Vor einer ehemaligen Försterei beim verschlafenen Dorf Archys
im Kaukasus wurde am Abend des 15. Juli 1990
Weltgeschichte geschrieben. Hierhin waren Bundeskanzler Helmut Kohl
und Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher mit Kremlchef
Michail Gorbatschow geflogen. In privater Umgebung klärten sie unter
Mitwirkung von Sowjet-Außenminister Eduard Schewardnadse, Regierungsmigliedern
und Beratern die noch offene Frage: Bündniszugehörigkeit eines wiedervereinten
Deutschland.
Die familiär-fröhliche Atmosphäre, die das zwischen den Chefs gewachsene Vertrauen
widerspiegelte, brachte den Durchbruch. Gorbatschow, noch im Dezember 1989 gegen die
Einheit, gab dem Drängen Kohls nach. Er räumte ein, dass Deutschland "frei und
selbst entscheiden kann, ob und welchem Bündnis es angehören will" - also ein
Ja zur NATO.
Am 12. September wurde der Vertrag unterzeichnet, der alliierte Rechte beendete
und Deutschland die volle Souveränität wiederbrachte.
3. Oktober 1990: Um Mitternacht stieg unter dem Jubel der Menschen die schwarz-rot-goldene
Fahne vor dem Reichstag empor. Bundespräsident Richard von Weizsäcker sprach: "In
freier Selbstbestimmung wollen wir die Einheit Deutschlands vollenden. Wir wollen in einem
vereinten Europa dem Frieden der Welt dienen."
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 22.12.1999. Zeichnung
von Johannes H. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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