Schädel eines Neandertalers in Warendorf
Vermutlich waren die Neandertaler nicht nur in Neandertal bei Düsseldorf
zu Hause, wo 1856 Knochenreste eines Steinzeitmenschen gefunden wurden,
sondern auch in Warendorf.
Vor
zwei Jahren fand Hobby-Archäologe Josef Gora, der vom Eigentümer
der Hartsteinwerke eine Suchgenehmigung erhalten hatte, Schädelfragmente,
die die typischen Merkmale eines Neandertalers aufweisen. Auch Steingeräte,
Geweihgeräte und eiszeitliche Tierknochen fand er in dem Sieb, das
den von einem Saugbagger aus dem Kottrupsee gepumpten Sand von groben Bestandteilen,
im wesentlichen Kieselsteinen jeder Größe, befreien soll. Er
meldete den Fund dem Westfälischen Museum für Archäologie
in Münster und übertrug auch die Besitzrechte an den Landschaftsverband.
Z.Zt. wird die Erbsubstanz des Fundes, der zwischen 70.000 und 40.000
Jahren alt sein dürfte, am Institut für Anthropologie in Tübingen
untersucht und anschließend in Kiel das Alter des Knochens mit der
C14-Methode. Mit abschließenden Ergebnissen kann Ende des Jahres
gerechnet werden.
Wenn sich die Vermutungen bestätigen sollten, dürfte der Schädel
des ältesten Warendorfers sicherlich die Attraktion im Bereich Steinzeit
des neuen Archäologiemuseums in Herne werden.
Schade, eigentlich hätten wir doch gern den ältesten Mitbürger
Warendorfs hierbehalten, sozusagen einen Neandertaler zum Anfassen. Aber
wir können ihn ja demnächst in Herne besuchen.
Der Fundort, die Kottrupseen, war mehrfach Platz von archäologischen Untersuchungen. In
einem Text zu RAP 2K wird mehr darüber geschrieben. Im Juni 2001 hat eine Gruppe aus der 8 A ein größeres Projekt
über den Neandertalerfund am Kottrupsee durchgeführt. Teile dieses Beitrags für den Wettbewerb Join Multimedia 2001 werden auf eigenen Seiten dargestellt.
Alwin Frerich, 24.Feb.98, ergänzt Juli 2001
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