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Dr. Winfried Grohe

Herr Dr. Grohe ist Oberstudienrat am Gymnasium Laurentianum Warendorf. Er unterrichtet Deutsch, Religion und Literatur und ist der Regisseur der Musicals am Laurentianum.

RAP 2K: Was hat sie persönlich in 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland am meisten beeindruckt?

Grohe: Erst einmal fällt mir da der Bau der Mauer 1961 ein.
Vier Jahre danach bin ich als Schüler mit meiner Abiturklasse nach Berlin gekommen. Wir haben dort einen Tagesausflug mit der S-Bahn durch Ostberlin gemacht, der jedoch nur uns West-Deutschen und nicht den West-Berlinern erlaubt war. Am besten von diesem Ausflug ist mir die viele Polizei mit ihren Maschinengewehren an den Bahnhöfen in Erinnerung geblieben.
Drüben angekommen konnten wir dann DDR-Luft schnuppern und unser zum Kurs von 1 zu 7 gewechseltes Geld zum Kurs von 1 zu 1 ausgeben. Man untersagte uns jedoch Geld auf der Straße zu wechseln, da wir der DDR-Bevölkerung nicht zu Devisen verhelfen sollten.

Als nächstes kommen mir dann die Studentenunruhen 1968 in Freiburg, die ich sehr intensiv mitbekommen habe, ins Gedächnis.
Es waren größtenteils Straßendemonstrationen, deren Auslöser eine Fahrpreiserhöhung der Bahn war. Es wurden außerdem Vorlesungen boykottiert und die Innenstadt blockiert. Jedoch waren alle Maßnahmen unblutig, nicht wie bei Benno Ohnesorg. Der Grund dafür war, dass die Studenten regelrecht mit Samthandschuhen angefasst wurden und auch die Stimmung unter den Studenten eher karnevalähnlich, wie ein Rosenmontagsumzug halt, war und alles dementsprechend nicht so erst genommen wurde.

Schließlich wäre da noch die Wende 1989 zu nennen.
Kurz danach, Anfang 1990 habe ich eine Ferienreise mit meiner Familie in die ehemalige DDR gemacht. Besonders gut kann ich mich noch an einen Zeltplatz erinnern. Wir wurden dort nicht als reiche "Wessis" angesehen und konnten uns dadurch sehr offen mit den anderen unterhalten, was zur Folge hatte, dass einige lebhafte Diskussionen zustande kamen.
An einem anderen Ort konnten wir dann die noch nicht ganz überwundene Demutshaltung der Arbeiter gegenüber einem früheren Stasi-Offizier beobachten.
Außerdem waren wir Opfer der ersten Versuche der "Ossis" Geld zu machen, indem wir, als wir einmal den Autoschlüssel im Wagen vergessen hatten, den Schlüsseldienst gerufen haben und dieser nach kurzer Zeit angekommen ungefähr eine Minute brauchte um das Auto zu öffnen, aber dafür dann 100 DM verlangte.


Autor: Thomas Gewering

 

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