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Ruhig saß die Taube in den Händen des Mannes - eine weiße
Friedenstaube. Nelson Mandela, Chef des Afrikanischen
National-Kongresses (ANC), besuchte am 21. März 1994 die
Schwarzensiedlung Sharpville. Es war der 34. Jahrestag
eines Massakers: 1960 hatten Polizisten 69 Demonstranten erschossen,
die gegen die Apartheid (Rassentrennung) protestierten. Das rief
weltweit Abscheu hervor und isolierte Südafrika international.
1948 hatte die weiße Regierung die Apartheid eingeführt - kein
Wahlrecht sowie Ghettos für Schwarze, Mischehen verboten, getrennte
Schulen, Busse, Krankenhäuser u. a. Häuptlingssohn Mandela,
aktives Mitglied des ANC, eröffnete nach seinem
Studium eine Anwaltskanzlei für Schwarze.
Nach dem Verbot des ANC 1960 tauchte Mandela in den Untergrund ab.
1962 gefasst, wurde er zu fünf Jahren und dann Lebenslänglich
verurteilt. Er war lange auf der Gefängnisinsel Robben Island isoliert. 1985
bot die Regierung an: Freilassung gegen ANC-Gewaltverzicht. Abgelehnt - Mandela galt
weltweit als Märtyrer.
Frederik W. de Klerk, seit 1989 Präsident, sah
für die Apartheid keine Zukunft. 1990 wurden
verbotene Parteien wie der ANC wieder zugelassen und Mandela kam
frei. 1992 stimmten 68,7 Prozent der Weißen für
das Ende der Rassentrennung. Der Weg zu einer neuen Verfassung
mit Gleichberechtigung war von blutigen Unruhen begleitet.
Am 9. Mai 1994 wurde Mandela zum Staatspräsidenten gewählt.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 27.12.1999. Zeichnung
von Malte K. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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