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Hitlers falsche Tagebücher |
"Stern"-Reporter Gerd Heidemann präsentierte am 25. April 1983
stolz auf einer Pressekonferenz die "Hitler-Tagebücher", seinen
"Sensationsfund".
Oberflächliche Gutachten hatten die Kladden mit den seltsamen Initialen "FH"
(Führer Hitler) für echt befunden.
Dann kamen Zweifel auf, und die sollten ausgeräumt werden: Die Bundesanstalt für
Materialforschung und -prüfung in Berlin untersuchte Papier und
textile Fasern. Das Ergebnis am 6. Mai 1983: Fälschung! Eine nie
dagewesene Blamage war die Folge.
Heidemann hatte die Tagebücher vom Militariahändler und Kunstmaler Konrad Kujau
bekommen. Der hatte erzählt, dass DDR-Generäle die Kladden gegen
harte West-Mark verkauften. Sie wären in Sachsen gefunden worden, wo die
letzte "JU" abgestürzt sei, die u. a. mit Hitlers Diener 1945
aus dem eingekesselten Berlin gestartet sei...
Heidemann und führende "Stern"-Herren bissen an.
Kujau machte - sich mit Spucke Asche, Schleifpapier und seiner phänomenalen
Fälscher-Begabung ans Werk: "Ich habe einfach drauf zu geschrieben."
Das war der Illustrierten für eine lange Serie insgesamt 9,34 Millionen Mark wert.
Kujau bekam viereinhalb Jahre Haft, Heidemann zwei Monate mehr. Der Hitler-Imitator
wurde berühmt und verkauft heute seine Gemälde-Fälschungen, der
Ex-Reporter bekommt Sozialhilfe.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 14.12.1999. Zeichnung
von Alexander F. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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