Homepage |  Wegweiser |  Ereignisse |  Kalender |  RAP 2K |  Suche


Gymnasium Laurentianum
[  Laurentianum RAP 2K, Microsoft 2  ]


Die "Silberkralle" für das Laurentianum im Road Ahead Prize 2000.
  zur vorigen Seite
  zur Leitseite
  zur nächsten Seite
 

Microsoft Schülermagazin

Es hat einige Tage gedauert bis Microsoft auf ihren Webseiten - im Bereich Schülermagazin - über die Preisverleihung und die Gewinner berichtete. Unter anderem findet man einen Bericht - Portrait genannt - über das Laurentianum.


Hier wird die Seite von Microsoft zitiert. Die Seite wurde etwas beschnitten, damit sie hierhin passt. Links funktionieren auf diesem Bild der Seite nur teilweise!


Hier geht es zur Seite mit allen Gewinnern des Road Ahead Prize 2000 Werbung
 

Warendorf. Wer vor dem mehrstöckigen Flachdachgebäude aus Sichtbeton steht, mag kaum glauben, dass dies ein Traditionsgymnasium sein soll. Doch das Laurentianum Warendorf wurde tatsächlich 1329 als Lateinschule gegründet und auch heute noch beginnen viele Fünftklässler ihren Fremdsprachenunterricht mit Latein. Das "Lau", wie es die Schüler nennen, ist das angesehenste Gymnasium in der 30 000 Einwohner zählenden Stadt Warendorf im Münsterland.

Außer dem postmodernen Bau passt noch etwas nicht so ganz zum Bild eines Traditionsgymnasiums. "Informatik ist ein fester Bestandteil des Schulprofils", schreibt Schulleiterin Ermer auf der Homepage des Laurentianum. Dahinter verbirgt sich nicht nur Zeitgeist, sondern eine richtungsweisende Einbindung von Computern in den Schulalltag. Neben dem normalen Informatikunterricht findet in den zwei gut ausgestatteten Computerräumen auch Fachunterricht statt - auch im Fach Latein.

Jüngstes Beispiel für die digitale Vorreiterrolle des Laurentianum: Der Beitrag zum Microsoft Road Ahead Prize. Der deutschlandweit ausgeschriebene Wettbewerb stellte an Schulen die Aufgabe, in einer multimedialen Präsentation das Thema "50 Jahre Bundesrepublik" im Internet zu bearbeiten - und das möglichst kreativ und vielschichtig. Für Informatiklehrer Harald M. Otto kam die Ausschreibung gerade recht. Zu Beginn des Schuljahrs 1999 wollte er in den Informatikgrundkursen für die Klassen 11 und 12 HTML behandeln, da motiviert eine praktische Anwendung besonders. Die Projektgruppe nahm sich vor - sie war schnell auf knapp 50 Schüler angewachsen - die Geschichte Warendorfs als Beispiel für die Entwicklung der Bundesrepublik aufzuarbeiten. Eine clevere Entscheidung, konnten doch so die Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden: Jeder Schüler nahm sich ein Jahr vor und sammelte dazu Informationen. Außerdem war man sich hoher Aufmerksamkeit sicher, denn Warendorf feiert just 2000 das vor 800 Jahren verliehene Stadtrecht.

Auch technisch gingen die Schüler wie Profis vor. Grafiken, Video- und Soundclips sind wie selbstverständlich in die Webseiten eingebaut (Adresse siehe unten) - und Fehlermeldungen sucht man vergebens. Sonst ziemlich ruhige Orte wie das Kreisarchiv und die Archive der Lokalzeitungen glichen auf einmal pulsierenden Klassenzimmern. Die Projektteilnehmer, die sich schnell selbstbewusst "RAPper" (Road Ahead Prize) nannten, recherchierten dort ihre Textbeiträge zu 50 Jahre Warendorf. Thomas Gewering aus der 12. Klasse, hatte beispielsweise das Jahr 1984 übernommen. Ein Emshochwasser suchte damals Warendorf heim und überschwemmte die gerade stattfindende Regionalmesse. Innerhalb von zwei Stunden sah es in Warendorf wie nach einem Monsunregen aus: Die Ausstellungshalle stand bis zu 1,70 Meter unter Wasser. Besonders spannend wird es auf der Projekt-Homepage, wenn sich die Lokalgeschichte mit "großer" Geschichte kreuzt. 1954 etwa schritt der äthiopische Kaiser Haile Selassie - Spitzname "Negus" - mit dem späteren Bundespräsidenten Dr. Heinrich Lübke, damals Landwirtschaftsminister, würdevoll über einen roten Teppich im Warendorfer Bahnhof.

Nach anfänglicher Skepsis, ob sich der ganze Aufwand überhaupt auszahlen werde, arbeitete die Gruppe sogar in ihrer Freizeit. Weltereignisse wie der Vietnamkrieg oder der Absturz der Raumfähre Challenger wurden auf einem Zeitstrahl neben die lokale und nationale Geschichte gestellt und die Texte durch Bilder ergänzt. Das Problem der Veröffentlichungsrechte an den Bildern lösten die Warendorfer Schüler elegant: Sie malen Fotos einfach ab, etwa das Bild des neunjährigen Mädchens Kim Phuc, das im Vietnamkrieg vor den Napalmbomben flüchtete. Mit den dabei entstandenen Kunstwerken ließe sich auch problemlos eine eigene Ausstellung bestreiten.

Lehrer Harald M. Otto verstand es, seine Schüler immer wieder zu motivieren. "Ich bin ein guter Trainer", erklärt Otto offen und setzte auf Tricks. Als das Projekt immer länger dauerte, organisierte er zum Beispiel ein Treffen mit Telekomchef Ron Sommer und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auf einer Pressekonferenz der Initiative "Schulen ans Netz" präsentierten die Warendorfer dann ihr Projekt. Auf einem Foto im Netz ist die für das Layout verantwortliche Schülerin Hyun-A Cho mit dem Bundeskanzler höchst persönlich zu sehen.

Stolz auf die Leistung, aber nicht überheblich, sind die RAPper auf jeden Fall. Besonders die eigenen Seiten zu den einzelnen Jahren haben die Schüler beim Tag der offenen Tür ihren Eltern und Freunden vorgeführt. Am Anfang hatten Freunde noch etwas spöttisch gefragt: "Na, wann fahrt ihr denn zu Bill Gates?", erzählt Thomas Gewering. Nach dem Einzug in die Finalrunde hat sich das in mächtiges Erstaunen und bare Bewunderung gewandelt.

Bis zuletzt ließen sich die Warendorfer Neues einfallen. Ergebnis: Sie kamen unter 450 Schulen aus ganz Deutschland unter die vier Besten und sind zur großen Preisverleihung nach Berlin eingeladen. So wurde in letzter Minute Dr. RAP von Thomas Gewering als Chat-fenster eingebaut, das über Fragen automatisch informiert, die man zur Homepage stellen will. Ein spektakuläres Intro eröffnet die Zeitreise durch die Geschichte. Inklusive solcher Kabinettstückchen haben die Warendorfer Schüler insgesamt 1.031 Dateien ins Netz gestellt - immerhin eindrucksvolle 14,6 Megabyte.

Auch historisch Wertvolles ist zu sehen. Zum Beispiel die journalistisch profimäßig geführten Interviews mit dreißig Zeitzeugen, darunter Promis wie Jürgen W. Möllemann, der die Websites über die Olympischen Spiele und die Wiedervereinigung am eindrucksvollsten findet und mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, der als gebürtiger Warendorfer sogar persönlich ins Laurentianum kam und großes Interesse für das Webprojekt der Jugendlichen zeigte. Auch wenn man am Jahresende mit dem Stoff im Fach Informatik nicht fertig geworden ist, "irgendwie haben wir doch alles gelernt", so Thomas Gewering. Was will man mehr?!
 
Hier geht es zur originalen Web-Seite von Microsoft. Hier geht es zur Seite mit allen Gewinnern des Road Ahead Prize 2000 Hier geht es zur Seite mit allen Gewinnern des Road Ahead Prize 2000 Hier geht es zum preisgekrönten Beitrag des Laurentianum zum Road Ahead Prize E-Mail-Kontakt mit Harald M. Otto zum Seitenanfang


  zur nächsten Seite


Homepage |  Wegweiser |  Ereignisse |  Kalender |  RAP 2K |  Suche