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Die Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
6. Richard von Weizsäcker     7. Roman Herzog     8. Johannes Rau
Die deutsche Nationalhymne
 



Das Amt des Bundespräsidenten


Bundespräsident, in föderativen Demokratien wie Österreich, der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz das formelle Staatsoberhaupt. Der Bundespräsident erfüllt im Wesentlichen formelle und repräsentative Aufgaben und übt so nur einen mittelbaren politischen Einfluss aus.

In Deutschland kann eine solch schwache Stellung des Bundespräsidenten als eine direkte Folge der starken politischen Gewichtung des Reichspräsidenten in der Weimarer Verfassung begriffen werden. Diesem Grundgedanken entspricht seine Wahl durch die Bundesversammlung, die eine direkte Volkswahl und eine damit verbundene Legitimationsgrundlage ersetzt hat. Der Bundespräsident wird für fünf Jahre mit der Mehrheit der Stimmen der Bundesversammlung gewählt; eine einmalige Wiederwahl ist erlaubt. Zu den Befugnissen des Bundespräsidenten gehören u.a.: das Vorschlagsrecht für die Wahl des Bundeskanzlers, dessen Ernennung und Entlassung sowie auf Vorschlag des Bundeskanzlers die Ernennung und Entlassung der Bundesminister; die Ernennung und Entlassung von Bundesbeamten und Offizieren; die Ausfertigung der Bundesgesetze; die völkerrechtliche Vertretung der Bundesrepublik Deutschland im Ausland. Der Bundespräsident genießt wie die Abgeordneten Immunität, kann aber bei Gesetzesverstößen seines Amtes enthoben werden (Grundgesetz, Art.61). Seine Anordnungen und Verfügungen bedürfen der Gegenzeichnung durch ein Mitglied der Bundesregierung.

Bisherige Bundespräsidenten der Bundesrepublik: Theodor Heuss,Heinrich Lübke, Gustav Heinemann,Walter Scheel, Karl Carstens,Richard von Weizsäcker ,Roman Herzog.

In Österreich wird der Bundespräsident vom Volk gewählt, und zwar für sechs Jahre; eine einmalige Wiederwahl ist erlaubt. Seine verfassungsrechtliche Stellung entspricht in etwa der des deutschen Bundespräsidenten.

In der Schweiz wird der Bundespräsident für ein Jahr gewählt; eine unmittelbare Wiederwahl ist untersagt. Er ist der Vorsitzende des Bundesrates, und seine Hauptaufgabe ist die Vertretung seines Landes nach außen.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
6. Richard von Weizsäcker     7. Roman Herzog     8. Johannes Rau
Die deutsche Nationalhymne
 



Theodor Heuss, der erste Bundespräsident


Theodor Heus

Heuss, Theodor (1884-1963), Politiker, Publizist und Historiker, erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1949-1959). Heuss wurde am 31.Januar 1884 in Brackenheim (Württemberg) geboren, studierte Staatswissenschaften und Kunstgeschichte in München und Berlin und war von 1905 bis 1912 Redakteur bei Friedrich Naumanns Wochenzeitschrift Die Hilfe. Von 1912 bis 1918 arbeitete er als Chefredakteur bei der Neckarzeitung in Heilbronn und 1918 bei der Zeitschrift Deutsche Politik in Berlin. 1903 trat er der liberalen Freisinnigen Vereinigung bei und 1910 der aus der Freisinnigen Vereinigung hervorgegangenen Fortschrittlichen Volkspartei. 1919 wurde er Mitglied der von Naumann mitbegründeten Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Während der Weimarer Republik vertrat Heuss von 1924 bis 1928 die DDP als Abgeordneter im Reichstag; von 1930 bis 1933 saß er für die Deutsche Staatspartei, in der die DDP 1930 aufgegangen war, im Reichstag. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 musste Heuss seine Dozentenstelle an der Berliner Hochschule für Politik, an der er seit 1920 beschäftigt war, aufgeben. 1933 übernahm er die Herausgabe der Hilfe; 1936 erhielt er Publikationsverbot, schrieb jedoch unter dem Pseudonym Brackenheim" u.a. für die Frankfurter Zeitung weiter.

Nach Kriegsende arbeitete Heuss engagiert am Aufbau eines demokratischen Deutschland mit. 1945/46 war er Kultusminister in der Amerikanischen Besatzungszone Württemberg-Baden und 1946 Mitbegründer der Demokratischen Volkspartei, die 1948 in der FDP aufging. 1946/47 lehrte er Geschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart und gehörte daneben von 1946 bis 1949 dem Landtag von Württemberg-Baden an. 1948/49 war er Mitglied des Parlamentarischen Rates und in dieser Funktion maßgeblich an der Ausarbeitung des Grundgesetzes beteiligt. 1949 wurde Heuss, inzwischen Vorsitzender der neu gegründeten FDP, in den ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland gewählt, in dem er den Vorsitz der FDP-Fraktion übernahm. Am 12.September 1949 wählte ihn die Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland und bestätigte ihn 1954 in diesem Amt. Innenpolitisch bemühte sich Heuss um einen Ausgleich zwischen den Parteien; er betonte immer wieder mit Nachdruck die Verantwortung der Deutschen für den Nationalsozialismus, aber auch die positiven geistigen und politischen Traditionen aus der Zeit vor dem Dritten Reich. Außenpolitisch trug er entscheidend dazu bei, dass Deutschland international wieder Anerkennung und Vertrauen gewann. 1959 setzte sich Heuss in Stuttgart zur Ruhe; im selben Jahr erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Heuss starb am 12.Dezember 1963 in Stuttgart. 1964 wurde der Theodor-Heuss-Preis gestiftet, der alljährlich für vorbildliche demokratische Gesinnung verliehen wird.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
6. Richard von Weizsäcker     7. Roman Herzog     8. Johannes Rau
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Heinrich Lübke, der zweite Bundespräsident


Heinrich Lübke

Lübke, Heinrich (1894-1972), deutscher Politiker (CDU) und Bundespräsident (1959-1969), geboren in Enkhausen im Sauerland. Während der Weimarer Republik engagierte sich der diplomierte Vermessungs- und Kulturingenieur neben seiner beruflichen Tätigkeit in landwirtschaftlichen Organisationen; von 1926 bis 1933 war er Direktor der Deutschen Bauernschaft. Als Mitglied der Zentrumspartei gehörte er von 1931 bis 1933 dem preußischen Landtag an. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 verlor Lübke alle Ämter und war bis 1935 in Haft. Während des 2.Weltkrieges arbeitete er in einem Bau- und Ingenieurbüro, das auch Bauaufträge für die deutsche Rüstungsindustrie ausführte, u.a. die Heeresversuchsanstalt in Peenemünde. 1945 trat Lübke der CDU bei. Von 1946 bis 1949 gehörte er dem nordrhein-westfälischen Landtag an und war von 1947 bis 1952 Ernährungs- und Landwirtschaftsminister in Nordrhein-Westfalen. 1949/50 und von 1953 bis 1959 war er Mitglied des Bundestages und von 1953 bis 1959 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Am 1.Juli 1959 wurde er zum Bundespräsidenten gewählt und 1964 im Amt bestätigt. Er unterstützte das Zustandekommen der großen Koalition (1966-1969) und förderte durch zahlreiche Staatsbesuche in Ländern der Dritten Welt den Ausbau der Entwicklungshilfe. Lübke starb 1972 in Bonn.




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Gustav Heinemann, der dritte Bundespräsident


Gustav Heinemann

Heinemann, Gustav (1899-1976), Politiker (SPD), Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1969-1974). Heinemann wurde am 23.Juli 1899 in Schwelm an der Ruhr geboren. Nach dem 1.Weltkrieg studierte er Jura und Volkswirtschaft und war in der Folge Justiziar (1928-1936) und Vorstandsmitglied (1936-1949) der Rheinischen Stahlwerke in Essen. Politisch tätig war er seit seiner Studentenzeit in Marburg: Nachdem er bereits in der Weimarer Republik für die Deutsche Demokratische Partei und den Christlich-Sozialen Volksdienst aktiv gewesen war, engagierte er sich während des Dritten Reiches in führender Position in der Bekennenden Kirche. Nach dem 2.Weltkrieg gehörte er von 1945 bis 1967 dem Rat der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) an und war von 1949 bis 1955 Präses der Synode der EKD.

1945 trat Heinemann der CDU bei, war von 1946 bis 1949 Oberbürgermeister von Essen, zugleich Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages (1947-1950) und Justizminister in Nordrhein-Westfalen (1947/48). Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurde er erster Bundesinnenminister, trat jedoch 1950 aus Protest gegen Konrad Adenauers Wiederbewaffnungspläne von seinem Amt zurück. 1952 verließ er die CDU, gründete die Gesamtdeutsche Volkspartei und wurde deren Vorsitzender. Nach dem Scheitern seiner Partei bei den Bundestagswahlen von 1953 löste er sie auf und trat 1957 in die SPD ein. Von 1957 bis 1969 war er Mitglied des Bundestages und des Vorstandes der SPD-Fraktion. Dem CDU/SPD-Kabinett der großen Koalition gehörte er von 1966 bis 1969 als Bundesjustizminister an, als der er u.a. die Große Strafrechtsreform betrieb. 1969 wurde er auf Vorschlag der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt mit den Stimmen der SPD und der FDP zum Bundespräsidenten gewählt. Heinemann bemühte sich intensiv um die Aussöhnung Deutschlands mit seinen Nachbarn, um die Aussöhnung der Deutschen mit Minderheiten und Randgruppen und um die Wiederbelebung demokratischer und liberaler Traditionen. Gustav Heinemann starb am 7.Juli 1976 in Essen. Nachrufe würdigten ihn u.a. als Persönlichkeit von hoher moralischer Integrität und als einen Politiker, der fest im Christentum verwurzelt war.




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Walter Scheel, der vierte Bundespräsident


Walter Scheel

Scheel, Walter (*1919), Politiker (FDP), deutscher Bundespräsident (1974-1979). Scheel wurde in Höhscheid bei Solingen geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Banklehre, diente im 2.Weltkrieg als Soldat, zuletzt als Oberleutnant der Luftwaffe. Nach 1945 war er als Geschäftsführer in der Industrie und bei verschiedenen Verbänden tätig. 1953 ließ er sich als Wirtschaftsberater in Düsseldorf nieder. Seit 1946 Mitglied der FDP, kam er 1950 in den Landtag von Nordrhein-Westfalen und 1953 in den Bundestag. Von 1961 bis 1966 hatte er das neu geschaffene Amt des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit inne. Nach dem Rücktritt Erich Mendes wurde Scheel am 30.Januar 1968 mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden der FDP gewählt. Innerhalb seiner Partei vertrat er einen linksliberalen Reformkurs - Voraussetzung für die Bildung der sozialliberalen Regierungskoalition unter Willy Brandt (1969), in der Scheel von 1969 bis 1974 das Außenressort und Vizekanzleramt übernahm. Als Außenminister hatte er wesentlichen Anteil an der Annäherung an die Staaten des Ostblocks und dem Abschluss der Berlin- und Ostverträge. Am 15.Mai 1974 wurde Scheel als Nachfolger Gustav Heinemanns zum Bundespräsidenten gewählt. Nach dem Ende seiner Amtszeit 1979 übernahm er verschiedene Ehrenämter und Aufsichtsratsposten in der Industrie sowie den Ehrenvorsitz der FDP.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
6. Richard von Weizsäcker     7. Roman Herzog     8. Johannes Rau
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Karl Carstens, der fünfte Bundespräsident


Karl Carstens

Carstens, Karl (1914-1992), Jurist und Politiker (CDU), Bundespräsident von 1979 bis 1984. Carstens wurde in Bremen geboren. Er studierte Politologie und Jura, promovierte 1937 in Hamburg und ließ sich 1945 in Bremen als Anwalt nieder. 1955 trat er in die CDU ein, war als Experte für Europafragen von 1960 bis 1966 Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von 1966 bis 1967 im Verteidigungsministerium und 1968/1969 im Bundeskanzleramt. 1972 wurde er Mitglied des Bundestags, 1973 Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, 1976 Bundestagspräsident und 1979 schließlich Bundespräsident. Carstens galt als entschiedener Verfechter eines konservativen Wertekanons. Aus Altersgründen verzichtete er 1984 auf die Kandidatur für eine zweite Amtsperiode. Carstens wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Karlspreis der Stadt Aachen und dem Großen Bundesverdienstkreuz. Er starb am 30.Mai 1992 in Meckenheim.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
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Richard von Weizsäcker, der sechste Bundespräsident


Richard von Weizsäcker

Weizsäcker, Richard Freiherr von (*1920), Politiker (CDU) und Bundespräsident (1984-1994). Richard Freiherr von Weizsäcker wurde am 15.April 1920 in Stuttgart geboren. Er stammt aus einer bekannten württembergischen evangelischen Theologen- und Juristenfamilie; sein Vater war von 1938 bis 1943 Staatssekretär im Auswärtigen Amt in Berlin; sein ältester Bruder ist der bedeutende Philosoph und Physiker Carl Friedrich Freiherr von Weizsäcker. Als Diplomatensohn besuchte Weizsäcker Schulen in Kopenhagen, Bern und Berlin. 1937/38 studierte er in Oxford und Grenoble und ab 1938 diente er in der Wehrmacht, zuletzt als Hauptmann. Nach Kriegsende studierte Weizsäcker Jura und Geschichte in Göttingen (Promotion zum Dr.jur. 1954). Von Ende 1947 bis Anfang 1949 war er Assistent des Rechtsanwalts Hellmut Becker, der bei den Nürnberger Prozessen Weizsäckers Vater verteidigte. Neben seiner beruflichen Laufbahn - bis 1958 Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung bei Mannesmann in Düsseldorf, von 1958 bis 1962 Gesellschafter des Bankhauses WaldthausenCO. in Essen und Düsseldorf, von 1963 bis 1967 Gesellschafter in der Geschäftsführung der Firma Boehringer in Ingelheim am Rhein - profilierte Weizsäcker sich in Kirche und Politik. Von 1964 bis 1970 und nochmals von 1979 bis 1981 war er Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, und von 1969 bis 1984 gehörte er der Synode und dem Rat der EKD sowie dem Zentralausschuss des Weltkirchenrates an. Seit 1954 Mitglied der CDU, wurde er 1966 in den CDU-Bundesvorstand und 1969 in den Bundestag gewählt. Von 1972 bis 1974 leitete Weizsäcker die Grundsatzkommission der CDU, von 1972 bis 1979 war er stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender und von 1979 bis 1981 einer der Vizepräsidenten des Bundestages. Als Berliner CDU-Landesvorsitzender konnte Weizsäcker mit seiner Partei bei den vorgezogenen Kommunalwahlen vom 10.Mai 1981 eine relative Mehrheit erringen; als Regierender Bürgermeister von Berlin (1981-1984) überzeugte er kraft seiner integrierenden Persönlichkeit. Am 23.Mai 1984 wurde Weizsäcker mit bislang beispielloser Mehrheit (mit 832 von 1017 gültigen Stimmen) von der Bundesversammlung als Nachfolger von Karl Carstens zum Bundespräsidenten gewählt und am 23.Mai 1989 im Amt bestätigt.




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Roman Herzog, der siebte Bundespräsident


Roman Herzog

Herzog, Roman (*1934), Jurist und Politiker, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland (1994 - 1999). Roman Herzog wurde am 5.April 1934 in Landshut als Sohn einer Bankkauffrau und eines kaufmännischen Angestellten und späteren Stadtarchivars geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Landshut begann er das Studium der Rechtswissenschaft in München. Vier Jahre später legte er die erste juristische Staatsprüfung ab (1957). 1958 wurde er zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Er übernahm eine Stelle als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl des namhaften deutschen Staatsrechtlers Professor Theodor Maunz. Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung im Jahr 1961 wirkte Roman Herzog am Evangelischen Staatslexikon" mit. 1964 habilitierte er sich. Er blieb zwei weitere Jahre als Privatdozent an der Universität München. Die erste Professur erhielt Roman Herzog mit 32Jahren an der Freien Universität in Berlin. Er lehrte dort Staatsrecht und Politik. Ein Jahr lang stand er der juristischen Fakultät als Dekan vor (1967/68). 1969 wechselte er als Professor für Staatslehre und Politik an die Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer, 1971 wurde er ihr Rektor.

1973 wechselte Roman Herzog von der Wissenschaft in die Politik. Mitglied der CDU war er seit 1970. 1973 wurde er vom damaligen Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, zum Staatssekretär ernannt und vertrat fünf Jahre lang das Land als Bevollmächtigter beim Bund in Bonn. 1978 bekam Roman Herzog das Angebot, in die Landesregierung Baden-Württembergs einzutreten. Er wurde Minister für Kultus und Sport. Zwei Jahre später kandidierte er bei den Landtagswahlen und zog für den Wahlkreis Göppingen in den Stuttgarter Landtag ein. Roman Herzog übernahm das Innenressort.

1983 zum Vizepräsidenten und 1987 zum Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe gewählt, verfolgte er als Vorsitzender Richter des Ersten Senats einen liberalen Kurs. Nach der deutsch-deutschen Wiedervereinigung lehnte Herzog eine vollständige Revision des Grundgesetzes ab, sprach sich aber für Anpassungen und teilweise Veränderungen der Verfassung sowie für mehr Kompetenzen der Bundesländer und eine Ausweitung des Plebiszits aus. Im Zusammenhang mit der Asyldebatte 1992 kritisierte er das überholte Staatsangehörigkeitsrecht und rügte 1993 die Verlagerung politischer Auseinandersetzungen vor das Bundesverfassungsgericht.

1994 setzte sich Herzog als Kandidat der CDU/CSU für das Bundespräsidentenamt in einer Kampfabstimmung gegen den SPD-Kandidaten Johannes Rau durch; am 1.Juli 1994 trat er die Nachfolge Richard Weizsäckers an. Er erwarb sich Verdienste u.a. um die Förderung der inneren Einheit Deutschlands und die deutsch-polnische Aussöhnung. Gegen Ende des Jahres 1996, in welchem er zum beliebtesten deutschen Politiker gewählt worden war, gab Roman Herzog bekannt, dass er sich 1999 nicht mehr für das Amt des Bundespräsidenten zur Verfügung stellen wolle. Im Januar 1997 wurde Roman Herzog von der Stadt Aachen für seine Verdienste um ein Europa der Bürger" mit dem Karlspreis ausgezeichnet.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
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Johannes Rau, der Bundespräsident für das Millennium


Johannes Rau

Rau, Johannes (*1931), Politiker (SPD), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen (1978-1998). Rau wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers in Wuppertal-Barmen geboren. Nachdem er eine Buchhändlerlehre absolviert hatte, arbeitete er ab 1954 für einen theologischen Verlag und als Journalist. 1952 trat er der Gesamtdeutschen Volkspartei von Gustav Heinemann bei und folgte diesem 1957 in die SPD. 1958 wurde er Vorsitzender der Jungsozialisten von Wuppertal und Vorstandsmitglied des SPD-Unterbezirks, 1964 Stadtverordneter und 1969 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt. Seit 1958 Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages, wurde er 1967 Fraktionsvorsitzender der SPD und übernahm 1970 im Kabinett von Heinz Kühn das Ministerium für Wissenschaft und Forschung. 1977 wurde Rau zum SPD-Landesvorsitzenden gewählt und löste Kühn 1978 im Amt des Ministerpräsidenten ab, das er fünf Legislaturperioden innehatte. Bei den Landtagswahlen von 1980 führte er die SPD erstmals zur absoluten Mehrheit in Nordrhein-Westfalen, was ihm zunehmendes Gewicht in der Bundes-SPD einbrachte. Seit 1982 stellvertretender Parteivorsitzender, wurde Rau 1987 als Kanzlerkandidat der SPD nominiert, zog sich jedoch nach seiner Wahlniederlage wieder aus der Bundespolitik zurück. 1993 unterlag er als populärster Bewerber um die Nachfolge von Richard von Weizsäcker im Amt des Bundespräsidenten unerwartet dem Kandidaten der CDU/CSU, Roman Herzog. 1995 verfehlte die SPD in Nordrhein-Westfalen erstmals unter Raus Ägide die absolute Mehrheit und regiert seitdem in einer Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen.




Das Amt des Bundespräsidenten     1. Theodor Heuss     2. Heinrich Lübke
3. Gustav Heinemann     4. Walter Scheel     5. Karl Carstens
6. Richard von Weizsäcker     7. Roman Herzog     8. Johannes Rau
Die deutsche Nationalhymne
 



Die deutsche Nationalhymne


Die Melodie der Hymne (Midi, 8K)
 

Einigkeit und Recht und Freiheit,
für das deutche Vaterland.
Danach lasst uns alle streben,
brüderlich mit Herz und Hand.
Einigkeit und Recht und Freiheit,
sind des Glückes Unterpfand.
Blüh im Glanze, dieses Glückes,
blühe deutsches Vaterland.



Text von Ralf Berkemeyer aus Klasse 9 B vom 14.11.99


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