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Gymnasium Laurentianum
[  Projekttage 2000, Seite 19  ]


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8.9.2000


Geschichte hautnah erlebt

Auf den Spuren jüdischer Familien in der Kreisstadt

Geschichte hautnah erlebt
Auf Spurensuche in der Warendorfer Altstadt. Stadtführerin Angelika Sturm (r.) erläuterte der Projektgruppe, warum die Gedenkstele an der Freckenhorster Straße steht: Hier war früher die Synagoge.

Warendorf (lau). Mit dem Thema "Jüdisches Leben; Familien in Warendorf" beschäftigt sich während der Projekttage des Gymnasium Laurentianum eine Gruppe unter der Leitung von Rita Schulze, einer sehr engagierten Mutter, und der Lehrerin Maria Schwarte.

Im Vordergrund der Betrachtungen der sieben Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 11 steht hierbei das Leben jüdischer Familien, die bis zur Zeit des Nationalsozialismus in Warendorf lebten.

Im Vorfeld der Projekttage hatte Schulze bereits umfassende Arbeitsmaterialien für die Schüler zusammengestellt. Hierbei griff sie nicht nur auf Literatur zurück, sondern nahm auch Kontakt mit dem Zeitzeugen Helmut Meyer auf. Der Sohn von Jakob Meyer, dessen Familie 1939 aus Warendorf nach New York emigrierte, lebt heute in Amerika. Familie Meyer war eine von wenigen jüdischen Familien, die zu der Zeit in Warendorf lebten.

Während im Religionsunterricht vorwiegend Brauchtümer des Judentums behandelt werden, ist in diesem Projekt die Möglichkeit gegeben, auch das Alltagsleben und die Geschichte der Juden in Deutschland, vor und während der NS-Herrschaft, genauer kennen zu lernen.

Am Mittwoch, dem ersten Tag der Projekttage, ging die Gruppe besonders auf die Verordnungen und Gesetze gegen Juden ein. Um die Auswirkungen greifbar zu machen, beschäftigten die Schüler sich in Gruppenarbeit mit dem Schicksal einzelner jüdischer Familien aus Warendorf, die durch diese Verordnungen betroffen waren.

Gestern wurden die Ergebnisse zusammengetragen. Anschließend nahmen die Schüler an einer Führung des Verkehrsvereins teil. Angelika Sturm zeigte ihnen verschiedene Schauplätze jüdischen Lebens in Warendorf. Besichtigt wurden unter anderem der alte und der neue jüdische Friedhof als auch der Standort der ehemaligen Synagoge.

Für die heute stattfindende Präsentation ist geplant, die bei der Führung gemachten Fotos sowie die Forschungsergebnisse vorzustellen. Ganz besonders gab den Teilnehmern allerdings zu denken, dass heute nicht mehr eine einzige jüdische Familie in Warendorf ansässig ist.


 

In den Westfälischen Nachrichten:   Jüdische Familien in Warendorf
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