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Alwin Frerich

Oberstudienrat Frerich, geboren 1949 im Jahr der Gründung der Bundesrepublik, ist Lehrer am Gymnasium Laurentianum Warendorf. Er unterrichtet die Fächer Erdkunde und Latein.

RAP 2K:  Welche Ereignisse aus 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland haben Sie besonders beeindruckt ?

Frerich:  Es waren sicher viele Ereignisse, die mich beeindruckt haben. Stärker geprägt hat mich aber das Lebensgefühl der Anfangsjahre.

Ein Jugendfoto (18k)
Alwin Frerich in einer Aufnahme von 1955
Das erste Jahrzehnt nach dem Krieg war noch bestimmt von Mangel und Improvisation. Vieles wurde selbst produziert oder beschafft: etwa das Gemüse im eigenen Garten, das im Haus geschlachtete Schwein oder die selbstgestrickten Strümpfe und Pullover.

Es wurde alles verwertet und kaum etwas weggeworfen. Wenn das ältere Kind aus seinen Sachen herausgewachsen war, wurden Hosen und Hemden für den Nächstjüngeren umgearbeitet.

RAP 2K:  Gibt es irgendein konkretes Ereignis, wie z.B. 'Der Fall der Mauer', das sie besonders beeindruckt hat?

Frerich:  Der Fall der Mauer war ja erst vor zehn Jahren und zählt deshalb für mich zur jüngeren Vergangenheit.

Schon den Bau der Mauer am 13.8.1961 habe ich bewusst miterlebt. Als knapp 12-Jährigem machten mir der Kalte Krieg und die Panzer, die sich in Berlin gegenüberstanden, Angst. Ich kann mich noch gut an die Stimme Ulbrichts im Rundfunk erinnern, der uns wie ein Unmensch erschien.

Ein anderes Ereignis, das der Auftakt zu einem Dritten Weltkrieg diesmal allerdings mit Atomwaffen hätte sein können, war die Kuba-Krise. Die Erleichterung, als die Sowjets dem Ultimatum von John F. Kennedy nachgaben und ihre Raketen auf Kuba abbauten, war unvergleichlich.

Noch stärker betroffen hat mich aber dann der Vietnamkrieg mit Napalmbomben und Entlaubungsaktionen. Vor allem kann ich mich noch sehr gut an die unter die Haut gehende Kriegsberichterstattung von Peter Scholl-Latour im Fernsehen, das wir mittlerweile besaßen, erinnern.

Natürlich hat mich der Fall der Mauer am 30.11.99 sehr bewegt, denn eine Wiedervereinigung Deutschlands hatte ich in absehbarer Zukunft nicht erwartet. Fast die ganze Nacht verbrachten wir vor dem Fernseher und verfolgten die spektakulären, aber glücklicherweise friedlichen Aktionen.

Ich glaube, dass wir Deutschen dem damaligen russischen Staatspräsidenten Michael Gorbatschow zu besonderem Dank verpflichtet sind, denn er hat erst durch sein besonnenes politisches Handeln diese friedliche Revolution ermöglicht.


Autor: Markus Gewering

 

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