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Römisches Frühstück

Wer kennt das nicht? Am letzen Tag vor den Ferien hat wohl kein Schüler noch Lust, Unterricht zu machen. Also baten wir, die Lateinklasse 9A, ein paar Tage zuvor unseren Lateinlehrer, am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien 1998 ein römisches Frühstück zu machen. Zu unserem Glück wurde dieser Vorschlag auch gleich angenommen. Wir hatten vor, Brot nach römischem Rezept zu backen, was dann auch eine kleine Gruppe von uns tat.

Lateinklasse (21K) Endlich war der letzte Schultag gekommen. Nachdem das aus Dinkelmehl und Hefe bestehende Brot, Hauptnahrungsmittel der Römer, herumgereicht worden war, begannen wir zu frühstücken und reihum etwas über die Kochkunst der Römer vorzulesen.

Ein besonders wichtiges Dokument über die römische Küche ist das Kochbuch „De re conquinaria" (deutsch: „Über die Kochkunst") des altrömischen Schriftstellers Apicius, der zur Zeit des Kaisers Tiberius im ersten Jahrhundert nach Christus lebte. Sein Buch besteht aus zehn Kapiteln und 500 Rezepten. Apicius selbst wurde von dem römischen Schriftsteller Plinius als „Größter aller Verschwender und Prasser" bezeichnet. Kein Wunder, denn sein Kochbuch ist voller skurriler und exotischer Rezeptvorschläge, wie zum Beispiel Flamingo mit Pfeffer, Kümmel, Koriander, Minze, Raute, Datteln, Essig, Dill, eingedicktem Most und einem Bündchen Lauch. Wenn man Apicius Glauben schenken kann, soll das gleiche Rezept auch mit Papageien ganz delikat schmecken. Doch nun genug davon.

Der Großteil der römischen Bevölkerung lebte früher vorwiegend von Brot, einfachen Gemüseeintöpfen mit wenig Fleisch. Doch den etwas wohlhabenderen Römern standen dank einer hochentwickelten Landwirtschaft und eines ausgebauten Verkehrsnetzes auch Plattfische und Austern aus dem Atlantik und der Nordsee zur Verfügung. Sogar Reis und Gewürze aus Indien wurden durch Handel mit Arabern, die mit ihren Schiffen die Küsten des Indischen Ozeans befuhren, zum festen Bestandteil der römischen Küche.

Grundnahrungsmittel der Römer war, wie schon erwähnt, Brot, das für das „einfache" Volk aus Wasser und geschrotetem Mehl bestand. Einige Sesterzen teurer war sicher das Hefebrot, das durch Vergären mit Weinhefe hergestellt wurde.

Ebenso gehörten Hülsenfrüchte aller Art zu den Grundnahrungsmitteln der Antike. An Gemüsen schätzten die Römer vor allem die verschiedenen Kohlsorten und diverse Kürbisvarianten. Eine besondere Rolle spielte auch damals die Olive, entweder die ganze Frucht als Beilage und Gewürz oder das Öl als Universalfett zum Kochen und Backen.

Natürlich gehörte zu einer ordentlichen Mahlzeit im alten Rom auch Wein. Oft mußten die Römer ihn erst durch Verdünnen mit Wasser oder Anreichern mit Gewürzen und Honig genießbar machen. Bei unserem „Römischen Frühstück" wurde der Wein allerdings durch ein Gemisch aus Maracuja-, Trauben- und ähnlichen Säften ersetzt.

Zutaten (13K) Für diejenigen, die gerne selbst einmal ein Frühstück a la Rom ausprobieren möchten, hier das Brotrezept:

   Hefebrot

   Die Zutaten gründlich vermengen 
   und den Teig ausgiebig 10 - 15 Minuten 
   kneten. Anschließend  wird der 
   Teig zu einem Strang geformt. Eine 
   Kastenform mit Olivenöl einfetten 
   und den Teig hineinlegen. Mit einem 
   Küchentuch eingedeckt sollte er 
   jetzt mindestens 20 Minuten an einem 
   warmen Ort gehen. Schließlich 
   wird er bei 2000C etwa 30 
   Minuten gebacken.

   Als Variante kann man auch Nüsse, 
   Rosinen oder ähnliches in den Teig 
   hineingeben.
Guten Appetit!

Lena Hüsemann und Caroline Schomburg, Klasse 9A, Jan.1999



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