.
Frage: Gab es denn auch irgendwelche entscheidenden politische Weichenstellungen?
Mersmann: Ja. Das ist der 2. Punkt wodurch Warendorf bekannt wurde und zwar die Einrichtung der Bundeswehr Sportschule. Da die Reiter nur einen Teil der Kaserne brauchten, kam die Bundeswehr Sportschule 1975 nach Warendorf. Diese war vorher in Sonthofen, in Süddeutschland. Bei der Verlegung hat es politische Gründe gegeben. Man wollte von Bayern weg und in Warendorf bot sich die Kaserne an. Auch in der Politik gab es Warendorfer, Bundesminister a.D. Windelen und Staatssekretär a.D. Vogel, sowie den Landtagsvizepräsident Winkels, der jetzt vorsitzender Präsident des Landessportbundes ist. Die politischen Beziehungen haben sicher auch dazu beigetragen, dass die Bundeswehr Sportschule nach Warendorf verlegt wurde.
Frage: Kamen dann nach und nach die Vereine dazu?
Mersmann: Ja, die Vereine profitieren natürlich davon. Wir hatten in Warendorf die Vereinsmeierei aufgegeben. Es gab hier drei Vereine, den TV, den SV und die DJK. Die drei Vereine haben sich dann 1972 zur WSU zusammengeschlossen.
Frage: Wie viele Mitglieder gibt es in der WSU?
Sportschule Warendorf

Sportschule Warendorf
Mersmann: Es gibt etwa 5500 Mitglieder, 1500 davon in der Turnabteilung.
Frage: War das rege Sporttreiben in den Vereinen oder der Standort ausschlaggebend, dass nationale und internationale Institutionen sich in Warendorf nieder gelassen haben?
Mersmann: Es war der Standort, denn die WSU wurde vor der Verlagerung der Bundeswehr Sportschule gegründet. Die WSU entstand also nicht, um die Gelegenheit auszunutzen, die mit der Bundeswehr Sportschule kam.
Frage: Erinnern sie sich an Wettkämpfe, die in Warendorf stattgefunden haben?
Mersmann: Es gibt das Pokalschwimmen, dass alljährlich in der Bundeswehr Sportschule ausgetragen wird. Die DLRG führt auch öfters Wettkämpfe durch. Mit zahlreichen Großveranstaltungen trat die Warendorfer Ortsgruppe immer wieder an die Öffentlichkeit. Solche sind zum Beispiel das alljährliche Emsseeschwimmen mit bis zu 1000 Teilnehmern, der internationale Deutschlandpokal der RettungsschwimmerInnen, der 1997 schon zum 9. Mal und mit 14 vertreten Nationen in Warendorf ausgetragen wurde, außerdem auch den Europapokal, die Europameisterschaften 1996, sowie die Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer 1987. Im Reitsport gibt es auch viele, wie das Bundeschampionat, die Hengstparade und natürlich Wettkämpfe der modernen Fünfkämpfer. Veranstaltungen in sonstigen Sportarten gab es auch, wie beispielsweise:


1973 Deutsche Sportjugend: Jahrestagung in Warendorf
1974 Bundesjugendtreffen der deutschen Sportjugend in Warendorf mit mehr als 1000 Teilnehmern
1975 Premiere der Weltmeisterschaft im Fallschirmformationsspringen
1977 Gauturnfest des Münsterländer Turngaus
1979 Landesturnfest mit über 10000 aktiven Teilnehmer
1989 Weltcup im Fallschirmzielspringen


Fechter

Fechter im Modernen Fünfkampf
Das waren halt die größeren Veranstaltungen, die in Warendorf statt gefunden haben. Allerdings gab es in Warendorf noch viel mehr Veranstaltungen, die ständig statt finden.
Frage: Was ist Ihnen an Wettkämpfen in Erinnerung geblieben, an denen sie vielleicht auch selber teilgenommen haben?
Mersmann: In Erinnerung blieb mir der Handballsport. Ich selber habe gespielt. Nach dem Krieg habe ich eine Jugendmannschaft trainiert, die im Handball Nord-Westfalen-Meister geworden ist. Sonst war ich zweimal bei Olympia.
Frage: Wie stellen sie sich die Zukunft der Sportstadt Warendorf vor?
Mersmann: Also die Sportstadt Warendorf wird überörtlich, wegen der guten Möglichkeiten bleiben. Der Pferdesport wird sich ausbreiten, wie Golf oder Tennis, was früher nur so Elitesportarten waren. Ich glaube auch, dass die WSU weiter wächst. Aber nicht als Leistungssport, sondern als Breitensport. Insbesondere werden auch Trendsportarten in die Vereine übergehen. Also, es geht positiv weiter.

Das Gespräch wurde geführt von Stefan Niggenkemper und Lennart Fricke


 

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