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Gymnasium Laurentianum
[  Geld der Römer, Sonderfälle  ]


  1. Das Geldsystem
  2. Bilder von Münzen
  3. Informationen auf Münzen
  4. Sonderfälle
  5. Wert, Kaufkraft


 

Kleingeld


halber Dupondius
Bei Mangel an Kleingeld wurden oft Münzen halbiert. Die Hälften hatten dann jeweils den Wert der nächstkleineren Münzeinheit. Hier wird ein halbierter Dupondius des Augustus gezeigt. Diese halbe Münze entspricht einem As.


 

Großgeld


Der Aureus war die höchste Münze, aber ihr Wert war für viele große Geschäfte dann doch zu klein. Für wirklich große Summen bediente man sich der griechischen Gewichtseinheit Talent   [ talentum, i, n., gen.pl. um (griech.Gewichtseinheit 26,196 kg) Talent  ]. Das Talent bedeutete ursprünglich Waagschale und war in 60 Minen  [ mina, ae, f. (griech. Gewichtseinheit 1/60 Talent) Mine ]  zu je 100 Drachmen,  [ drachma, ae, f. (griechische Silbermünze) Drachme ]  also in 6000 Drachmen eingeteilt. In Attika war das Gewicht des Talents 26,196 kg, die Mine 436,6 g und die Drachme demnach 4,366 g. Die Römer übernahmen diese Gewichtseinheiten:

1 Talent = 60 Minen = 6000 Drachmen = 26,196 kg

Die Drachme ist einerseits Gewichtseinheit (etwas mehr als 4 g) und andererseits die griechische Münze aus etwa ebensoviel Silber. Ein Talent Silber ist also gerade soviel Metall wie 6000 Silbermünzen, griechische Drachmen oder die gleichwertigen römischen Denare.

Ein Talent (Silber) ist also ein erheblicher Wert: 6000 Denare. Wenn man die Kaufkraft eines Aureus (= 25 Denare) gleich 50 € = 100 DM setzt und damit den Denar mit 2 € bewertet, dann wäre ein Talent etwa ein Wert von 12.000 €. Für Caesar sollten 50 Talente Lösegeld an die Piraten gezahlt werden. Auf dieser Rechenbasis würde das den Wert von 600.000 € in heutiger Kaufkraft darstellen.


 

Provinzgeld


Kupfermünze des Quinctilius Varus   
Kupfermünze mit dem Kopf des Publius Quinctilius Varus. Als Varus Proconsul der Provinz Africa war, wurden in einigen Städten diese Kupfermünzen geprägt. Solche Münzen, Kleingeld, hatten nur regionale Gültigkeit.

Später, im Jahr 6 n.Chr. kam Varus als Statthalter nach Germanien. Auf einem Feldzug in Norddeutschland im Jahr 9 n.Chr. ging Varus mit drei Legionen in der Schlacht am Teutoburger Wald unter. Angesichts der Niederlage beging Varus Selbstmord. In Kalkriese nördlich Osnabrück hat man ein Schlachtfeld gefunden, das möglicherweise der Ort dieses Geschehens war.

Der Name des Varus wird unterschiedlich überliefert: Quintilius oder Quinctilius. Diese Münze scheint die Schreibweise Quinctilius zu stützen.

 
Keltische Goldmünze aus Britannien, vom Stamm der Catuvellauni, 45 - 20 v.Chr. Auf der einen Seite ist ein Pferd abgebildet. Solche Münzen galten auch als Zahlungsmittel. Ihre genaue Wertstellung ist unbekannt. Diese Münze hat jedenfalls etwa den Materialwert eines Aureus.
   Britannisch-keltische Goldmünze

 
Gallisch-keltische Bronzemünze   
Keltische Bronzemünze aus der Provinz Gallia Belgica vom Stamm der Aduatuker. Derartige Münzen galten als lokale Zahlungsmittel. Die genaue Wertstellung dieser Münze ist unbekannt.


 

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