Homepage | Unterricht | Aktuelles,Infos | Literaturkurse | Lau Suche


Gymnasium Laurentianum

[  Literaturs Dr.Grohe, 2000  ]


Marat Titelbild

Der in der Irrenanstalt Charenton internierte Marquis de Sade inszeniert mit den dortigen Patienten ein Schauspiel, welches die Problematik revolutionären Handelns und menschlicher Grundprobleme zur Zeit der Französischen Revolution zeigt. Zwar war auch Sade von der Notwendigkeit einer Umwälzung überzeugt, jedoch schreckt er vor den Gewaltmaßnahmen der Neuordner zurück.


Aufführungen:
     Premiere am Dienstag, den 9. Mai 2000
     2. Aufführung am Donnerstag, den 11.Mai 2000
     3. Aufführung am Dienstag, den 16.Mai 2000

Die Aufführungen finden jeweils im "Theater am Wall" in Warendorf statt. Der Eintritt beträgt 5,-DM/ ermäßigt 3,-DM.


Es spielen mit:

Marquis de Sade     Krisztian Rozsa           Patienten     Daniel Nüssing,
Jean Paul Marat Julius Reimer   Matthias Lahr
Simonne Evrard Kerstin Heyl   André Altenau
Charlotte Corday Sophie Haring Ausrufer Jens Niewöhner,
Duperret Stefan Schellhammer   Stefan Döhner
Jacques Roux Florian Klaucke, Coulmier Florian Stockmann,
  Steffen Tröbst   Stefan Walleck
Die 4 Sänger/Pfleger   Coulmiers Frau Tine Walleck
Kokol Tim Schneider Leitung Dr. Winfried Grohe
Polpoch Thomas Büscher Regieassistenz Tine Walleck
Cucurucu Frank Schnucklake   Klaus Berger
Rossignol Marcel Ewers   Janina Üschner
    Souffleur Klaus Berger
    Technik Daniel Nüssing
      Jan Mehlich


Marat Gemälde


 

Die Westfälischen Nachrichten berichteten über die Premiere:

Langatmiger Titel für spannendes Theaterstück

Lau-Literaturkurs präsentierte gelungene Weiss-Premiere im TaW

WARENDORF (Sebastian Sokolowski)    Ein Stück im Stück präsentierten die 25 Schüler des Literaturkurses der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasium Laurentianum unter der Leitung von Dr. Winfried Grohe. "Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade" - diesen langatmigen Titel trägt das Stück, das die etwa 80 Zuschauer am vergangenen Dienstagabend im Theater am Wall zu sehen bekamen.

Die Rahmenhandlung spielt in der Irrenanstalt "Hospiz zu Chareton", in der die Patienten die tragische aber viel leicht auch notwendige Ermordung des Jean Paul Marats in den Wirren der Französischen Revolution darstellen. Die Schauspieler spiegeln den Kampf zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat nach, letztlich ist es aber nur eine von Peter Weiss gewählte Maske für die Studentenrevolten in der 68er-Generation.

Weiss führte die Uraufführung des Stückes im Jahr 1964 durch, wobei die große Erfolg erst vier Jahre später eintrat. als das Stück in jeder Großstadt zu sehen war. Weiss hat auch den "Zirkus" für die Bühne entdeckt, was auch vom Regisseur Winfried Grohe umgesetzt wird: Die bunte Schar der Darsteller bildet eine Art Manege, einen Halbkreis, der als Rahmen für das Bühnengeschehen dient, aus dem die Schauspieler bei Zeiten hervortreten und in der Handlung mitmischen.

In dem Stück werden zwei Ansichten zum Begriff der Freiheit vertreten: Zum einen versucht Jean Paul Marat (Julius Reimer) seine radikal-demokratische Auffassung mit allen Mitteln durchzusetzen, indem er zum Beispiel alles daransetzt, die Reichen zu stürzen und ihren Besitz in Gemeineigentum zum Vorteil aller umzuwandeln. Sein Gegenpart ist der konservative Adelige Marquis De Sade (Krisztian Rozsa), der von der gesamten Welt enttäuscht ist. Er kann nur in extremer, zum Teil auch sexueller Gewalt die Erfüllung seiner Vorlieben und seine Befriedigung finden. Zwar ist auch De Sade von der Notwendigkeit einer Umwälzung überzeugt, schreckt jedoch vor den Gewaltmaßnahmen der Neuordner zurück.

Auch in unserer heutigen Welt ist De Sade immer noch nahezu allgegenwärtig: Nach ihm wurde der Sadismus benannt. Die entscheidende Tat im ganzen Stück begeht Charlotte Corday (Sophie Haring): "Ich beende ein Menschenleben, um tausende zu retten!" Begründet sie ihre Tat.


 
Jean Paul Marat (Julius Reimer) geht über Leichen, um seine Interessen durchzusetzen. Jacques Roux (Steffen Tröbst), energischer Verfechter Herrschaft des Proletariats.
Marquis De Sade (Krisztian Rozsa) findet nur durch Bestrafung seine sexuelle Erfüllung.



K.Berger, S.Sokolowski, Mai 2000



Homepage | Unterricht | Aktuelles,Infos | Literaturkurse | Lau Suche
Home | Wegweiser | Schule | Region | Unterricht | Arbeitsgemeinsch.
Latein | Titanic Projekt | VAL | Aktuelles,Infos | Dateien laden | Suche