Nicht nur Sport, sondern auch Kultur besitzt
in Slowenien einen großen Stellenwert
8. Februar - slowenischer Kulturtag
Marjana Cenc, Sprachassistentin aus Slowenien,
zur Zeit am Gymnasium Lauerentianum Warendorf
Kultur ist in Slowenien, dem Land mit zwei Millionen Einwohnern,
für die nationale Identität besonders wichtig. Diese Woche finden
überall im Staat und auch außerhalb der Grenze, wo Slowenen noch
leben, zahlreiche Veranstaltungen zum nationalen Kulturtag, dem Todestag des
größten slowenischen Dichters France Preseren, statt.
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Bildnis des slowenischen Dichters
France Preseren (1800-1849)
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Der Schriftsteller Peter Handke sagte einmal: "Die Slowenen schreiben ihre Geschichte
nicht anhand ihrer Kriegshelden, sondern anhand ihrer Dichter." Einen großen
Stellenwert nimmt der Dichter France Preseren (1800-1849), der berühmte
slowenische Vertreter der europäischen Romantik, ein. Mit seinen Werken bewies er
schon damals, dass die slowenische Sprache anderen europäischen Sprachen
ebenbürtig ist. Über seine Poesie formulierte er das erste bedeutende
nationale Programm. Ein Teil seines Gedichts "Zdravljica" (Trinklied) wurde zur Hymne
der heutigen Republik Slowenien. Sein Todestag, der 8. Februar, wurde ist in Slowenien
Kultur- und Nationalfeiertag. Am Vorabend findet jedes Jahr eine große
Veranstaltung statt, bei der die Preseren-Preise für besondere kulturelle
Ereignisse vergeben werden.
Seit 1991 ist Slowenien ein selbstständiges Land und auf dem Weg zur
europäischen Union. Langsam wächst das ausländische Interesse an
dem abwechslungsreichen Land. Es wird als Reiseziel und als Wirtschaftsmarkt entdeckt.
Im Bereich der Kultur jedoch ist der Bekanntheitsgrad sehr gering, obwohl viele Autoren
wie Ivan Cankar, Vladimir Bartol, Kajetan Kovic, Drago Jancar, Tomaz Salamun u. a.
übersetzt wurden.
In dieser Hinsicht muss noch viel passieren. Nicht nur die Slowenen müssen ihre
Kultur selbstbewusst in Europa präsentieren. Auch die europäischen Partner
müssen sich für die slowenische Kultur öffnen. Die subtile Kenntnis
der historischen, kulturellen und sprachlichen Eigenheiten Sloweniens wäre
dazu erforderlich.
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Denkmal für den
slowenischen Dichter France Preseren (1800-1849); Foto: Marjana Cenc
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