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Theo Dickgreber

Theo Dickgreber war Stadtdirektor in Warendorf und ist seit 1999 der gewählte Bürgermeister unserer Stadt.

Bürgermeister Theo Dickgreber RAP 2K:  Gibt es Ereignisse aus 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland, die besonderen Eindruck auf Sie gemacht haben?

Dickgreber:  Ja, es gibt ein Ereigniss, dass mich geprägt hat. Viele denken in dieser Zeit bestimmt an den Mauerfall, doch ich erinnere mich besonders an das Jahr 1964. Zu dieser Zeit war ich in der Jahrgangsstufe 12 und gerade auf dem Weg zu einem internationalen Zeltlager in Berlin. In der Gruppe waren Jugendliche aus Holland, Belgien England,Frankreich und Deutschland. Unsere Reisegruppe fuhr mit einem sog. Interzonenzug, der direkt nach Berlin und wieder zurück fuhr. Auf der Hinreise wurde dieser Zug an der innerdeutschen Grenze angehalten und von Grenzbeamten der DDR kontrolliert. Wir holten alle unsere Pässe und Ausweise hervor und warteten. Ein holländischer Junge, 17 oder 18 Jahre alt, hatte jedoch nur seinen Kinderausweis mit. Mit diesem Ausweis wurde er dann nicht über die Grenze gelassen. Er musste seine Sachen nehmen und austeigen. Der Rest der Gruppe fuhr weiter und wir mussten diesen jungen Mann alleine an der Grenze zurücklassen. Er war weit weg von seinem zuhause und ebenfalls von seinem Reiseziel.

RAP 2K:  Waren Sie nach dem Mauerfall noch einmal in Berlin?

Dickgreber:  Ja, sogar schon mehrmals. Ich fahre eigentlich regelmäßig jedes Jahr nach Berlin, sowohl beruflich als auch privat.

RAP 2K:  In Berlin wurde Ende der 60er Jahre viel demonstriert. Haben Sie zu Ihren Studentenzeiten auch demonstriert oder protestiert?

Dickgreber:  Ja, ich habe schon mal demonstriert, jedoch nicht agressiv. Ich war gerade Student in Münster, als es die Studentenbewegungen gab, und man gegen die Verkrustung des Staates und für eine Verbesserung in der Gesellschaft und an den Universitäten kämpfte. Außderdem habe ich 1967 auch gegen den Vietnamkrieg demonstriert. Es waren erste politische Aktionen, doch richtig in die Politik eingestiegen bin ich erst später.

RAP 2K:  Wie sind Sie in die Politik eingestiegen und wann war das?

Dickgreber:  Richtig aktiv in die Politik eingestiegen bin ich im Jahre 1974. Ich habe mich zu dieser Zeit aber mehr der Kommunalpolitik befasst, und nicht so sehr mit der Landes- oder Bundespolitik. 1978 habe ich meine berufliche Laufbahn in der Kommunalverwaltung begonnen, in der ich jetzt schon seit 20 Jahren tätig bin. Die ersten Stationen dabei waren: 1 Jahr im Kreis Lippe, 4 Jahre im Kreis Steinfurt und nun schon 15 Jahre im Kreis Warendorf.

RAP 2K:  Welche Ereignisse aus dieser Zeit sind Ihnen am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben?

Dickgreber:  Da fallen mir zwei Begebenheiten ein: Erstens: Die Feier der deutschen Wiedervereinigung am 3.10.1990 auf dem Marktplatz von Warendorf gemeinsam mit dem Bürgermeisters unserer französichen Partnerstadt Barentin. Zweitens: Ebenfalls am Tag der Wiedervereinigung, ein Jahr später 1991, war es für mich ein besonderes Erlebnis, an diesem Tag mit politischen Kollegen aus Russland und Frankreich eine Fahrt nach Schwerin, mit einer Feierstunde auf dem Schloss, und nach Berlin zu unternehmen.


Autorin: Friederike Leidreiter

 

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