Persönlichkeiten aus dem Kollegium des Laurentianum haben immer wieder
in Warendorf eine herausragende Rolle gespielt. Besonders verdient machte sich in schwerer
Zeit der Oberstudienrat Heinrich Blum, der 1954 zum Ehrenbürger Warendorfs wurde. 50 Jahre
später und 40 Jahre nach seinem Tod wurde am 24.2.2004 in der Glocke seiner
gedacht:
Die Stadt Warendorf erinnert anlässlich des 40. Todestags von Heinrich Blum an das Leben
und Wirken des Warendorfer Ehrenbürgers.
Geboren 1884 in Paderborn, kam Heinrich Blum am 1. Oktober 1909 als Gymnasialoberlehrer an
das Staatliche Gymnasium Laurentianum in Warendorf, wo er 40 Jahre als Oberstudienrat wirkte.
Als das so genannte "Dritte Reich" im Frühjahr 1945 zusammenbrach, trat Blum als
glaubwürdiger und mutiger Bürger aus seiner bis dahin praktizierten Zurückgezogenheit
hervor.
Nachdem die nationalsozialistischen Bediensteten der Verwaltung am 31. März die Stadt
verlassen hatten und Stadtrentmeister Thomas Lepper durch die Militärregierung die
Verantwortung übertragen worden war, stellte sich ihm Heinrich Blum tatkräftig an die
Seite. Als Dolmetscher und Berater machte er sich schon bald in der schwierigen Phase
der Kapitulation einen Namen.
Am 3. April 1945 übergab Blum gemeinsam mit dem Beigeordneten Schmücker und
Stadtrentmeister Lepper dem Kommandeur der anrückenden amerikanischen Truppen die
Heimatstadt. Sogleich ernannte der amerikanische Kommandant Blum zum Bürgermeister,
respektierte aber dessen Wunsch, dem Juristen Zurbonsen das Amt zu übertragen. Nach
der Übernahme Westfalens als Besatzungszone ernannte die britische Militärregierung
Blum am 15. Dezember 1945 zum Ersten Beigeordneten der Stadt.
Bei der ersten freien und demokratischen Kommunalwahl am 15. September 1946
kandidierte Heinrich Blum für die CDU und blieb nach seiner Wahl über zwei Wahlperioden
bis 1952 Mitglied des Rates der Stadt. Er arbeitete von 1931 bis 1964 im Vorstand
der katholischen Kirchengemeinde Laurentius und für die Caritas. 1959 wurde er mit
dem Päpstlichen Orden "Pro ecclesia et pontifice" ausgezeichnet. Der Rat
der Stadt Warendorf hatte in seiner Sitzung vom 9. März 1954 beschlossen, Heinrich
Blum die Ehrenbürgerrechte zu verleihen.