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"Der kleine Schornsteinfeger"
Kinderoper von Benjamin Britten
Eine Aufführung des Gymnasium Laurentianum Warendorf
Mi. 19. Mai Do. 20. Mai Do. 27.Mai Fr. 28. Mai jeweils um 19.30 Uhr
im Pädagogischen Zentrum des Laurentianum
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Immer wieder sind am Gymnasium Laurentianum Projekte realisiert worden, die Theaterspiel und Musik miteinander
kombinieren. Erinnert sei nur an die jüngste Vergangenheit mit den Musicalaufführungen
"Elisabeth" (1998) und
"The Rocky Horror Show" (März 1999). Wurden bei den letztgenannten Stücken hauptsächlich die Schüler der
mittleren und älteren Jahrgänge als Sänger und Schauspieler angesprochen, so präsentierten im
Mai 1999 die jüngsten Laurentianer, was sie im vergangenen Schuljahr erarbeitet haben. Das war die Oper
"Der Kleine Schornsteinfeger", vor exakt 50 Jahren für Kinder
komponiert von Benjamin Britten (1913-1976).
Britten gilt als der bedeutendste englische Komponist seit Purcell (17. Jahrhundert). Ein Schwerpunkt seiner Arbeit war
für ihn zeitlebens die Oper. Er bereicherte aber nicht nur das Repertoire der großen Opernhäuser, sondern schrieb auch
eine köstliche kleine Oper speziell für Kinder.
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Johannes Grove, 5D als kleiner Schornsteinfeger |
Sandra Austermann, 5D als kleiner Schornsteinfeger |
Der kleine Schornsteinfeger, das ist Sammy, gerade mal acht Jahre alt. Seine bitterarmen Eltern mußten ihn in die Obhut
des brutalen Kaminkehrers Robert geben, der sich anschickt, ihn nach Strich und Faden zu quälen und auszubeuten.
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| Szenenfoto, im PZ des Laurentianum |
Die Handlung, die in einem
gutbürgerlichen Haus im England des frühen 19. Jahrhunderts spielt, bezieht sich auf reale
Verhältnisse der damaligen Zeit: Schmächtige Kinder mußten die Kamine der Bürgerhäuser von innen
erklimmen, um sie von Ruß zu reinigen. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es: "Niemand kennt die
Grausamkeiten, die die Jungen zu Beginn erleiden. Die Haut muß abgehärtet werden. Dies geschieht durch Einreiben
der Ellbogen und Knie mit Salz und Wasser in unmittelbarer Nähe eines Feuers. Es tut furchtbar weh. Zuerst kommen sie mit
blutigen Armen und Knien von ihrer Arbeit zurück. Dann müssen sie wieder mit Salz und Wasser bearbeitet werden."
Um auf Sammy zurückzukommen: Sein erster Arbeitstag überhaupt beginnt kläglich. Aber er hat das Glück, sich im
Kinderzimmer von Iken Hall zu befinden, wo er von Julia, Jonny, Sophie, Kai, Tina und Udo entdeckt wird. Die sechs Kinder
befreien ihn nicht nur aus seinem engen Verlies. Mit Hilfe des Kindermädchens Olga und viel List und Tücke verstecken sie
ihn auch vor der sauberkeitsfanatischen Haushälterin Fräulein Baggott und befreien ihn schließlich ganz aus der Hand
seiner Peiniger.
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| Szenenfoto, im PZ des Laurentianum |
Der besondere Reiz des knapp
einstündigen Werkes liegt darin, daß Britten einerseits seine Opernerfahrungen und seine
ausdrucksstarke persönliche Handschrift in die Musik einbringt, daß er andererseits aber auch ein absolut kindgerechtes
Stück schreibt. Der weltweite Erfolg des "Kleinen Schornsteinfegers" beweist es seit nunmehr fünfzig Jahren.
Die Darsteller der Kinder-Rollen waren in den Aufführungen des Laurentianum Schülerinnen und Schüler
hauptsächlich der fünften und sechsten Klassen, unterstützt vom Unterstufenchor, der sich an verschiedenen Stellen mit markanten
Musiknummern an der Handlung beteiligte. Benjamin Britten hat jedoch die Erwachsenen-Rollen und das kleine Orchester mit
durchaus anspruchsvollen Partien bedacht. Hier waren die musical-erfahrenen älteren Schüler und einige Lehrer gefordert.
Ohne sie, die bereits bei "Brundibar", "Oliver" und "Sweet Charity" dabei waren,
hätte auch diese kleine Oper nicht aufgeführt werden können.
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| Masken, im Kunstunterricht geschaffen |
"Der Kleine Schornsteinfeger" hatte am Mittwoch, dem 19. Mai, im Pädagogischen Zentrum des Gymnasium
Laurentianum Premiere. Weitere Aufführungen waren am 20., 27. und 28. Mai.
Martin Heil, Fotos: Marlis Ermer, Juni 1999
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