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Gymnasium Laurentianum
[  Römische Zahlzeichen, lateinische Zahlworte 1, 2  ]


   1., 2. Römische Zahlzeichen und deren Entwicklung
   3. Frührömische Zahlzeichen
   5. Klassische römische Zahlzeichen und lateinische Zahlworte
   5. Chronogramme,   6. Fehler
   7. Rechnen mit römischen Zahlzeichen


1. Vorweg: Niemand hat je oder wird jemals eine Zahl sehen. Eine Zahl ist ein abstraktes Objekt unseres Denkens. Jeder Mensch (und auch jeder Alien) hat dabei den gleichen Zahlbegriff. Was wir täglich sehen sind Zeichen mit denen wir diese abstrakten Objekte schreiben. Die Zahlzeichen und Zahlworte sind in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich, die Zahlen selbst sind gleich.

Aber manche Schreibweisen für Zahlen sind mehr oder weniger praktisch. Zum Zählen mögen einfache Striche (z.B. auf einem Bierdeckel) ausreichen und wenn man dann etwas mehr zu zählen hat, wird man ergänzende Symbole einführen. Man erhält dann Zahlzeichen und Systeme wie das der Römer. Für Arithmetik ist jedoch unser Dezimalzahlensystem, das aus Indien über Arabien im Mittelalter nach Europa kam, weitaus günstiger.

Die römischen Zahlzeichen wurden in unserem Kulturkreis bis ins späte Mittelalter ausschließlich benutzt und bis heute werden sie immer noch gelegentlich für Numerierungen oder Jahreszahlen benutzt. Seit Adam Riese (1492 - 1559) ist jedoch das Dezimalzahlensystem mit arabischen Ziffern und die schriftliche Arithmetik mit allen Vorteilen bekannt und verbreitet.

Die Römer hatten ein hochstehendes empirisches Ingenieurwesen entwickelt. Wer weiß was sie hätten leisten können, wenn sie auch noch hätten effektiv rechnen können? Ihre unpraktische Zahlenschreibweise verhinderte das jedoch.


römische Zahlzeichen2. Die Entwicklung der römischen Zahlzeichen dürfte irgendwann mit Zählstrichen begonnen haben. Wahrscheinlich gibt es auch griechische Einflüsse. Vom praktischen Verstand der Römer zeugt dann aber die Einführung von Zeichen zwischen den Zehnerzahlen, also V an Stelle von IIIII oder von L an Stelle von XXXXX.

Die nebenstehende Tabelle zeigt römischen Zahlzeichen und einige frühe Varianten.

Das Zeichen M für 1000 soll aus dem Zeichen entstanden sein. Jedenfalls ist das M ein weitaus praktischeres Zeichen. Als frührömische Form für 1000 gibt es noch das Zeichen .

Die halben Zehnerzahlen kann man mit etwas Durchblick in den Zahlzeichen noch erkennen:

  • Das V als obere Hälfte des X.
  • Das L als untere, eckige Hälfte des C.
  • Das D bzw. das frührömische als Hälfte von bzw. .
Die Zahlzeichen von I bis M sind auch heute noch geläufig. Bei großen Zahlen hatten die Römer prinzipielle Schwierigkeiten. Eine übliche Lösung war es, über den Zahlzeichen einen Strich zu machen, was die Multiplikation mit 1000 bedeuten sollte, also:
  • für 10 x 1000 = 10000.
  • für 100 x 1000 = 100000.
  • für 1000 x 1000 = 1000000.



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