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Astronomie am Laurentianum

[  Das Sternbild Stier ]





Der Stier von Bernd Rother

Der Stier
Zeichnung: Bernd Rother (11), Astronomie AG Gymnasium Laurentianum




Sternbild Stier

Skelettkarte des Tierkreissternbildes Stier




Das Sternbild Stier

Das Sternbild zeigt den vorderen Teil eines Stieres, der mit gesenktem Kopf auf Orion zurast. Die in Form eines Dreiecks angeordneten Hauptsterne der Hyaden bilden den Kopf, mit dem rötlichen, hellen Vordergrundstern Aldebaran als Auge.

Der Stier zählt zu den schönsten Wintersternbildern und ist von November bis Februar abends am südöstlichen Sternenhimmel zu bewundern.

Besondere Objekte

Die Hyaden und die Plejaden sind wohl die bekanntesten offenen Sternhaufen am Himmel. Die Mitglieder jeder dieser Sternansammlungen bewegen sich gemeinsam durch den Raum. Wegen der perspektivischen Verzerrung scheinen beide Haufen auf einen Konvergenzpunkt oder Vertex zuzustreben: die Hyaden auf einen Punkt nordöstlich des Sterns Betelgeuze, die Plejaden auf einen Vertex, der an der Grenze der Sternbilder Columba und Pictor liegt. Aus dieser Bewegung der Sternströme läßt sich ihre jeweilige Entfernung ermitteln. Diese Werte dienen gleichsam als wichtige Sprosse auf der kosmischen Entfernungsleiter: Über die Helligkeiten der Haufenmitglieder läßt sich auf die Entfernung weiterer Sternaggregationen in der Galaxis schließen; über andere Verfahren vermag man die Entfernungsskala bis auf extragalaktische Distanzen auszudehnen.

Im Taurus befindet sich das Objekt M 1, das der französische Astronom Charles Messier als erstes in seinen Katalog nebelhafter Objekte aufgenommen hat. Wegen seiner Form wurde es später Krebs-Nebel genannt. Es handelt sich dabei um den Überrest einer Supernova-Explosion, deren Auf flammen am 4. Juli 1054 von chinesischen Astronomen bemerkt wurde. Die heute zu beobachtenden Gasmassen - die abgestoßenen äußeren Schichten des Sternes - breiten sich noch immer mit Geschwindigkeiten von etwa 1500 Kilometern pro Sekunde im Raum aus. Der innere Teil des Sternes kollabierte bei der Explosion zu einem äußerst kompakten Objekt, einem sogenannten Neutronenstern. Er hat einen Durchmesser von etwa zehn Kilometern und rotiert 30ma1 pro Sekunde um seine Achse. Dabei sendet er Pulse von Radiostrahhmg aus, weshalb man ihn als Pulsar bezeichnet.

Hyaden und Plejaden

Die Hyaden zählen etwa 200 Mitglieder, von denen die hellsten eine V-förmige Formation bilden. Der rötlich leuchtende Stern Aldebaran (a Tauri) befindet sich nur scheinbar inmitten dieser Gruppe, ist jedoch in Wahrheit ein Vordergrundstern: Er ist mit 68 Lichtjahren nur etwa halb so weit entfernt wie die Hyaden, deren mittlere Entfernung 150 Lichtjahre beträgt. Der Haufen ist schätzungsweise vor 650 Millionen Jahren entstanden. Seine Mitglieder bewegen sich auf nahezu parallelen Bahnen durch das Weltall; aus perspektivischen Gründen scheinen sie aber am Himmel auf einen bestimmten Konvergenzpunkt hin zu strömen, der in der Nähe des Sterns Betelgeuze im Orion liegt. Dieser Effekt ist vergleichbar mit dem Zusammenlaufen der Straßenränder auf einer langen, geraden Strecke. Die Plejaden wiederum befinden sich in einer Distanz von 410 Lichtjahren und sind vor ungefähr 50 Millionen Jahren entstanden. Bei den dunklen Bereichen handelt es sich übrigens nicht um sternfreie Gebiete, sondern um Staubwolken im interstellaren Raum, welche die Sicht auf die dahinter liegenden Sterne versperren.

Die Sterne der Plejaden (Katalogbezeichnung M 45) erscheinen in einem diffusen Gas- und Staubnebel eingebettet. Lange Zeit hat man angenommen, daß sie auch in dieser Wolke entstanden sind; doch neuere Forschungen zeigen, daß der Nebel zu einem ausgedehnten Wolkenkomplex in den Sternbildern Taurus und Auriga gehören, an dem die Plejaden derzeit vorbeiziehen. Anders als im Orion-Nebel, wo das Gas durch die energiereiche Strahlung junger, heißer Sterne ionisiert und dadurch zum Leuchten angeregt wird, reflektieren die Gasmassen hier lediglich das Licht der kühleren Plejaden-Sterne. Die blaue Farbe ist kennzeichnend für solche Reflexionsnebel.

Mythologie

Der Stier ist ein Sternbild, das schon in den ersten Hochkulturen bekannt war. Wenngleich sich Beziehungen zum Kampf des Orion gegen den sumerischen Himmelsstier herleiten lassen - der auch in den früheren bildhaften Darstellungen beider Sternbilder zum Ausdruck kommt -, wird zumeist die griechische Europa-Sage als Ursprungsmythos angegeben. Demnach verwandelte sich Zeus bei einem seiner zahlreichen Seitensprünge in einen schneeweißen Stier, in dessen Gestalt er sich Europa, der Tochter des phönizischen Königs Agenor, näherte. Als er das Zutrauen der jungen Frau gewonnen und sie sich auf seinen Rücken gesetzt hatte, näherte er sich listig dem Wasser, watete vorsichtig hinein und schwamm schließlich kraftvoll durch die Weiten des Meeres, um Europa - die einem ganzen Kontinent ihren Namen gab - an die Küste Kretas zu entführen, wo er seine wahre Identität offenbarte. Einer der Söhne von Europa und Zeus soll Minos gewesen sein, König und erster Gesetzgeber der Kreter.

Ein weiterer Mythos spannt sich um die Plejaden, das Siebengestirn, das die Griechen als Kalenderzeichen nutzten. Die Plejaden waren die sieben hübschen Töchter des Titanen Atlas und der Meeresnymphe Pleione. Um sie und ihre Mutter vor den Nachstellungen des Orion zu schützen, versetzte Zeus sie an den Himmel. In der unablässigen Drehung des Firmaments läuft ihnen dort Orion heute noch nach, ohne sie je einholen zu können. Die Hyaden waren in der griechischen Mythologie ebenfalls Töchter des Atlas. Sie wurden unter die Sterne versetzt, weil sie den Tod ihres Bruders betrauerten und nicht mehr zu weinen aufhörten - daher auch der Name "Regengestirn", denn ihr Aufgang im Herbst in der Abenddämmerung markierte den Beginn der regenreichen Zeit. Einer anderen Überlieferung zufolge sind die Hyaden die Ammen des Weingottes Dionysos gewesen.


Sternenhimmel am 1. Dezember, 21 Uhr, Blickrichtung südost

Der Sternenhimmel am 1. Dezember gegen 21.00 Uhr in Blickrichtung südost.
 


Sternenhimmel am 1. Dezember, 21 Uhr, Blickrichtung südost

... und hier das gleiche ohne Hilfslinien zum Üben.
 



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