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Chronogramme in Warendorf

Am Markt

Christine Blume und Alexander Drees, Jan.1999

Früher befanden sich die meisten Inschriften in Warendorf an Fachwerkhäusern. Weil in der heutigen Zeit nur noch recht wenige dieser Fachwerkhäuser existieren, ist das eigentlich der Hauptgrund, weshalb auch nicht mehr so viele Inschriften vorhanden sind. So sind also auch viele Inschriften einfach verlorengegangen. Am Markt, genauer gesagt dort, wo heute u.a eine Bücherei ist, befindet sich eine dieser lateinischen Inschriften Warendorfs.

Sie lautet:

Chronogramm 1 (2K)

Übersetzt bedeutet das:

ALLES WAS MAN TUT, SOLL MAN MIT DEM GUTEN GOTT TUN.

Außerdem ist darunter erklärt, was es mit dieser Inschrift auf sich hatte:   ALTER TÜRSTURZ VOM HAUSEINGANG AM MARKT, LINKS HAUSMARKE AHAGEN, RECHTS WAPPEN RUTT/ RUHT, CHRONOGRAMM 1661

Mit der Jahreszahl 1661 hat es in der Tat etwas auf sich: In diesem Jahr wurde das Haus nämlich saniert und wenn man sich das Haus einmal von vorne ansieht, so sieht man dort genau diese Jahreszahl wieder, die sich auch aus den roten Buchstaben des Chronogramms ergibt.

In dieser Inschrift befindet sich außerdem ein Wappen, welches einen Hund darstellt. Eventuell lassen sich dadurch Rückschlüsse auf den Familiennamen "Rutt" ziehen, der hier bewußt als "Rüde" dargestellt wurde. Die Inschrift wurde später an der Treppe wiedergefunden, sie hing vorher vorne am Haus an der Tür, leider wurde dabei das Wappen leicht beschädigt. Das Haus, an dem sich das Chronogramm befindet, wurde im Laufe der Jahre oft und vielseitig genutzt, z.B. war es 1703 eine Apotheke, während es vorher, nämlich von 1520 an, auch lange Zeit eine Gaststätte war. Einmal hauste sogar der Fürstbischof von Sassenberg genau in diesem Haus. Die Übersetzung der lat. Inschrift ins Deutsche soll also etwas über die Beziehung der Menschen zu Gott aussagen, man sollte immer mit Gottes Vertrauen und seiner Hilfe handeln. In der Erklärung des Chronogramms ist auch von "Ahagen" die Rede, das war die Familie, der das Gebäude gehörte.


 

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Chronogramme in Warendorf

Gymnasium Laurentianum

Christine Blume und Alexander Drees, Jan.1999

Das Chronogramm, das im Eingang des Laurentianum hängt, wurde am 20. Dezember 1979- einen Tag vor den Weihnachtsferien- enthüllt. Zusammen mit einigen Kunstlehrern hat der ehemalige Latein- und Griechischlehrer Johannes Spitzer die Buchstaben ausgewählt und das Chronogramm dann in Bronze gießen lassen. Man suchte dieses Material aus, weil erstens die Römer und Griechen viel mit Bronze gearbeitet haben und zweitens, weil das Material nicht rostet. Bei dem Chronogramm (Zeitaufschrift) fällt beim ersten Hinschauen besonders eins auf: Viele der Buchstaben sind großgeschrieben. Doch diese Weise des Schreibens hat einen Sinn. Wenn man die Inschrift näher betrachtet, bemerkt man, dass die großgeschriebenen Buchstaben römische Zahlen darstellen. Diese ergeben zusammengezählt das Jahr 1974, in dem der Umzug ins LAU stattfand. Das Chronogramm wurde auch entworfen, um das graue Gebäude zu schmücken.

Der lateinische Inhalt des Chronogrammes lautet:

Chronogramm 2 (14K)

Ins Deutsche übersetzt bedeutet das soviel wie:

LATEINISCHE SCHULE,
OBWOHL OFT UMGESTALTET
DURCH DEN WILLEN GOTTES FÜR DIE KINDER
DURCH DIE JAHRHUNDERTE BEWAHRT.

Chronogramme sind übrigens nicht römischen Ursprungs; sie wurden erst in der Renaissance und im Klassizismus modern.


 

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Chronogramme in Warendorf

"Markt 17" in der Emsstraße

Katharina Schlüter und Frank Hankemann, Mai 1999

Chronogramm 3 (16K)


Auf dich Herr, habe ich gehofft, ich werde in Ewigkeit nicht zu Schanden werden.
Nach zweimal erlittenem Brande erhebe ich mich schöner als der Umkreis,
es schütze mich jener, mein Gott, der die Sterne lenkt.

Das Fachwerkhaus »Markt 17« an der Emsstraße, in dem sich immer schon eine Gaststätte befand, zeigt noch heute einige Spuren der Geschichte. Neben einer alten Treppe, die zum Hotel führte, und einem kleinen Teil des Fachwerks an der Hinterseite des Gebäudes ist bis heute nur ein auf die Wand gemaltes Bild von 1933 erhalten geblieben. Dieses Bild zeigt Warendorf von 1550 bis 1600. Nach einem großen Brand in der Innenstadt Warendorfs 1670, folgte 1674 ein weiterer, bei dem das Haus noch stärker als zuvor beschädigt wurde. Dann stellte man es bis 1676 wieder fertig und versah es zusätzlich mit dem Chronogramm. Anschließend wurden alle Häuser in der Stadt - und somit auch das Haus an der Emsstraße - verputzt, um einem weiteren Brand vorzubeugen.

Seit 1893 wohnte die Familie Buller in dem Haus. Sie bewirtete u. a. auch Händler und Kaufleute aus Sassenberg, Füchtorf, Harsewinkel und Marienfeld, die täglich nach Warendorf kamen und kümmerte sich um deren Pferde. Neben einer Wirtschaft befand sich dort auch die Poststation, ein Lebensmittelladen mit Kolonialwaren, eine Bäckerei und ein Hotel mit 11 Zimmern und 14 Betten im Haus. Neben Poststation, die noch bis 1938 bestand, Gaststätte und Lebensmittelladen, baute Herr Buller in der alten Pferdescheune im Erdgeschoss 1933 eine Cafestube auf.

Im Jahre 1941/42 stieß man nach den Ausführungen von Karl Buller bei einer Kellervertiefung auf einen Tonkrug aus Ringkeramik, in dem sich ein kleiner Knochen befand. Man vermutet, dass es sich hierbei um eine Urne einer sächsischen Begräbnisstätte handelt.

Nach dem Krieg übernahm in den 50er Jahren der Sohn Karl Buller die Gaststätte, deren Giebel 1,86 Meter vorsteht und nannte sie »Altdeutsche Bierhalle«. In den 70er Jahren vergrößerte man das Fundament des Zweiständerhauses von einem auf zwei Meter, da sich auf Grund der Umbauten das ganze Haus verzogen hatte und einzustürzen drohte.

Das letzte einschneidende Ereignis widerfuhr dem Hause "Emstraße 17" Mitte der 90er Jahre. Karl Buller gab die Gaststätte auf und verkaufte das Haus an Karl Elmer, der es umbaute. Seitdem beherbergt das Haus wieder eine Gaststätte, die im westfälischen Stil eingerichtet ist und fälschlicherweise den Namen »Markt 17« trägt.


 

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Chronogramme in Warendorf

Haus Temme

Lena Wekeiser und Ruth Seelige, beide 10C, Dez.1999

Am Haus Temme, Emstraße 1 in Warendorf befindet sich folgende Inschrift:


Haus Temme

Die Übersetzung lautet: „Johannes Holstein und Elisabeth Ruht erneuerten mit Gottes Hilfe dieses Haus."

Zählt man die groß geschriebenen Buchstaben zusammen, erhält man die Zahl 1619. Dies ist aber nicht die Jahreszahl, in der das Haus renoviert wurde, denn die Inschrift enthält einen Fehler.

Bei der Restauration des Chronogramms wurde fälschlicherweise das Wort relevabant durch renovabant ersetzt. Da das Wort relevabant ein zusätzliches L enthält, das die römische Zahl 50 bedeutet, ergäbe sich beim Zusammenzählen die Jahreszahl 1669. In diesem Jahr wurde das Haus tatsächlich renoviert.

Der Grund für den kompletten Wiederaufbau des Hauses war der verheerende Stadtbrand in Warendorf 1669, bei dem große Teile der Innenstadt zerstört wurden. Nach der Hauserneuerung konnte Johannes Holstein sich jedoch an seinem neuen Haus nicht mehr lange erfreuen, denn er verstarb zwischen 1669 und 1670. Die Witwe Elisabeth Ruht heiratete daraufhin im Jahre 1673 Johannes Stövers.

Das Haus galt lange Zeit als Begegnungsstätte für die Anhänger der Wiedertäufer, die hier oft wiedertäufische Reden gehalten haben sollen.

Im Jahre 1812 wurde das Haus, das zu der Zeit eine Bäckerei war, von dem Bäcker Johann Hermann Stock an den Berufsgenossen Anton Heinrich Krampe verkauft.

Ein Aspekt, der uns besonders interessierte, war, wann das Haus den noch heute gebräuchlichen Namen „Haus Temme" bekommen hat.. Diese Frage konnten wir allerdings auch nicht durch Nachforschungen im Kreisarchiv beantworten. Wir fanden jedoch heraus, dass der Name nicht durch Heirat ins Haus kam, sondern höchstwahrscheinlich durch Kauf. Ebenfalls konnten wir den ungefähren Zeitpunkt bestimmen, zu dem der erste Besitzer mit dem Namen Temme das Haus bezog. Es muss ungefähr zwischen 1816 und 1931 gewesen sein, da die Familie Temme 1816 noch an der Brünebrede 54 wohnte und das Haus Temme zu dieser Zeit von der Witwe Clara Elisabeth Cratz bewohnt wurde. Hermann Temme, der 1931 in dem Haus wohnte, machte es zu einer Brennerei, die lange bestehen blieb. Heute befindet sich im Haus, das sich nicht mehr im Besitz der Familie Temme befindet, jedoch den Namen behalten hat, ein holländischer Laden.


 

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