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Ingeborg und Karl Witt

Zu einem kurzen Interview mit mir stellten sich Ingeborg und Karl Witt zur Verfügung. Frau Witt ist 73 Jahre alt und gelernte Schneiderin, die ihren Beruf auch jetzt noch zeitweise zu Hause ausübt. Sie ist weiterhin ehrenamtlich in der evangelischen Kirchengemeinde Warendorf tätig. Ihr um 6 Jahre älterer Mann ist ehemaliger Polizeibeamter und seit 20 Jahren Rentner. Er erlitt im zweiten Weltkrieg schwere Verwundungen, deren Spuren man noch heute erkennen kann.

RAP 2K: Gibt es Ereignisse aus 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland, die besonderen Eindruck auf Sie gemacht haben?

MauerbauIngeborg Witt: Der Bau der Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland 1961 war ein besonderes Ereignis für uns. Die nächsten Angehörigen wie z.B. die Schwester meines Mannes durften danach nicht mehr zu uns kommen, ebenso konnten wir nicht mehr dorthin. Nach einiger Zeit schafften wir es aber, mit besonderer Genehmigung etwa alle zwei Jahre einige unserer Verwandten besuchen zu können.

Karl Witt: Als meine Schwester 1983 starb, wurde uns jedoch die Einreise verweigert. Das war schon schlimm, zu wissen, dass die Schwester beerdigt wird, aber doch nicht dabei sein zu können.

RAP 2K: Und was war nach der Wiedervereinung?

Ingeborg Witt: Nach dem Fall der Mauer besuchten uns Verwandte, die wir nach vielen Jahren zum ersten Mal wiedersahen. Für uns alle war das wie eine Erlösung, sich nun frei innerhalb Deutschlands bewegen zu können.

RAP 2K: Welche Ereignisse fallen Ihnen sonst noch ein?

Karl Witt: Aus dem Krieg weiß ich viele Erlebnisse, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind, wie wir hungern mussten, oder die Kapitulation Deutschlands. Aber aus 50 Jahren Bundesrepublik fällt mir nicht so viel ein.

Ingeborg Witt: Da ist noch Hans-Günther Winkler, den wir immer im Fernsehen verfolgten. Wir freuten uns jedes Mal, wenn er wieder einen seiner zahlreichen Siege feierte. Wir waren sehr stolz darauf, dass ein Warendorfer so international erfolgreich war und berühmt wurde.

RAP 2K: Haben Sie auch Geschehnisse in Erinnerung, die erst vor kurzer Zeit passiert sind?

Karl Witt: Die Oderkatastrophe vor ein paar Jahren hat mich sehr mitgenommen, da sie meine frühere Heimat überschwemmte und zerstörte.

Ingeborg Witt: Und die Sonnenfinsternis im letzen Jahr war ein großartiges Ereignis. Wir waren zu der Zeit im Saarland, von wo aus man diese sehr gut beobachten konnte. So etwas hatten wir schließlich noch nie gesehen und werden es auch nicht mehr zu sehen bekommen.

RAP 2K: Abschließend vielleicht noch ein Wort zur Politik?

Karl Witt: Ich habe schon manches in meinem fast 80jährigen Leben mitgemacht, aber die Politik in letzter Zeit hat mich ziemlich enttäuscht. Die Spendenaffären, die dort abgelaufen sind, sind einfach eine Katastrophe.

Ingeborg Witt: Da kann ich nur zustimmen. Die Glaubwürdigkeit an die Politiker ist für uns fast verlorengegangen. Keiner sagt mehr die Wahrheit.

RAP 2K: Vielen Dank für das Interview.


Autor: Jens Hölscher

 

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