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Arbeitsgemeinsch. | Astronomie



Astronomie am Laurentianum

[  28.Oktober 2005 ]



Nacht der Bibliotheken



Sternennacht
im
Gymnasium Laurentianum Warendorf



Freitag 28. Oktober 2005



Eva Maaser las aus ihrem Buch "Die Astronomin - Das Leben der 'Kometenjägerin' Caroline Herschel".

Wolfgang Lindner (Everswinkel) interpretierte Klavierkompositionen von Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822) und Urmas Sisask (*1960).

  • mit der Astronomie-AG des Gymnasium Laurentianum,
  • mit Vertretern der Sternfreunde Münster e.V.,
  • mit den Laurentials, mit Lesungen und Musik,
  • mit einem Verkaufsstand der Buchhandlung Ebbeke
  • und mit vielen anderen Überraschungen

Das Gymnasium Laurentianum veranstaltete diesen Abend mit Unterstützung der Stadtbücherei Warendorf und des Förderkreises des Gymnasium Warendorf e.V.


I.  Urmas Sisask (* 1960)

Sternenmusiken für Klavier, aus dem Zyklus Zodiakus:
4.   Krebs (Ich fühle/Fürsorgender)
6.   Jungfrau (Ich kontrolliere/Ordner)
9.   Schütze ( Ich sehe/Prophet)
12. Fische ( Ich glaube/Träumer)

Nur wenige Komponisten fanden ihre Passion schon in der Jugend und verliehen ihr immer tieferen Ausdruck in ihrer Klangsprache, ohne vom Ursprung abzuweichen. Bisher gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Urmas Sisask- selbst nach seinem 45.Lebensjahr- von seinem einmal eingeschlagenen Weg abrückt. Geboren wurde er am 9. September 1960 in der mittelestnischen Stadt Rapla unter dem Sternzeichen Jungfrau. Schon früh begann er mit der Beobachtung des Sternenhimmels und entdeckte bald sein starkes Interesse an Astronomie, an der Wissenschaft wie an der Himmelsmythologie- von der Antike bis zu Primitivvölkern. So entwickelte er ein Weltverständnis, in dem sich mutig wie selbstverständlich christliche und vorchristliche Elemente, Himmel und Erde vermischen.


II.  Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822)

Voluntary in d-minor, Allegro - Adagio
Preludium III, Andantino
Preludium XIV, Allegro

Friedrich Wilhelm Herschel (1738-1822), der aus einer Musikerfamilie in Hannover stammte, ging 1757 nach England. Als in seiner Zeit bekannter Organist, Musiker und Musiklehrer begründete er seinen Weltruhm allerdings mit dem Bau von Riesenteleskopen, die es ihm ermöglichten, die Schranken des bis dahin unbekannten Universums zu durchbrechen. Er entdeckte am 13. März 1781 einen neuen Planeten, den Uranus- eine wissenschaftliche Sensation ersten Ranges.

Sich nun ganz seinen astronomischen Studien widmend, konnte er weitere bedeutende Ergebnisse erzielen. Er entdeckte u. a. die Bewegungsrichtung der Sonne innerhalb unseres Sonnensystems, die äußeren Uranusmonde Oberon und Titania(1787)und die Saturnmonde, viele Doppelsterne und Sternnebel und entwickelte Vorstellungen über die Milchstraße. Seine handschriftlich überlieferten Kompositionen für Tasteninstrumente, entstanden in den 60er und 70er Jahren des 18. Jahrhunderts und weisen stilistische Ähnlichkeiten z.B. zu den Werken seiner Zeitgenossen William Boyce, John Stanley und J.C.Bach auf.

Uranus als siebter Stern unseres Sonnensystems wurde von seinem Entdecker Friedrich Wilhelm Herschel, bald zum Königlichen Astronom Sir William Herschel geadelt - nach dem englischen König Georg III benannt, bis später die Bezeichnung Uranus üblich wurde, die der deutsche Astronom Johann Elert Bode diesem Stern verliehen hatte. Uranus hat 5 Monde, deren äußere Oberon und Titania im Jahre 1787, wie bereits erwähnt, von Herschel entdeckt wurden; Umbriel und Ariel 1857 durch den Astronomen Lassel. Der innerste und fünfte Mond wurde erst am 15. Februar 1948 von G. P. Kuiper am McDonald-Observatorium entdeckt. Uranus ist in der Mythologie der Gott des Himmels, der älteste aller Götter.


III.  Urmas Sisask (* 1960)

Sternenhimmel "Cassiopea", 1974
1. Großer Hund- Sklavengesang
2. Cassiopea
3. Orion
4. Steinbock

Das erste in seinem Opus festgehaltene Werk ist der 1974 komponierte Sternenhimmel-Zyklus "Cassiopea". Sisask erinnert sich gerne an die Entstehungsgeschichte dieses Werkes, an einem warmen Augustabend im Jahre 1975, an dem ein Flügel auf dem Hof seines Sommerhauses abgeladen wurde.

"Der Himmel war sehr klar, ich bat die Spediteure, das Instrument behutsam abzusetzen und begann zu spielen. Am Himmel leuchteten die ersten Sterne auf, die überwältigend mächtige Milchstrasse zog sich wie ein breites Band über den ganzen Himmel. Am aufregendsten war für mich das Sternbild Cassiopea, das in Estland nie verbleicht. So entstand Cassiopea. Die Augustnächte im Norden faszinieren durch ihren Sternenregen- etwa 50 Sterne in einer Sunde (Meteoritenfluss aus dem Sternbild Perseus). Schon seit Urzeiten wünschen sich die Esten beim Erblicken einer Sternschnuppe etwas- und dieser Wunsch wird in Erfüllung gehen. Ich wünschte mir in dieser Nacht, in meinem Leben auf jedes Sternbild ein Klavierstück zu schreiben. Dieser Wunsch scheint in Erfüllung zu gehen und seit diesem Augenblick bis zu meinem Tode verbinde ich die Astronomie mit der Musik."


IV.  Urmas Sisask (* 1960)

Weihnachtsstern Capella - Himmelszyklus für Kinder
1. Capella - Friedensstern
2. Capella - Leuchtender Stern
3. Capella - Glänzender Stern
4. Capella - Weihnachststern
5. Capella - Erlöschender Stern
6. Capella - Doppelstern
7. Capella - Stern des Fuhrmann

Der Weihnachtsstern Capella im Sternbild Fuhrmann verlischt in Estland nie. Sogar in der hellsten Nacht, am Johannistag, kann man den gelben Stern am niedrigen Nordhimmel erblicken. Die Bezeichnung Weihnachtsstern ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass er in der Adventszeit um Mitternacht am Südhimmel besonders hell erstrahlt.

Eigentlich ist Capella ein aus zwei Riesensternen bestehendes System (mit dem bloßen Auge ist nur einer zu erkennen), von dem der erste die 12-fache und der zweite die 7-fache Größe der Sonne besitzt. Sie kreisen in 104 Tagen umeinander und sind genauso weit voneinander entfernt wie die Erde von der Sonne (149,5 Mio. Km bzw. eine astronomische Einheit). So lieben diese beiden Sterne einander schon mehr als eine Milliarde Jahre und diese Liebe wird gewiss noch weitere Millionen Jahre andauern. Die Komposition beachtet die astronomischen Eigenarten des Capella. Sein heller, beständiger Glanz strahlt Frieden aus. Darauf berufen sich die Titel der Stücke. Der Capella leuchtet in Estland das ganze Jahr hindurch Nacht für Nacht- dazu benutzt Sisask im fünften Stück bekannte Volksweisen für Kinder. Der Begriff Friede ist jedoch vor allem mit der Geburt Christi, dem Christfest verbunden. Im vierten Stück wird der bekannte Weihnachtschoral Stille Nacht, Heilige Nacht zitiert. Im letzten Stück erfahren wir, in welchem Sternbild Capella liegt.


V.  Eva Maaser: "Die Astronomin - Das Leben der 'Kometenjägerin' Caroline Herschel"

Die Autorin Eva Maaser wurde 1948 in Reken (Westfalen) geboren. Sie studierte Germanistik, Pädagogik, Theologie sowie Kunstgeschichte in Münster. Ihr erster Roman "Der Moorkönig" erschien im März 1999. Weitere Veröffentlichungen sind: "Der Paradiesgarten", "Kleine Schwäne", "Die Astronomin".


Eva Maaser     Caroline Herschel
Eva Maaser
   
Caroline Herschel



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