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Sie hatten sich nie vorher gesehen - und plötzlich lagen sich Menschen aus Ost und West
mit Freudentränen in den Armen, Immer mehr wurden am Brandenburger Tor auf und über die
Mauer gezogen. Ost-Berliner stürmten in dieser
Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 die Glitzermeile Kurfürstendamm, Manche falteten
die Hände und fingen an zu beten.
Wenige Stunden zuvor hatte ZK-Mitglied
Günter Schabowski bei einer
Pressekonferenz eher beiläufig mitgeteilt, dass der DDR-Ministerrat eine
Reiseregelung beschlossen habe: Jeder Bürger könne in den Westen.
Die Medien verbreiteten die Sensation. Gegen 21.30 Uhr überschritten
die Ersten aus dem Osten - noch registriert - die Kontrollstelle Bornholmer
Straße. Eine Lawine folgte, die Schlagbäume wurden geöffnet.
Wie konnte das geschehen? In der DDR war der Unmut über die SED-Diktatur immer stärker
gewachsen: "Montagsdemonstrationen" in Leipzig. 70 000 in Ost-Berlin.
Tausende flüchteten zu den Bonner Botschaften in Prag und Warschau,
reisten später in die Bundesrepublik. Ungarn öffnete seine Westgrenze,
rund 30 000 DDR-Bürger nutzten das im September. Unter diesem Druck
stürzte am 18. Oktober Erich Honecker.
Honeckers Nachfolger Egon Krenz glaubte an die Reisefreiheit als "Ventil" - der
Weg zur Wiedervereinigung war frei.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 21.12.1999. Zeichnung
von Daniel W. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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