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Titel links     1970
 
 

Alfred Klimek

Lehrer für Sozialwissenschaften an der Gesamtschule Königsborn Unna.

Klimek RAP 2K:  Was war für dich persönlich das bewegenste Ereignis in 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland?

Alfred Klimek:  Für mich persönlich war das bewegenste Ereignis, als ich ungefähr in deinem Alter war, der Besuch Willy Brandts in Erfurt. Dies symbolisierte zugleich für mich auch den Höhepunkt der Ostpolitik. Denn damals war es so, dass jeglicher Kontakt zwischen demokratischen und kommunistischen Staaten vermieden wurde und so hatte Willy Brandt die Strategie "Wandel durch Annäherung" entwickelt. Schon im Vorfeld hatte es heftige Proteste gegeben und der damalige deutsche Bundeskanzler wurde stark angegriffen. Es wurde von der Opposition und anderen Gegnern als "Kapitulation gegen den Sozialismus" und als "Verat der Einheit des Vaterlandes" bezeichnet. Doch Willy Brandt ließ sich nicht von seinem Plan abbringen und so war er 1970 der erste deutsche Bundeskanzler in der damaligen DDR.

Als er dann in seinem Hotel war, standen riesige Menschenmassen davor und riefen "Willy" "Willy". Doch nachdem diese dann merkten, dass sich der Ministerpräsident der DDR Willi Stoph ebenfalls in dem Hotel befand und er ganauso mit diesen Rufen gemeint seinen könnte, ertönten nur noch laute "Willy Brandt ans Fenster" Sprechköhre. Diesen folgend begab er sich dann auch ans Fenster und sah, dass seine Strategie die richtige war. Und während er da am Fenster stand und auf die Menschenmassen blickte, konnte man deutlich sehen, dass es ihm sehr nahe ging.

Dieses war für mich eigentlich das bewegenste Ereignis und es wurde noch unterstrichen, denn 20 Jahre später ein Tag nach Öffnung der Mauer, ging er zu Fuß von West- nach Ostberlin und es kamen viele Menschen an und klopften ihm auf die Schulter, weil sie nicht vergessen hatten, was Willy Brandt vor 20 Jahren begonnen hatte.


Autor: Felix Ganser

 

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