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Legionäre
mit vollem Marschgepäck auf dem Marsch. Titelbild von: Marcus Junkelmann: Die
Legionen des Augustus, Mainz, 1986.
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Alles Material und alle Versorgungsgüter einer Legion mußten auf dem Marsch
mitgeschleppt werden. Für die ganze Legion gab es einen Troß mit dem Material
für die Legionsführung, dem Vorrat für die ganze Legion und den Großgeräten
und schweren Waffen. In den den Kampfeinheiten - den Centurien - gab es für je
acht Mann - eine Zeltgemeinschaft contubernium - ein Maultier, das das Zelt,
Werkzeug, die Handmühle und die Schanzpfähle zu tragen hatte. Es blieb die
persönliche Ausrüstung, die der Legionär selbst zu tragen hatte.
Das Marschgepäck geht auf die Heeresreform des C.Marius (~ 100 v.Chr.)
zurück. Um mit dem Gepäck eine hohe Marschleistung zu erreichen, war
ein hartes körperliches Training für die Legionäre notwendig. Es ist
der Spitzname "Maultiere des Marius"
(muli Mariani) für die Legionäre überliefert.
Auf dem Marsch trug der Legionär sein Marschgepäck (sarcina) an einer
Tragestange (furca). Außerdem trug er alle Waffen und die Rüstung. Das
Schild (scutum) befand sich normalerweise in einer Schutzhülle. Der voll
ausgerüstete Soldat hieß miles impeditus. Für den Kampf ließ er das
Gepäck im Lager zurück. Der kamfbereite Soldat wurde miles expeditus genannt.
Wurden die Soldaten überraschend auf dem Marsch angegriffen, konnten sie sich
in wenigen Sekunden des Gepäcks entledigen und waren kampfbereit.
Das Marschgepäck war über Jahrhunderte hinweg ähnlich, fast schon standardisiert.
Zum Marschgepäck (sarcina) gehörte die Tragestange (furca), der Mantelsack
(mantica), das Proviantnetz (reticulum) mit Proviant für einige Tage,
eine Ledertasche (pera) mit Kleingerät und Wertsachen, eine metallene
Feldflasche für ca. 1 l (ampulla), ein metallener Eimer oder Topf (situala)
und eine Kasserolle (patera).

Im
Römermuseum Haltern befinden
sich Rekonstruktionen des Marschgepäcks, die der Besucher
selbst schultern darf. Dabei wird das enorme Gewicht und die
wenig praktische Tragestange erfahrbar.
Das Gewicht des Marschgepäcks wird in Haltern mit etwa 18 kg
angegeben. Dazu kommt die Rüstung und die Bewaffnung, die
zusammen etwa 29 kg wiegen. Damit hatte der miles impeditus
insgesamt 47 kg zu schleppen.
Zum Vergleich:
- Preußischer Infanterist 1839: 34 kg
- Deutscher Infanterist 1914: 38 kg
- Panzergrenadier der Bundeswehr: bis zu 41 kg
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Rekonstruktion
eines Gepäckbündels im Museum Haltern.
Foto: Otto
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Besucher
dürfen in Haltern das Gepäckbündel an der Tragestange schultern.
Foto: Otto
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Eßgeschirr, Kasserolle (patera)
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Feldflasche (ampulla)
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Kochtopf, Eimer (situala)
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Eine wichtige Quelle für das römische Militär ist die Trajanssäule.
Hier eine Szene, wo deutlich das Marschgepäck an der Tragestange zu erkennen
ist.
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