Das Leben der Annette von Droste-Hülshoff
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| Annette von Droste-Hülshoff im Alter von 41 Jahren,
Gemälde von Johannes Sprick von 1838 |
Anna Elisabeth (Annette) Freiin von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar
1797 auf der Wasserburg bei Münster geboren.
Ihre Mutter war Therese von Haxthausen und ihr Vater war Freiherr Clemens August von
Droste zu Hülshoff, der Annette streng katholisch erzogen und ihr schon früh
wissenschaftlichen Unterricht gegeben hatte.
Sie wuchs mit 3 Geschwistern auf: Marianne (Maria Anna, in der Familie Jenny genannt,
1795-1859), Werner (Erbherr auf Hülshoff; 1798-1867), Ferdinand (1800-1829; Fente
gerufen).
Jenny hat Annette besonders als Freundin und als Vertraute nahegestanden. Auch in
Not und Krankheit suchte die Dichterin bei ihr Zuflucht.
Werner, der Ältere der beiden Brüder, war ein nobler,
standesbewußter, wohl etwas
trockener und im ganzen ein durchschnittlicher Mensch.
Er heiratete 1826 Karoline von Wendt-Papenhausen, die ihm 10 Kinder schenkte.
Annettes jüngerer Bruder blieb, wie Annette selbst, unverheiratet und ging als
Forstmeister in anhaltische Dienste.
Obwohl Annette schon von klein auf oft mit Krankheiten zu kämpfen hatte und ein
Augenleiden hatte, war sie kein Stubenhocker.
Im Gegenteil: Annette besaß ein lebhaftes Temperament, was sie oft in Feld,
Wald, Wiese und Moor trieb.
Gern durchstreifte sie die Umgebung ihres elterlichen Schlosses und das zierliche, kleine
Mädchen - zierlich und klein blieb sie auch als Erwachsene - kletterte auch gern in den
entlegensten Stellen des Hauses herum.
Sie hatte ihre Freude daran, sich tief hinten im Garten versteckt die Strümpfe
auszuziehen und mit bloßen Füßen umher zu laufen, ganz wie es die
beneideten Kötterkinder tun durften (so berichtete Annette einmal von sich).
Außerdem soll sie gern auf die Jagd gegangen sein, im Winter Schlittschuh
gelaufen sein
und eine schneidige Reiterin gewesen sein.
Annette war ein sehr ungewöhnliches Kind, das zwischen träumerischer
Schwermut und
Gefühlsausbrüchen schwankte, die hektisch und ungezügelt wirkten und die
Umwelt erschreckten.
Daher lässt sich vielleicht erklären, warum Wilhelm Grimm, der die
Sechzehnjährige im Sommer 1813 auf dem Haxthausenschen Stammsitz Bökendorf
kennenlernte, bei aller Freundlichkeit eine gewisse kritische Distanz zu Annette nie
wirklich überwand.
Annette hatte wohl Freude daran in einem Kreis von Verwandten und Freunden
"Komödien zu spielen" (damals war das gang und gäbe).
Doch einmal, als der Graf Friedrich Leopold von Stolberg (1750-1819) solch einer
Aufführung
beigewohnt hatte, muss sie es so hingebungsvoll gespielt haben, worauf dieser Annettes
Mutter einen äußerst mahnenden Brief geschrieben haben soll.
Aber diese Besorgnis des Grafen war überflüssig.
Dafür stand die strenge Mutter, Therese von Haxthausen, die die Erziehung ihrer 4
Kinder fest in der Hand hatte und nichts durchgehen ließ.
Außerdem gab sie ihren Kindern den Elementarunterricht.
Später nahm Annette mit ihrer Schwester auch an dem Unterricht des Hauslehrers
Herrn Wenzelo, den auch ihre Brüder bekamen, teil. Sie lernten die
französische, aber
auch die alten Sprachen, wie z. B. Lateinisch und Griechisch. Zudem lernte sie noch
Mathematik und Naturkunde, was dazu führte, dass Annette schon früh alle
Insekten und
Pflanzen der Gegend kannte.
Annette besaß auch eine große Musikliebe und Musikbegabung, die von
ihrem Vater sehr
unterstützt wurde. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie von dem Organisten
Kettler aus Hohenholte.
1812 lernte sie Anton Matthias Sprickmann kennen, der sie bis zum Jahre 1819
literarisch anleitete. Im Jahre 1813 machte sie Bekanntschaft mit Katharine Busch, der
späteren Mutter von Levin Schückings, mit dem sie später sehr eng zusammen
arbeitete. 1815 erholte sie sich nur schwer von einer Schilddrüsenerkrankung.
Drei Jahre später reiste sie nach Kassel, wo sie Amalie Hassenpflug, Jacob, Ludwig
Emil und Lotte Grimm kennenlernte. Dort schrieb sie auch den Epos "Walter".
Als dann 1826 ihr Vater Freiherr Clemens August von
Droste zu Hülshoff starb, zog sie ins Rüschenhaus, den Witwensitz
ihrer Mutter.
1829 starb ihr Bruder Ferdinand und Annette erlitt erneut eine schwere Krankheit.
Im Laufe der Jahre reiste Annette viel umher, z. B. nach Kassel, Bonn oder nach
Eppishausen zu ihrer Schwester. 1837/38 begann ihr Interesse für Levin
Schücking zu
wachsen. Ab 1840 arbeitete sie viel mit ihm zusammen, z. B. an dem "Malerischen und
Romantischen Westfalen". Im Jahre 1841 schrieb sie das Gedicht "Die Vergeltung" und
1842 veröffentlichte sie ihre
Novelle "Die Judenbuche".
Im August 1844 veröffentlichte sie eine Reihe ihrer Gedichte im Morgenblatt.
Zum Beispiel: "Im Grase", "Die tote Lerche",
"Spätes Erwachen", "Lebt Wohl",
"Grüße", "Die
Golems", "Das Ich der Mittelpunkt der Welt". Annette liebte die Natur.
In ihren
Gedichten bezog sie sich sehr auf ihre natürliche Umgebung. Sie beschrieb in ihren
Werken alle Einzelheiten sehr genau und ging auf die Dinge ein, die sonst kaum jemand
berücksichtigte. 1846 erkrankte sie wieder und die Freundschaft zu
Schücking brach.
Im September 1846 machte sie ihre letzte Übersiedlung nach Meersburg am Bodensee.
Am 21. Juli 1847 machte Annette ihr Testament und im darauf folgenden Jahr, am 24. Mai
1848 erlitt sie einen Herzschlag und starb kurz darauf auf der Meersburg. Zwei Tage
darauf, am 26. Mai 1848 wurde sie auf dem Meersburger Friedhof beerdigt.
Annette wurde zur Dichterin des 19. Jahrhunderts.
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| Burg Hülshoff, das Geburtshaus |
Das Rüschhaus, Wohnort ab 1826 |
Text von Katrin Laszewski und Melanie Hankemeier aus Klasse 9B vom 5.11.99