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Gymnasium Laurentianum
[  Ergänzung zu Fabeln:  Luther  ]
 






Geboren am 10.11.1483 in Eisleben. Die Vorfahren Luthers waren Bauern, der Vater war ein Bergmann und später Ratsherr in Mansfeld. Luther besuchte die Schulen in Mansfeld, Magdeburg und Eisenach. Ab 1501 studierte er Philosophie in Erfurt und machte dort seinen Magister. Das anschließende Jurastudium brach er 1505 ab. Danach trat er ins Augustinerkloster ein. 1508 wurde er Professor für Moraltheologie in Wittenberg. Von 1510 bis 1511 hielt er sich in Rom auf. Er promovierte 1512 zum Doktor der Theologie. Mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen das Ablaßwesen setzte er sich 1517 in Widerspruch zur katholischen Kirche. Damit begann die Reformation. Luther wurde vom Papst gebannt und nach dem Wormser Reichstag von 1521 vom Kaiser geächtet. Auf der Wartburg, wo er sich 1521 unter dem Schutz des Kurfürsten von Sachsen versteckt, beginnt er mit der Übersetzung der Bibel. Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche und veröffentlichte sehr viele Schriften. Das machte ihn zum Schöpfer der deutschen Schriftsprache. Luther starb am 18.02.1546 in Eisleben.

Werke u.a.:

  • 1520 Von der Freyheit eyniß Christen menschen
  • 1522 Übersetzung des Neuen Testaments
  • 1534 Gesamtbibel




Luther 1520 Luther 1532
Luther als Mönch, 1520 Luther gemalt von Lucas Cranach, 1532






Über die Fabel

Martin Luther

Alle Welt hasset die Wahrheit, wenn sie einen trifft.

Darum haben weise hohe Leute die Fabeln erdichtet und lassen ein Tier mit dem anderen reden, als wollten sie sagen: Wohlan, es will niemand die Wahrheit hören noch leiden, und man kann doch der Wahrheit nicht entbehren, so wollen wir sie schmücken und unter einer lustigen Lügenfarbe und lieblichen Fabeln kleiden; und weil man sie nicht will hören aus Menschenmund, dass man sie doch höre aus Tier- und Bestienmund.

So geschieht's denn, wenn man die Fabeln liest dass ein Tier dem andern, ein Wolf dem andern die Wahrheit sagt, ja zuweilen der gemalte Wolf oder Bär oder Löwe im Buch dem rechten zweifüßigen Wolf und Löwen einen guten Text heimlich liest, den ihm sonst kein Prediger, Freund noch Feind legen dürfte.






Martin Luther und die deutsche Sprache

Während seines Aufenthalts 1521 auf der Wartburg fand Luther trotz "vielfacher Belästigungen durch den Teufel" (man denke an die Legende vom Wurf mit dem Tintenfaß) die Zeit, sich einer großen Aufgabe zu widmen: er übersetzte in nur elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen ins Deutsche. Nach Überarbeitung durch Melanchthon und Caspar Cruciger erscheint es 1522 als sogenannte "Septemberbibel" im Druck. Dadurch wird Luther zum Schöpfer der hochdeutschen Schriftsprache.

Die Septemberbibel und später, 1534, auch die Gesamtausgabe der Bibel, finden in den evangelischen Gebieten reißenden Absatz. Die schnelle Verbreitung wird durch die noch neue Erfindung des Buchdrucks mit auswechselbaren Lettern durch Gutenberg ermöglicht.

In den katholischen Ländern setzt sich die von Luther benutzte Schriftsprache erst im 18. Jahrhundert durch.

Beachtenswert sind auch Luthers Tischreden. Sie sind neben der Bibelübersetzung ein weiteres Beispiel dafür, wie Luther "dem Volk auf's Maul geschaut" hat.

Diese Tischreden hielt Luther im Kreise seiner Familie und einiger Freunde. Über das Familienleben der Luthers entstanden später viele Darstellungen, die Tischreden wurden vielfach abgedruckt.





Neues Testament Lutherbibel Tischreden
Das Neue Testament in Luthers Übersetzung in einer Ausgabe von 1546 Luthers vollständige Bibelübersetzung von 1534 Eine Ausgabe von Luthers Tischreden



 

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