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Stadt Warendorf

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Stadt Warendorf

WafDie Kreisstadt Warendorf liegt ostwärts von Münster genau auf dem 8.Meridian östlicher Länge und wenig südlich des 52.Grades nördlicher Breite. Sie ist das Mittelzentrum im östlichen, ländlich geprägten Teil des Regierungsbezirks Münster.

Der Name leitet sich von der sächsischen Siedlung Warantharpa (= Siedlung auf dem hohen Ufer) ab, die etwa um 700 am Ufer der Ems bestand. Die Kirche St.Laurentius wurde von Bischof Liudger (+ 809) gegründet. Stadtrechte besitzt Warendorf seit etwa 1200. Warendorf war Mitglied im Hanseverband. Die Altstadt hat den historischen Grundriss und zahlreiche alte Bauwerke bewahrt. Das Gymnasium Laurentianum hat seine Wurzeln in der Lateinschule, die seit 1329 urkundlich belegt ist.

Die Einwohnerzahlen spiegeln die Entwicklung der Stadt:

Jahr     Einwohner 
 700               Warantharpa, sächsische Siedlung.
1200               Stadtwerdung zwischen 1197 und 1201,
                      Warendorf ist Mitglied der Hanse.
1533-1556          Verlust der Stadtrechte während der
                      Wiedertäuferbewegung.
1627-1632          Verlust der Stadtrechte im
                      Dreißigjährigen Krieg.
1657               Erster Fettmarkt in Warendorf.
1685       4709    Ackerbürgerstadt, Leinenproduktion.
1741               Großer Stadtbrand und daraus folgender
1763       2873       Niedergang der Stadt, weil viele
                      Handwerker wegziehen.
1818       3818    Warendorf ist unbedeutende Kleinstadt.
1826               Gründung des Westfälischen Landgestüts.
1887               Eisenbahnlinie Münster-Warendorf-Rheda.
1913       7026    Warendorf ist Kleinstadt mit etwas 
                      Industrie: Textil, Maschinenbau.
1948      14960    Integration umliegender kleiner
                      Bauernschaften.
1975      32687    Kommunale Neugliederung, Integration von
                      Hoetmar, Milte,Einen und Müssingen
                      und Zusammenschluß mit Freckenhorst.
1998      37512    Heute: Stadt des Sports.
2000               Jubiläum: 800 Jahre Stadtwerdung.
2002               Jubiläum: 250 Jahre Fest Mariä Himmelfahrt 
                      in Warendorf.

Bundesweite Bedeutung hat Warendorf als "Stadt des Pferdes". In und um Warendorf haben mehrere Olympiasieger im Pferdesport ihren Wohnsitz, an erster Stelle Warendorfs Ehrenbürger Hans Günther Winkler. Warendorf beherbergt das Nordrheinwestfälische Landgestüt, die Deutsche Reitschule, die Deutsche Reiterliche Vereinigung (Fédération Equestre Nationale, FN), das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) und das Bundesleistungszentrum Reiten (BLZ).

Viele Olympiade-Teilnehmer waren zumindestens zeitweise in Warendorf, nämlich als Angehörige der Bundeswehr-Sportschule im Nordteil der Stadt.

Größter Industriebetrieb der Stadt mit ca. 400 Mitarbeitern ist ein Zweigwerk der Firma Miele, in dem vornehmlich Küchen hergestellt werden. Miele & Cie., Mielestraße 1, 48231 Warendorf, 02581/59-0.

Miele Werk Warendorf

Als letzter größerer Betrieb der Textilindustrie befindet sich die Firma Brinkhaus im Stadtgebiet von Warendorf. Bis ins 19.Jahrhundert war Warendorf bekannt für Leinenwaren und noch die britische Queen Victoria bezog hier ihr Leinen.

Ein bitter-süßes Portrait von 1966 aus der Feder von Paul Schallück, im "Atlas deutscher Autoren" veröffentlicht, wurde damals in Warendorf nicht gern gesehen: "Warendorf liegt an der westfälisch-münsterländischen Ems, an einer Furt, ungefähr im Schnittpunkt des achten Längen- und des zweiundfünfzigsten Breitengrades. Handwarm haben nur wenige der acht- bis zehntausend Dortgeborenen sowie der fünf- bis siebentausend Vonferngekommenen mit Pferden zu tun - in diesem schmucken Städtchen aus höchstens dreistöckigen Wohnhäusern, Gassen und Kopfsteinpflaster, krummen Straßen und viel zu schmalen Bürgersteigen. Alte Warendorfer indessen leben, atmen, essen, trinken, freuen und ärgern sich im Dunst und Bewußtseinskreis von Pferden ..."




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Die Ems in Warendorf

Am historischen nördlichen Stadtrand von Warendorf, heute mitten durch die Stadt, fließt die Ems. Das Flußbett ist hier begradigt und reguliert, kaum 10 m breit.

Im Bereich der früheren Furt verläuft eine alte Hauptstraße von Norden nach Süden über Brücken in die Altstadt. Die Straßennamen (Dreibrückenstraße, Zwischen den Emsbrücken) erinnern daran. Heute verlaufen die Hauptverkehrswege über neue Brücken um die Altstadt herum.

In diesem Bereich befindet sich heute im Osten der Emssee, ein Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit zum Segelsport, und im Westen die Linnenwiese, ein Überschwenmmungsgebiet, das als Festplatz für Fettmarkt, Maria-Himmelfahrt-Kirmes, Zirkus und andere Veranstaltungen genutzt wird.

HOT,Emskolk,Linnenwiese (19K)
Emssee (5K)
HOT,Emstor,St.Laurentius (23K)
Der Emskolk bei Hochwasser am HOT
Blick zur Linnenwiese, Blick auf St.Laurentius

Bei entsprechendem Wetter kann ein Hochwasser ganz schnell den Pegel der Ems um 2 m oder mehr steigen lassen, wie auf diesen Fotos vom November 1998. Das Überschwemmungsgebiet wird dann zu einem großen See. Das ist normalerweise kein Problem, wenn nicht gerade ein Zirkus oder eine Ausstellung auf dem Gelände ist.

Beide Fotos sind vom gleichen Standpunkt am Emskolk gemacht worden. Das obere mit Blick nach Nordwesten läßt vergessen, daß diese Stelle, am Haus der offenen Tür HOT, mitten in der Stadt liegt. Das untere Foto zeigt den Blick nach Südosten in Richtung zum ehemaligen Emstor mit dem Turm von St.Laurentius im Hintergrund. Vorne rechts ein gut restauriertes altes Gebäude, jetzt als Wohngebäude genutzt.

Luftbild Emstor
Luftbild: Emstor, Emskolk, HOT, Fa.Brinkhaus



HOT
HOT, Haus der offenen Tür, am Emskolk



Gigas klein (15K)   Möller klein (4K)

Es gibt zwei alte Stadtansichten von Norden aus, einen Kupferstich von Johann Gigas von 1616 und eine Lithographie von J.Th.Möller von 1830. Beide Bilder befinden sich in besserer Qualität mit kurzer Erläuterung auf unserer Website und können durch diese Links erreicht werden, Stich von Gigas, 1616 (90 KB) und Lithographie von Möller, 1830, (87 KB). Außerdem können Sie in drei Kartenskizzen die Entwicklung der Stadt Warendorf von 800 bis 1800 betrachten.



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Der Emssee

In den Jahren 1948/49, 1951 und 1962/63 wurden Maßnahmen zur Sicherheit gegen Hochwasser durchgeführt. In Warendorf wurde die Ems im Bereich des Betriebsgeländes der Firma Brinkhaus kanalisiert. Im Jahr 1974 fand der Ausbau der Ems seinen Abschluss mit der Fertigstellung des Emssees. Ein Teil der Emsaue neben dem ausgebauten Emslauf wurde zu einem See ausgebaut, der in eine großzügige Parkanlage eingebettet ist. Dort, wo früher Ödland, Wiesen und Warendorfs ehemals in Europa berühmte Bleichen waren, erstreckt sich heute ein in Ost-West-Richtung rund 1,4 km langer See, der von der Überlaufschwelle der Ems bis zum Lohwall reicht und hier den Altarm des Flusses einbezieht. Er soll sowohl dem Hochwasserdurchfluss der Ems dienen, um die fast jedes Frühjahr eintretenden Überschwemmungen zu steuern, als auch Freizeit- und Erholungsfunktionen. Der Emssee mit der Parkanlage hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Warendorfer entwickelt. Ein Reitweg, Wanderwege über den leichten Geländemodellierungen der Ufer des Sees und des Flusses erschließen den Park, in dem ein Kinderspielplatz und Freizeitgelände, auch ein Bootshaus mit Bootsstegen weitere Schwerpunkte bilden und Aktivmöglichkeiten bieten. Sogar einige Segelboote findet man auf dem See. Standortgerechte heimische Bäume und Gewächse gestalten Ufer und Parklandschaft.Der Emssee ist in doppelter Sicht eine Einrichtung, auf die heute kein Warendorfer verzichten möchte.

HOT
Der Emssee


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Warendorfer Leinen

Im Mittelalter wurde Warendorf als Produktionsort für Leinen bekannt, bedeutend und wohlhabend. Warendorf entwickelte sich etwa ab 800 am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen. Um 1200 erhielt es Stadtrechte. Von 1370 - 1623 war Warendorf Mitglied der Hanse. Warendorfer Händler trieben Fernhandel und Großhandel mit Textilprodukten. Das war eine Voraussetzung für den Aufschwung

Die zweite Voraussetzungen waren günstige Umstände für die Textilproduktion in Warendorf. Rund um Warendorf wurde Flachs angebaut. Spinnen und Weben wurde in Warendorf ein bedeutendes Gewerbe. Dort wo heute der Emssee ist, waren die bekannten Bleichen, wo das Leinen gebleicht wurde. 1685 gab es in Warendorf sechs Textilgilden mit 389 Mitgliedern.

Im Rathaus befand sich die Legge, die Dienststelle zur Prüfung der Qualität des Leinens. Der Leggemeister vergab den Leggestempel, wenn die Qualität stimmte.

Rückschläge mußte Warendorf im 30-jährigen Krieg und nach dem großen Brand von 1741 hinnehmen. In der Zeit Napoleons begann der vollständige Niedergang und Warendorf verarmte. Ein großer Textilbetrieb, Brinkhaus, existiert aber auch heute noch in Warendorf.

Leinen im Heimatmuseum im Rathaus    Warendorfer Leggestempel
Ausstellung zum Warendorfer Leinen im Heimatmuseum im historischen Rathaus. Der Warendorfer Leggestempel, ein Qualitätssiegel für Leinen. (Hinweise zur Dreizack-Forke)




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