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Münsterland 4

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Der Teutoburger Wald

Der schmale Höhenzug, der heute Teutoburger Wald heißt, trägt erst seit 1672 diesen Namen. Der Paderborner Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg (1626-1683) vergab in seinem Werk Monumenta Paderbornensia unter Berufung auf Tacitus diesen Namen an den Höhenzug, der bis dahin Osning genannt wurde.


Mediceus (24K)
Textstelle aus dem Codex mediceus I

Im Text Annalen I,60 von Publius Cornelius Tacitus findet sich die einzige Überlieferung des Namens Teutoburger Wald. Der Text wurde etwa um 116 geschrieben und ist uns in einer Handschrift Mediceus I aus dem 9.Jahrhundert überliefert worden, die 1514 im Kloster Corvey gefunden wurde. Allerdings ist der Text von Tacitus nicht so präzise, daß er uns eindeutig sagt, was im Jahre 9 der Teutoburger Wald war.

Bilden Sie sich selbst ein Urteil:

    Ductum inde agmen ad ultimos Bructerorum, quantumque Amisiam
    et Lupiam amnes inter vastatum, haud procul Teutoburgiensi
    saltu, in quo reliquiae Vari legionumque insepultae dicebantur.

Wir können Ihnen auch einen Übersetzungsvorschlag anbieten:
    Von dort wurde der Heereszug zu den äußersten Brukterern geführt
    und das Land zwischen Ems und Lippe verwüstet, nicht weit entfernt vom 
    Teutoburger Wald, in dem die Überreste des Varus und seiner Legionen 
    unbegraben liegen sollten.

Die beiden Flüsse Ems und Lippe sind eine eindeutige Angabe, aber leider verschweigt uns Tacitus, was er unter "nicht weit" versteht. Und ebenso dunkel bleibt, ob der Teutoburger Wald ein einzelner bewaldeter Berg oder ein großes bewaldetes Berggebiet sein soll.

Harald M. Otto     



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Tacitus: Annalen I
Tacitus: Germania


 



Bramsche-Kalkriese
Ort der legendären Varusschlacht



Maske (7K)
Die eiserne Maske aus Kalkriese
Die archäologischen Funde nördlich von Osnabrück im Jahre 1997 brachten immer mehr Gewissheit: Dieser Ort ist als Schauplatz der legendären Varusschlacht im Jahre 9 n. Chr. kaum noch umstritten. Eine römische Gesichtsmaske zählt zu den wertvollsten Fundstücken. Weitere eindeutige Hinweise auf den Ort des Gemetzels, bei dem der römische Feldherr Publius Quinctilius Varus mit der 17., der 18. und der 19. Legion nebst Hilfstruppen mit annähernd 20.000 Mann vernichtet wurde, sind römische Wagenspuren, und ein germanischer Reitersporn. Weiter wurden in jüngster Zeit Knochen von Männern im wehrfähigen Alter gefunden, die eindeutig Einschläge von Schwerthieben aufwiesen. Nicht auszuschließen ist auch, dass Knochenhaufen in der Nähe des Schlachtfeldes von der Bestattungsaktion des Germanicus im Jahre 15 n.Chr. herrühren, von der der römische Schriftsteller Tacitus berichtet.

Wandertag
Eine Gruppe der Jahrgangsstufe 11 beim Wandertag 1998 am rekonstruierten Germanenwall mit Frau Pavlowski vom Informationszentrum Kalkriese
Was aber verschlug die Varus-Armee in den Norden bis nach Bramsche? Im Jahre 7 n.Chr. übernahm Varus die fünf Legionen starke Rheinarmee. Arminius besaß zu dieser Zeit als Kommandant der römischen Hilfstruppen sogar römisches Bürgerrecht und war ständiger Gast im Feldherrnzelt des Varus. Als Varus aber sein Sommerlager in Minden abbrach, hatte Arminius seine an der Mittelweser siedelnden Stammesbrüder, die Brukterer, Marsen, Angrivarier und Chatten, für die Verschwörung gewonnen. Da er gegen die schwer bewaffneten und disziplinierten römischen Legionen in einer offenen Feldschlacht keine Chance sah, wandte er, wir würden heute sagen, die Guerillataktik an. Er lockte durch fingierte Aufstände entfernt wohnender Stämme das römische Heer in die Niewedder Senke bei Kalkriese zwischen großes Hochmoor im Norden und dem Kalkrieser Berg im Süden. Dort umzingelten die Germanen das römische Heer und rieben drei Legionen mitsamt dem Tross von Handwerkern, Köchen, Advokaten, Verwaltungsbeamten, Frauen und Kindern auf.

Die sich über drei Tage hinziehende Schlacht im "saltus Teutoburgiensis" vereitelte den Versuch, Germanien zu einer römischen Provinz zu machen und veranlasste den entsetzten Kaiser Augustus zu dem Ausruf "Quintili Vare, legiones redde!" Fortan soll er den Tag der Niederlage in Trauer begangen haben.

Kalkriese Das Informationszentrum Kalkriese dokumentiert anhand zahlreicher Informationstafeln und Nachbildungen römischer Fundgegenstände, einem naturräumlichen Landschaftsmodell, einem Videofilm über Grabungs- und Restaurierungstechnik sowie vertiefender Literatur den aktuellen Stand der archäologischen Forschungen und ermöglicht dem Besucher Einblicke in die Kampfesweise sowie Ausrüstung eines im rechtsrheinischen Germanien operierende römischen Truppenteils.

Das Informationszentrum Kalkriese, Venner Straße 69, 49565 Bramsche, Tel. 05468-92040 ist geöffnet Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 10.00 bis 18.00 h im Sommer bzw. bis 17.00 h im Winter. Führungen können unter 05468-1872 vereinbart werden.

Im Internet findet man eine sehr vollständige Website zur Varusschlacht. Es handelt sich um ein studentisches Projekt am Bereich Alte Geschichte der Universität Osnabrück. Zu finden sind die Seiten unter
http://www.geschichte.uni-osnabrueck.de/projekt/index.html.

Gelegentlich findet auf dem Gelände von Kalkriese ein "Römertag" statt, bei dem Darsteller in römischer Kleidung, als Handwerker oder Kaufleute auftreten. Gruppen, die Germanen darstellen sind auch dabei. Besonders attraktiv sind die "Legionäre" ( siehe Fotoseite ), die in voller Ausrüstung eine anschauliche Demonstration der Zeit vor 2000 Jahren geben.

A.Frerich, 16.2.98     


Grabstein Grabstein des Centurionen Marcus Caelius aus der 18.Legion. Der Stein wurde bei Xanten gefunden und ist ein sehr wichtiges archäologisches Zeugnis zur Varusschlacht. Repliken dieses Steines findet man in vielen Museen, auch in Haltern und Kalkriese. Der abgebildete Centurio trägt als Zeichen seines Standes den Rebstock (vitis) und hat seine Medaillen (phalerae) angelegt.
Die Inschrift in Übersetzung: "Dem Marcus Caelius, Sohn des Titus, von der tribus Lemonia, geboren in Bononia, Centurio ersten Grades in der 18. Legion. Im Alter von 53 1/2 Jahren fiel er im Varuskrieg. Die Gebeine seiner Freigelassenen dürfen hier ebenfalls beigesetzt werden. Der Bruder Publius Caelius, Sohn des Titus, von der tribus Lemonia, hat den Grabstein aufstellen lassen."


Ergänzung Juli 2000, HMO   Das Gelände und das Informationszentrum haben sich eindrucksvoll zum Museum und Park gewandelt und sind ein Untervorhaben des weltweiten EXPO-Projektes "Faszination Boden". Das Museumsgebäude und ein Turm sind derzeit im Bau und werden im Jahr 2001 eröffnet. Jetzt befindet sich die Ausstellung noch in alter Form im Informationszentrum. Der Park kann seit Juni 2000 besichtigt werden.

Negativ fällt auf, dass die Eintrittspreise jetzt schon saftig erhöht wurden. Positiv ist der zur Besichtigung aufbereitete Grabungsschnitt und der rekonstruierte Wall, der jetzt auch von Laien im Bezug zum Gesamtgelände verstanden werden kann. Daneben gibt es Installationen im Park, über die man nachdenken muß.

Museum und Park Kalkriese
Venner Straße 69
49565 Bramsche-Kalkriese
Tel.:   05468/92040
E-Mail: kontakt@mupk.de
WWW:    www.museumundparkkalkriese.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10.00 - 18.00 Uhr
Eintritt:       Erwachsene     6,00 DM
                Ermäßigt       4,00 DM
                Familienkarte 15,00 DM


Weg des Verderbens    Pavillon des Sehens

Der Weg des Verderbens: Der mutmaßliche Weg der Legionen auf dem Schlachtfeld bei Kalkriese ist mit Metallplatten ausgelegt.

Der eiserne Pavillon des Sehens ist einer von dreien, die den Besucher zum Nachdenken bringen sollen.


Ergänzung Juni 2001, HMO   Für den Wettbewerb Join Multimedia 2001 hat eine Projektgruppe aus der 8 B sich das Thema "Zeitinsel Kalkriese" ausgesucht und eine umfangreiche Schau ausgearbeitet. Die Schau (55 MByte) kann hier nicht gezeigt werden, aber einige Seiten zur Exkursion dieser Gruppe nach Kalkriese sind jetzt auf unserer Website.




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Fotoseite Legionäre
JMM-Projekt Kalkriese


 



Westfälisches Römermuseum Haltern



Varus Vor etwa 2000 Jahren wurden unter Kaiser Augustus Militärlager an der Lippe in Holsterhausen (Stadt Dorsten), Haltern, Oberaden (Stadt Bergkamen), Beckinghausen (Stadt Lünen) und Anreppen (Stadt Delbrück) angelegt. Allerdings scheiterte das Vorhaben, auch das rechtsrheinische Germanien zur römischen Provinz zu machen. Nach der verheerenden Niederlage im saltus Teutoburgiensis im Jahre 9 n. Chr., bei der Varus mit drei Legionen, ca. 20.000 Menschen, vernichtet wurde, gab Augustus diesen Plan auf und es blieb bei der Germania provincia linksrheinisch und der Germania libera rechtsrheinisch. Der Rhein wurde dauerhaft zur Nordgrenze des Imperium Romanum mit den gefürchteten Germanen auf der anderen Seite.

Im neuen Westfälischen Römermuseum Haltern werden aus den Römerlagern an der Lippe Funde gezeigt, die in den letzten 100 Jahren ausgegraben wurden. Zusammen mit Abbildungen, Texten und Modellen, Tonprogrammen
Brukterer
Zwei junge Warendorfer "Brukterer" mit Materialien aus dem Römermuseum Haltern
und Videofilmen ergeben sie ein lebendiges Bild unseres westfälischen Raumes zur Zeit um Christi Geburt. Sie lassen den Besucher an Ereignissen teilnehmen, die damals die Welt bewegten und zeigen, dass Westfalen doch nicht so weit von Rom entfernt war.

Das Museum ist von Warendorf aus sehr gut mit der Bahn zu erreichen und wird regelmäßig von Lateinlerngruppen besucht.

Das Westfälische Römermuseum Haltern, Weseler Straße 100, 45721 Haltern, Tel. 02364-93760, ist geöffnet dienstags bis freitags 9.00 - 17.00; samstags und sonntags 10.00 - 18.00.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene 5 DM für Kinder 2 DM. Freitags ist der Eintritt frei. Führungen sollte man möglichst 4 Wochen vor dem Besuchstermin vereinbaren.


 
 
In der aktuellen Ausstellung im Römermuseum Haltern werden die bekannten Figuren Asterix und Obelix inmitten der originalen Artefakte präsentiert.
Fotos: Frerich
A.Frerich, 1.3.98/9.3.2000     


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Seite 2 zum Römermuseum Haltern



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