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Gymnasium Laurentianum

[  Literaturkurs Dr.Grohe, 2002  ]


Das Wien des 18. Jahrhundert

Amadeus


"Perdonami, Mozart! Il tuo assassino ti chiede perdono!", sind die eindrucksvollen Worte, mit denen Antonio Salieri sich zum ersten Mal dem Publikum vorstellt. Sie bedeuten so viel wie: "Vergib mir, Mozart! Verzeihe deinem Mörder!" und schon ist man mitten in der Geschichte.

Sie handelt von einem Virtuosen der Musik, Wolfgang Amadeus Mozart, einem missgönnenden Hofkapellmeister, Antonio Salieri, und einem knauserigen Kaiser, Joseph II. von Österreich. Amadeus Mozart, von dessen exorbitanten Können ganz Europa spricht, kommt nach Wien und bekommt den Auftrag für eine Oper. Antonio Salieri, der sich in seinem Leben nichts sehnlicher wünschte als ein guter und berühmter Komponist zu werden, verliert sich daraufhin in seinem Hass auf Gott und Mozart, da dieser begabter, in solchem Maße, dass ein Martyrium sowohl für Amadeus als auch für ihn beginnt, an dem ein überraschendes Ende steht. Es ist eine Geschichte von Liebe, Hass, Leidenschaft und Betrug. Taucht ein in das Wien des 18. Jahrhunderts...



Ensemble Amadeus, 2002

Ein Gerücht geht durch Wien: Der alte Antonio Salieri (Hendrik Lamché) behauptet, er habe Wolfgang Amadeus Mozart ermordet. Nun will er den Geistern berichten, sitzt dazu im gestreiften Bademantel am Bühnenrand und erzählt seine Geschichte von Liebe und Intrige.

In dem Bühnenstück "Amadeus" von Paul Shaffer sind nicht die Personen, wohl aber die Handlung erfunden. Was als Film ("Amadeus") beachtlichen Erfolg hatte, begeisterte am Mittwochabend im Theater am Wall bei der Premiere die zahlreichen Zuschauer. Ein Literaturkursus der Stufe 12 des Gymnasium Laurentianum unter der Leitung von Dr. Winfried Grohe nahm sich des Stücks an. Die intensive Probenarbeit war der Aufführung ebenso anzumerken wie das Bemühen, die Zuschauer in das Wien des 18. Jahrhunderts zu versetzen: Mozart mit weißer Perücke und altrosa Samtanzug, Salieri in zurückhaltendem Grau, dazu die Damen (Kathrin Hiegemann, Carolin Münstermann, Britta Bornemann) in langen Kleidern. Beeindruckend vor allem die textintensiven Hauptrollen: Jan Konietzny als junger Salieri, wahlweise konservativ, mit süffisantem Lächeln oder auch entsetzt, als er Mozarts Genie erkennt. Mozart selbst (Marcel Werdier), der als "aufgeblasen, kichernd, infantil" bezeichnet wird, wechselt problemlos zwischen italienisch und deutsch, verführt temperamentvoll Constanze (K. Hiegemann) und komponiert. Die Musik gefällt dem Kaiser (Michael Adam) mal gar nicht ("zu viele Noten"), mal gut, immer aber hat er zur Erheiterung der Zuschauer das letzte Wort: "Das war's denn wohl." Im Kampf gegen Mozart findet Salieri beim Hofstaat Verbündete für sein Vorhaben, Mozart zu ruinieren. Und seine "Venticelli" (Julian Schoppmann, Hubertus Uehre) tragen ihm, schwarz gewandet, jedes Gerücht zu.

Mit wenigen Kulissen und engagiertem Spiel zeigt der Literaturkurs, wie die Situation eskaliert. Salieri sorgt dafür, dass auch "Die Zauberflöte" abgesetzt wird, Mozart wird langsam wahnsinnig. Angedeutet werden auch die ergreifenden Szenen, in denen Salieri das Genie Mozarts bewundert, von seinem Plan aber nicht ablässt. Die "graue Gestalt", die Mozart halluziniert, befiehlt ihm, ein Requiem zu komponieren. Als Salieri dem Komponisten maskiert erscheint, verliert dieser vollends den Verstand. Eine dramatische Geschichte, an deren Ende Salieri als "Schutzheiliger der Mittelmäßigkeit" steht. Dass der Witz nicht zu kurz kommt, dafür sorgen Details wie die Mozartkugeln, die Salieri ("meine erste Sünde: ekelhafte Völlerei") den ganzen Abend isst. Viel Applaus belohnte schließlich die ambitionierte Aufführung. Eine weitere Aufführung findet am 14. Juli um 19.30 im Theater am Wall statt.




Petra Faryn, Die Glocke



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