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Gymnasium Laurentianum
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Kalkriese: Ort der Varusschlacht
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| Die eiserne Maske aus Kalkriese |
Die archäologischen Funde nördlich von Osnabrück im Jahre
1997 brachten immer mehr Gewissheit: Dieser Ort ist als Schauplatz der
legendären Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. kaum noch umstritten.
Eine römische Gesichtsmaske zählt zu den wertvollsten Fundstücken.
Weitere eindeutige Hinweise auf den Ort des Gemetzels, bei dem der römische
Feldherr Publius Quinctilius Varus mit der 17., der 18. und der 19. Legion nebst
Hilfstruppen mit annähernd 20.000 Mann vernichtet wurde, sind römische
Wagenspuren, und ein germanischer Reitersporn. Weiter wurden in jüngster
Zeit Knochen von Männern im wehrfähigen Alter gefunden, die eindeutig
Einschläge von Schwerthieben aufwiesen. Nicht auszuschließen
ist auch, dass Knochenhaufen in der Nähe des Schlachtfeldes von der
Bestattungsaktion des Germanicus im Jahre 15 n.Chr. herrühren, von
der der römische Schriftsteller Tacitus berichtet.
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| Eine Gruppe der Jahrgangsstufe 11 beim Wandertag 1998 am rekonstruierten Germanenwall mit Frau Pavlowski vom Informationszentrum Kalkriese |
Was aber verschlug die Varus-Armee in den Norden bis nach Bramsche?
Im Jahre 7 n.Chr. übernahm Varus die fünf Legionen starke Rheinarmee.
Arminius besaß zu dieser Zeit als Kommandant der römischen Hilfstruppen
sogar römisches Bürgerrecht und war ständiger Gast im Feldherrnzelt
des Varus. Als Varus aber sein Sommerlager in Minden abbrach, hatte Arminius
seine an der Mittelweser siedelnden Stammesbrüder, die Brukterer,
Marsen, Angrivarier und Chatten, für die Verschwörung gewonnen.
Da er gegen die schwer bewaffneten und disziplinierten römischen Legionen
in einer offenen Feldschlacht keine Chance sah, wandte er, wir würden
heute sagen, die Guerillataktik an. Er lockte durch fingierte Aufstände
entfernt wohnender Stämme das römische Heer in die Niewedder
Senke bei Kalkriese zwischen großes Hochmoor im Norden und dem Kalkrieser
Berg im Süden. Dort umzingelten die Germanen das römische Heer
und rieben drei Legionen mitsamt dem Tross von Handwerkern, Köchen,
Advokaten, Verwaltungsbeamten, Frauen und Kindern auf.
Die sich über drei Tage hinziehende Schlacht im "saltus
Teutoburgiensis" vereitelte den Versuch, Germanien zu einer römischen
Provinz zu machen und veranlasste den entsetzten Kaiser Augustus zu dem Ausruf "Quintili
Vare, legiones redde!" Fortan soll er den Tag der Niederlage in Trauer
begangen haben.
Das Informationszentrum Kalkriese dokumentiert anhand zahlreicher
Informationstafeln und Nachbildungen römischer Fundgegenstände,
einem naturräumlichen Landschaftsmodell, einem Videofilm über
Grabungs- und Restaurierungstechnik sowie vertiefender Literatur den aktuellen
Stand der archäologischen Forschungen und ermöglicht dem Besucher
Einblicke in die Kampfesweise sowie Ausrüstung eines im rechtsrheinischen
Germanien operierende römischen Truppenteils.
Das Informationszentrum Kalkriese, Venner Straße 69, 49565 Bramsche,
Tel. 05468-92040 ist geöffnet Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen
10.00 bis 18.00 h im Sommer bzw. bis 17.00 h im Winter. Führungen
können unter 05468-1872 vereinbart werden.
Im Internet findet man eine sehr gut aufbereitete Website zur Varusschlacht. Es handelt
sich um ein studentisches Projekt am Bereich Alte Geschichte der Universität
Osnabrück. Zu finden sind die Seiten unter http://www.geschichte.uni-osnabrueck.de/projekt/index.html.
Gelegentlich findet auf dem Gelände von Kalkriese ein "Römertag" statt, bei dem Darsteller in römischer Kleidung, als Handwerker oder Kaufleute auftreten. Gruppen, die Germanen darstellen sind auch dabei. Besonders
attraktiv sind die "Legionäre" (Fotoseite), die in voller Ausrüstung eine anschauliche Demonstration der Zeit vor 2000 Jahren geben.
A.Frerich, 16.2.98
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Grabstein des Zenturionen Marcus Caelius aus
der 18.Legion. Der Stein wurde bei Xanten gefunden und ist ein sehr wichtiges
archäologisches Zeugnis zur Varusschlacht. Repliken dieses Steines findet
man in vielen Museen, auch in Haltern und Kalkriese. Der abgebildete Zenturio
trägt als Zeichen seines Standes den Rebstock (vitis) und hat seine
Medaillen (phalerae) angelegt.
Die Inschrift in Übersetzung: "Dem Marcus Caelius, Sohn
des Titus, von der tribus Lemonia, geboren in Bononia, Zenturio ersten Grades
in der 18. Legion. Im Alter von 53 1/2 Jahren fiel
er im Varuskrieg. Die Gebeine seiner Freigelassenen dürfen hier ebenfalls
beigesetzt werden. Der Bruder Publius Caelius,
Sohn des Titus, von der tribus Lemonia, hat den Grabstein aufstellen
lassen." |
Ergänzung Juli 2000, HMO Das Gelände und das
Informationszentrum haben sich zum Museum und Park gewandelt und
sind ein Untervorhaben des weltweiten EXPO-Projektes "Faszination
Boden". Das Museumsgebäude und ein Turm sind derzeit im Bau und
werden im Jahr 2001 eröffnet. Jetzt befindet sich die
Ausstellung noch in alter Form im Informationszentrum. Der Park kann
seit Juni 2000 besichtigt werden.
Negativ fällt auf, dass die Eintrittspreise jetzt schon saftig erhöht
wurden. Positiv ist der zur Besichtigung aufbereitete Grabungsschnitt
und der rekonstruierte Wall, der jetzt im Bezug zum Gesamtgelände
verstanden werden kann. Daneben gibt es Installationen im Park, über
die man nachdenken muß.
Museum und Park Kalkriese
Venner Straße 69
49565 Bramsche-Kalkriese
Tel.: 05468/92040
E-Mail: kontakt@mupk.de
WWW: www.museumundparkkalkriese.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Eintritt: Erwachsene 6,00 DM
Ermäßigt 4,00 DM
Familienkarte 15,00 DM
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Der Weg des
Verderbens: Der mutmaßliche Weg der Legionen auf dem Schlachtfeld bei Kalkriese ist
mit Metallplatten ausgelegt.
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Der eiserne
Pavillon des Sehens ist einer von dreien, die den Besucher zum Nachdenken
bringen sollen.
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Ergänzung Juni 2001, HMO Für den Wettbewerb
Join Multimedia 2001 hat eine Projektgruppe aus der 8 B sich das
Thema "Zeitinsel Kalkriese" ausgesucht und eine umfangreiche
Schau ausgearbeitet. Die Schau (55 MByte) kann hier nicht gezeigt werden,
aber einige Seiten zur
Exkursion dieser Gruppe nach Kalkriese sind
jetzt auf unserer Website.
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