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Gymnasium Laurentianum
[  Lau Musical Company: Tanz der Vampire 7  ]
 


  Projekttage: Proben, Kulissenbau
  Projekttage: Probenarbeit
  Projekttage: Probenarbeit
  Kunstunterricht: "Milchtüten-Vampire"
  "Tanz der Vampire" Seite 1: kurze Inhaltsangabe
  "Tanz der Vampire" Seite 2: Glocke Online
  "Tanz der Vampire" Seite 3: WN
  "Tanz der Vampire" Seite 4: Lau Foto AG
  "Tanz der Vampire" Seite 5: Fotos von N. Walleck
  "Tanz der Vampire" Seite 6: WN, Schlussvorstellung
  "Tanz der Vampire" Seite 7: Aus dem Programmheft
  "Tanz der Vampire" Seite 8: Fotos von H. Röer
  "Tanz der Vampire" Seite 9: Fotos von H. Röer
  "Tanz der Vampire" Seite 10: Fotos von S. Sokolowski



DRACULA - ein Mythos lebt

Berichte über Wiedergänger, Untote und Vampire, die aus ihren Gräbern entwichen, Mensch und Vieh bestialisch überfielen und ihnen das Blut aussaugten, gab es im 18. Jahrhundert in Ost- und Südosteuropa zahlreich. Sie sorgten offenbar für lokale Hysterien, auf jeden Fall aber für Gesprächsstoff, etwa auf den Gesellschaften des Wiener Kongresses 1815. Dem Wahrheitsgehalt solcher Nachrichten stand man in einer Zcit, in der es noch Hexenverfolgungen gab, nicht sehr kritisch gegenüber.

Vlad Dracula, Gemälde aus dem 16.JahrhundertDie Literatur bemächtigte sich naturgemäß dieses Stoffes, verband ihn zudem mit erotisch-sexuellen Motiven. So heißt es schon bei Goethe in seiner Ballade "Die Braut von Korinth": "Aus dem Grabe werd ich ausgetrieben./ Noch zu suchen das vermißte Gut./ Noch den Schon verlornen Mann zu lieben/ Und zu saugen seines Herzens Blut./ Ist's um den geschehn./ Muß nach andern gehn..." Hier ist der Weg zum männermordende Film-"Vamp" des 20. Jahrhunderts vorgezeichnet. So verschiedenartige Dichter wie Clemens Brentano, Charles Baudeaire, Oscar Wilde Nonoré de Balzac nahmen das Motiv variierend auf; doch erst der irische Schriftsteller Bram Stoker verknüpfte das Vampirmotiv mit der seit dem 15. Jahrhundert in Osteuropa lebendigen Überlieferung vom blutrünstigen Grafen ("Vlad") Dracula, der sein Territorium gegen die Türkcn verteidigte - und dies mit einer Bestialität bewerkstelligte, die ihresgleichen sucht in der wahrhaft nicht an Massakern armen Geschichte der Auseinandersetzung Europas mit den Osmanen. Als "Tepes", der "Pfähler", gewann er seinen Ruf als menschlicher Teufel für Tausende von Hinrichtungen, zudem soll er seine Mahlzeiten am liebsten im Angesicht seiner Opfer gehalten haben.

Stoker stattet den Fürsten mit Flugfähigkeit aus und allen Attributen wie dem fehlenden Spiegelbild, der Furcht vor Kruzifix, Knoblauch und Rosenkranz sowie der Fähigkeit, sich in Fledermäuse und Wölfe zu verwandeln, die unsere Vorstellungen vom Vampir heute prägen. Die spitzen Eckzähne werden geradezu zu einem Markenzeichen. Stil- und mythenprägend wirkt der Vampir-Film im 20.Jahrhundert: Murnau stellt mit "Nosferatu - eine Symphonie des Grauens" eine lichtscheu-dämonische Gestalt vor; der Schauspieler Bela Lugosi inszeniert sich zum Prototypen der ganzen Filmgattung, lässt sich sogar mit schwarz-rotem Umhang beerdigen - so weit geht die Identifikation mit der Rolle. Meisterregisseure unserer Zeit wie Coppola oder Herzog ("Nosferatu"; mit Klaus Kinski in der Hauptrolle) versuchen sich an Remakes, Roman Polanski schafft 1971 mit dem Film "Tanz der Vampire" die wohl gelungenste Parodie mit einer genialen Mischung aus Schrecken und Witz.

Bleibt zu hoffen, dass unseren Darstellern das Schicksal des französischen Schauspielers Philippe erspart bleibt, dem Mitte der 20er Jahre des 19. Jahrhunderts noch Jahre nach seiner Rolle als Vampir von der Pariser Geistlichkeit das christliche Begräbnis verweigert wird.

Willi Thüß


Die Musik

Reinhard TauztFür unsere Schüler ist Die Produktion eines Musicals immer eine spannende Herausforderung. Alle Instrumentalisten oder Vokalisten haben vorher in einem Ensemble der Schule mitgewirkt (Big Band oder Orchester) oder in einem Chor mitgesungen. Alle Beteiligten haben also musikalische Vorerfahrungen, aber ein Werk von mehr als einer Stunde erfordert doch noch mehr Konzentration, und die Anspannung ist ungleich größer. Zu bedenken ist außerdem. dass das Werk nicht für den musikalischen lnstrumentalschüler konzipiert ist‚ sondern eigentlich für den professionell ausgebildeten Musiker. Auf technische Schwierigkeiten wird keine Rücksicht genommen, virtuose Ausschmückungen werden dauernd eingestreut. Tonartenwechsel kommen dauernd vor, ebenso sind häufige Taktwechsel heikel, ja welcher Schüler hat denn wohl vorher schon einen 19/8 Takt in seinem Repertoire wahrgenommen. Agogische Tempoveränderungen sind im Rahmen eines Ensembles gewöhnungsbedürftig. Das Werk ist anspruchsvoll.

Das Musical "Tanz der Vampire" erlebte 1997 die Premiere, und die Musik ist ein Kind der Zeit. Waren die älteren Musicals dem traditionellen Orchester vorbehalten, so ist hier die Rhythmusgruppe klangbestimmend. Die weitere Basis bilden drei Keyhoards, darüber schweben Holz, Blech und die Streicher.

Die Komposition ist eher von der aktuellen Popmusik bestimmt. Schaut man in die Biographie des Komponisten Jim Steinman, so stellt man fest, dass diese Richtung sein ureigenstes Metier ist. Mag sein, dass man die eine oder andere Melodie wiedererkennt, so manches früher publizierte Stück hat Jim Steinman in sein Musical aufgenommen. Vielleicht erkennen Sie seinen Hit "Total Eclipse of the Heart" von 1995.

Die Musik ist eingängig. man kann sie leicht behalten. Gewisse Melodien tauchen ständig wieder auf, quasi leitmotivartig, wie in einer Wagneroper. jedoch nicht mit diesem Symbolgehalt und der Stringenz wie beim Opernkomponisten, sondern eher perlenartig aneinandergereiht...

Reinhard Tautzt


Die Inszenierung

Fühl die NachtFürs Erste sind wir alle froh und dankbar, nach der anstrengenden Probenzeit zum Jahresanfang mit dem Valentinstag, dem Tag der Blumengeschenke, die Premiere zu haben.

Als das Ausmaß der Arbeiten während des Probenverlaufs deutlich wurde, änderte ich themenkonform mein Regiekonzept zugunsten vampirischer Methodik, weil ich weitere freundliche Kollegen und Schüler zur Mithilfe gewinnen wollte: Vorsichtig und scheu umkreise ich das ahnungslose oder auch mißtrauische Opfer, infiziere es mit verlockenden Aussichten, verschweige den wahren Zeitaufwand, der erforderlich ist, oder aber ich beiße direkt zu. (Wir benötigen dringend 30 Kostüme, Masken, zwei Badewannen und fünf Betten etc.) Ich nahm zuerst naiv an, blutleere hungrige Vampire saugten halt alles aus, ließen nichts übrig, saugten hoffentlich die Kulissen und Requisiten weg, ließen sich mit geringem technischen Bühnenaufwand darstellen. Ein bescheidenes Bühnenbild, schlichte und düstere Musik, ein bißchen Tanzen in netten Kostümen, Schüler, die gut singen, dazu überzeugendes Schauspiel für relativ einfache Rollen, und ich habe fertig. Von wegen.

Natürlich produzieren ordentliche Vampire reihenweise Effekte, lieben die düstere Pracht, haben es gern üppig, pflegen vornehm und arrogant ihre schönen Gebisse, bevorzugen goldene Ahnenbilder und Prunksärge aus Köln, sind in der Liebe heikel und im Kostüm wählerisch oder balancieren elegant die Wendeltreppe hinab.

Dr. Winfried Grohe Anders als anfangs gedacht, wurde das Stück ein groß angelegtes Musical mit zwei in Stimmung und Aussage grundverschiedenen Bühnenbildem, über zwanzig Bühnenverwandlungen in rascher Folge, sechs Tanzchoreographien, zwei Chören, über dreißig Musikern und reichlich hundert Mitwirkenden auf und hinter der Bühne.

Heftige Lichteffekte mit starken Farb- und Helligkeitskontrasten, große Soli für Sänger und Musiker im Gegensatz zu den Massenszenen waren gefragt. Der altmodisch trennende Vorhang, der für das Umbauen die Szenen sinnlos auseinanderrupft, hat ausgedient. Statt dessen setzen wir erstmalig im TaW eine variable große Projektionsfläche ein, die die Szenen verbindet. Ein großes Dankeschön für die Herstellung und die Installation!

Teamgeist, Organisationstalent und kreative Phantasie sind bei großen Schulprojekten immer gefragt. Falls Schüler und Lehrer das dann als vampirischen Angriff auf ihre Freizeit betrachten, sollten sie lieber die Finger davon lassen. Von der Zielsetzung her darf es als eine praktische Form fächerübergreifenden Lernens gesehen werden. Statt vieler Worthülsen danke ich aber den vielen Mitwirkenden für den rechten Biss in der Zusammenarbeit.

Winfried Grohe


 

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