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Die Ems

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Die Ems



Emsquelle
Die Emsquelle in der Moosheide in der Senne
Als unscheinbares Rinnsal entspringt am Südwesthang des Teutoburger Waldes zwischen Hövelhof und Stukenbrock in der Senne die Ems, der kleinste Strom Deutschlands.

Die Emsquelle liegt im 440 ha großen Naturschutzgebiet Moosheide. Es ist durch einen Rundwanderweg mit Informationsstationen hervorragend erschlossen. Man wird dort über die erstaunlich unterschiedlichen Landschaftsteile des Gebiets - Dünen, offene Sandflächen, Feuchtwiesen, Heide, Sandtrockenrasen, Kiefern-Altholz-Bestand - im Detail informiert. Der einstündige Rundweg führt auch zu einer Stelle, die als die Emsquelle bezeichnet wird. Tatsächlich entsteht die Ems hier aus mehreren kleinen, eng beieinander liegenden Sickerquellen.

    Biologische Station Senne
    Hauptstraße 20
    33758 Schloß Holte - Stukenbrock
    Tel.: 05207/7184

Die Ems wird 331 km lang. Ein Drittel davon ist der nicht schiffbare Oberlauf der Ems durch Westfalen, über Rheda-Wiedenbrück, durch unsere Stadt Warendorf, durch Telgte bis Greven.

Der Mittelteil von Greven über Rheine, Lingen und Meppen bis Haren durch das Emsland ist für kleinere Schiffe geeignet. Der gewerbliche Schiffsverkehr benutzt jedoch den parallel verlaufenden Dortmund-Ems-Kanal, der bei Haren endet.


Galaxy bei Papenburg
Ein riesiges Schiff - die Galaxy - auf dem Weg von Papenburg zur Nordsee

Im Unterlauf bei Papenburg ist die Ems 90 m breit, bei Leer schon 210 m und bei Emden dann 700 m. Von Papenburg an ist die Ems tideabhängig und für seegängige Schiffe mit besonderen Maßnahmen schiffbar; man erinnere die spektakulären Überführungsfahrten der riesigen Schiffsneubauten der Meyer-Werft in Papenburg.




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Die Bifurkation bei Gesmold



Bifurk. Die Bifurkation bei Gesmold südlich Melle am Nordhang des Teutoburger Waldes ist eine seltene geographische Besonderheit. Die größte Bifurkation bildet der Casiquiare zwischen dem Orinoco und dem Rio Negro, einem Nebenfluß des Amazonas. In Italien gibt es eine Bifurkation am Arno, der durch den Chiana mit dem Tiber verbunden ist. Weitere Bifurkationen gibt es an den großen Strömen Hinterindiens und zwischen Oder und Weichsel.

Bei einer Bifurkation teilt sich ein Fluß in zwei Arme, die dann in unterschiedliche Flußsysteme abfließen. In Gesmold ist es die Hase, ein Nebenfluß der Ems, der einen Seitenarm ausbildete, der in die Else, einen Nebenfluß der Weser, fließt. Hier liegt also ein kleiner Fluß exakt auf der Wasserscheide zwischen den Stromgebieten von Ems und Weser. Die Bifurkation macht hier die Wasserscheide durchlässig.

Eine Bifurkation entsteht am leichtesten dort, wo zwei Flüsse in einer Ebene nahe beieinander fließen. Bei Hochwasser können dann Flußspaltungen entstehen, in deren Folge ein Flußarm des einen in das Gebiet des anderen Flusses übergeht. Voraussetzung ist also eine wenig ausgeprägte Wasserscheide, geringes Gefälle und reiche Wasserführung. Die Bifurkation der Hase mit der Else ist zwar nur klein, jedoch ein sehr schönes Beispiel dieser seltenen Erscheinung. Es ist allerdings zweifelhaft, ob die Bifurkation bei Gesmold natürlichen Ursprungs ist. Es spricht einiges dafür. dass diese Bifurkation künstlich angelegt wurde, um die Mühle bei Gesmold mit genügend Wasser versorgen zu können.

Im Dreißigjährigen Krieg belagerten die Schweden die Stadt Osnabrück. Um den Festungsgräben und den Wassermühlen der Stadt, die durch die Hase gespeist wurden, das Wasser zu entziehen, legten sie an der Bifurkation durch einen Damm die Hase völlig trocken und leiteten alles Wasser in die Else um. Auch später noch gab es Streit an der Bifurkation und durch ein Wehr wurde mal mehr, mal weniger Wasser in diese oder jene Richtung gelenkt. Heutige Baumaßnahmen lenken ein Drittel des Wassers der Hase in die Else.

Im Jahr 2001 hat eine Schülergruppe ein Projekt über Bifurkationen gemacht und damit bei Join Multimedia 2001 einen 6.Platz erreicht. In der Dokumentation zu diesem Projekt findet man weitere Bilder zur Bifurkation. ( --> Projekt Bifurkation )



Skizze der Bifurkation    Bifurkation bei Gesmold



Projekt Bifurkation
   
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Die Ems in Warendorf

Am historischen nördlichen Stadtrand von Warendorf, heute mitten durch die Stadt, fließt die Ems. Das Flußbett ist hier begradigt und reguliert, kaum 10 m breit.

Im Bereich der früheren Furt verläuft eine alte Hauptstraße von Norden nach Süden über Brücken in die Altstadt. Die Straßennamen (Dreibrückenstraße, Zwischen den Emsbrücken) erinnern daran. Heute verlaufen die Hauptverkehrswege über neue Brücken um die Altstadt herum.

In diesem Bereich befindet sich heute im Osten der Emssee, ein Naherholungsgebiet mit der Möglichkeit zum Segelsport, und im Westen die Linnenwiese, ein Überschwenmmungsgebiet, das als Festplatz für Fettmarkt, Maria-Himmelfahrt-Kirmes, Zirkus und andere Veranstaltungen genutzt wird.

HOT,Emskolk,Linnenwiese
Emssee
HOT,Emstor,St.Laurentius
Der Emskolk bei Hochwasser am HOT
Blick zur Linnenwiese, Blick auf St.Laurentius

Bei entsprechendem Wetter kann ein Hochwasser ganz schnell den Pegel der Ems um 2 m oder mehr steigen lassen, wie auf diesen Fotos vom November 1998. Das Überschwemmungsgebiet wird dann zu einem großen See. Das ist normalerweise kein Problem, wenn nicht gerade ein Zirkus oder eine Ausstellung auf dem Gelände ist.

Beide Fotos sind vom gleichen Standpunkt am Emskolk gemacht worden. Das obere mit Blick nach Nordwesten läßt vergessen, daß diese Stelle, am Haus der offenen Tür HOT, mitten in der Stadt liegt. Das untere Foto zeigt den Blick nach Südosten in Richtung zum ehemaligen Emstor mit dem Turm von St.Laurentius im Hintergrund. Vorne rechts ein gut restauriertes altes Gebäude, jetzt als Wohngebäude genutzt.

Luftbild Emstor
Luftbild: Emstor, Emskolk, HOT, Fa.Brinkhaus


HOT
HOT, Haus der offenen Tür, am Emskolk



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Der Emssee

In den Jahren 1948/49, 1951 und 1962/63 wurden Maßnahmen zur Sicherheit gegen Hochwasser durchgeführt. In Warendorf wurde die Ems im Bereich des Betriebsgeländes der Firma Brinkhaus kanalisiert. Im Jahr 1974 fand der Ausbau der Ems seinen Abschluss mit der Fertigstellung des Emssees. Ein Teil der Emsaue neben dem ausgebauten Emslauf wurde zu einem See ausgebaut, der in eine großzügige Parkanlage eingebettet ist. Dort, wo früher Ödland, Wiesen und Warendorfs ehemals in Europa berühmte Bleichen waren, erstreckt sich heute ein in Ost-West-Richtung rund 1,4 km langer See, der von der Überlaufschwelle der Ems bis zum Lohwall reicht und hier den Altarm des Flusses einbezieht. Er soll sowohl dem Hochwasserdurchfluss der Ems dienen, um die fast jedes Frühjahr eintretenden Überschwemmungen zu steuern, als auch Freizeit- und Erholungsfunktionen. Der Emssee mit der Parkanlage hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Warendorfer entwickelt. Ein Reitweg, Wanderwege über den leichten Geländemodellierungen der Ufer des Sees und des Flusses erschließen den Park, in dem ein Kinderspielplatz und Freizeitgelände, auch ein Bootshaus mit Bootsstegen weitere Schwerpunkte bilden und Aktivmöglichkeiten bieten. Sogar einige Segelboote findet man auf dem See. Standortgerechte heimische Bäume und Gewächse gestalten Ufer und Parklandschaft.Der Emssee ist in doppelter Sicht eine Einrichtung, auf die heute kein Warendorfer verzichten möchte.

Emssee
Der Emssee



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1984: Wirtschaftsschau "Treffpunkt Warendorf" buchstäblich ins Wasser gefallen

Die Wirtschaftsschau "Treffpunkt Warendorf", die ein Spiegelbild der heimischen Wirtschaft sein sollte, versank am Dienstag, den 29.5.1984 in den schlammigen Fluten der Ems. Aufgrund der heftigen Regenfälle am Vortag schwoll sie innerhalb kurzer Zeit so an, dass sie um vier Uhr morgens ihr Flussbett verließ und das Ausstellungsgelände am Warendorfer Lohwall überflutete. Innerhalb von zwei Stunden standen die Ausstellungshallen bis zu 1,70 Meter unter Wasser. In Folge des Wasserdrucks hatten sich die Holzböden gelöst und waren an die Wasseroberfläche geschwemmt worden. Zu dieser Flutkatastrophe war es nach tagelangen Regenfällen in Ostwestfalen und im Warendorfer Raum gekommen.


1984: "Treffpunkt Warendorf" ins Wasser gefallen

Es gab jedoch heftige Vorwürfe der Aussteller gegenüber den Veranstaltern, da es tagelang geregnet hatte und somit ein Hochwasser zu erwarten gewesen war. Doch sowohl dieses, als auch, dass die Lohwallwiesen im Flächennutzungsplan als Emsüberschwemmungsgebiet eingetragen waren, übersah der Veranstalter, die Halle Münsterland. Zumindest einige Aussteller hatten mitgedacht und wollten noch am Vorabend ihre wertvollen Waren in Sicherheit bringen, wurden jedoch vom Wachpersonal daran gehindert. Diese hatten strikte Anweisungen bekommen, keine Waren vom Gelände zu lassen, da mit einer Überflutung nicht zu rechnen sei.

Doch nicht nur in diesem Fall wurden Vorwürfe laut. Die Rettungseinheiten arbeiteten für sich alleine, ohne eine Art der Koordination. Es gab weder einen Krisenstab, noch übernahm irgendeiner die Organisation der Rettungsmaßnahmen. Es herrschte das reine Chaos: Schaulustige, Aussteller, Wachpersonal, Feuerwehr und Bedienstete der Halle Münsterland liefen durcheinander. Doch die wirklichen Betroffenen sind die vielen kleinen Betriebe, die teilweise die Hälfte ihres Betriebsvermögens in die Ausstellung gesteckt hatten und jetzt vor dem Ruin stehen.   Quelle: "Die Glocke" 29.5.1984 aus dem Kreisarchiv in Warendorf




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Der Emssee als Hochwasserschutz

Die Warendorfer erlebten immer wieder schlimme Hochwasser der Ems. Im Jahr 1946 fand zuletzt eine Hochwasserkatastrophe statt, die sehr große Schäden am Emslauf anrichtete. Es waren sogar Brücken eingestürzt. Jahrzehnte zuvor hatte der Ausbau der Ems bereits begonnen - aus heutiger Sicht nicht immer sehr vernünftig. In den Jahren 1948/49, 1951 und 1962/63 wurden weitere Maßnahmen durchgeführt mit dem Ziel größere Sicherheit gegen Hochwasser zu erreichen und die Wirtschaftsflächen zu sichern. In Warendorf wurde die Ems im Bereich des Betriebsgeländes der Firma Brinkhaus kanalisiert.

Emssee, Überlaufschwelle, 1974
Die Überlaufschwelle zum Emssee, 1974
Im Jahr 1974 fand der Ausbau der Ems seinen Abschluss mit der Fertigstellung des Emssees. Ein Teil der Emsaue neben dem ausgebauten Emslauf wurde zu einem See ausgebaut, der in eine großzügige Parkanlage eingebettet ist. Bei Hochwasser tritt die Ems über die im Bild gezeigte Überlaufschwelle (Foto rechts, von 1974 und Foto unten rechts, von 1974, unten rechts mit der Maus berühren!) und ergießt sich in den Emssee, der hier wie ein Polder wirkt. Bei starkem Hochwasser werden dann weitere Teile der Emsaue überflutet, besonders die Lohwallwiesen (Foto oben, von 1998), die auch speziell als Überflutungsgebiet vorgesehen sind. Normalerweise beschränken sich heute die Auswirkungen der jährlichen Emshochwasser auf die Überflutung dieser Gebiete und insofern waren die Maßnahmen zum Hochwasserschutz erfolgreich.

Dort, wo früher Ödland, Wiesen und Warendorfs ehemals in Europa berühmte Bleichen waren, erstreckt sich heute ein in Ost-West-Richtung rund 1,4 km langer See, der von der Überlaufschwelle der Ems bis zum Lohwall reicht und hier den Altarm des Flusses einbezieht. Er soll sowohl dem Hochwasserdurchfluss der Ems dienen, um die fast jedes Frühjahr eintretenden Überschwemmungen zu steuern, als auch Freizeit- und Erholungsfunktionen, die hier bereits mit dem Bau des Freibades 1959 einen Schwerpunkt erhielten.

Emssee 1974
Der Emssee im Luftbild, 1974
Der Emssee mit der Parkanlage hat sich zu einem beliebten Naherholungsgebiet der Warendorfer entwickelt. Seit 1978 konnte der Emssee-Park auch um das Gelände des ehemaligen Parks von Haus Bleiche erweitert werden. Ein Reitweg, Wanderwege über den leichten Geländemodellierungen der Ufer des Sees und des Flusses erschließen den Park, in dem ein Kinderspielplatz und Freizeitgelände, auch ein Bootshaus mit Bootsstegen weitere Schwerpunkte bilden und Aktivmöglichkeiten bieten. Sogar einige Segelboote findet man auf dem See. Standortgerechte heimische Bäume und Gewächse gestalten Ufer und Parklandschaft. Eine neue Brücke verbindet das Erholungsgebiet mit der Altstadt auf dem Südufer der Ems unweit des Marienheimes für ältere Mitbürger.

Der Emssee-Park ist heute ein Freizeit- und Erholungszentrum und Treffpunkt für die ganze Stadt. Der Emssee ist in doppelter Sicht eine Einrichtung, auf die heute kein Warendorfer verzichten möchte.   Quellen: "170 Jahre Kreis Warendorf", 1974, Kreisarchiv, Laurentianum




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