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Ein Porträt von Papst Johannes Paul II. hing am
Gittertor der Lenin-Werft, dazu Gladiolen, Rosen und
die polnische Nationalflagge. Es war der 23. August
1980 - Streik. Arbeiter knieten auf dem Asphalt
zum Gebet. Danziger Bürger auf der anderen Seite
des Tores brachten Verpflegung und frische Wäsche.
Die Menschen kamen auch, um einen der ihren zu
hören: Lech Walesa. Der kleine schnauzbärtige Elektriker war Führer des
überbetrieblichen Streik-Komitees, das auch Beschäftigte
anderer Betriebe und aus anderen Städten vertrat.
Seine Botschaft: "Wir siegen - hört ihr, wir siegen! Wir
singen jetzt eine Strophe aus 'Gott mit Polen'." Priester lasen Messen. Der Papst
hatte seinen Landsleuten den Rücken gestärkt.
Proteste gegen das Regime in früheren Jahren waren zusammengeschossen
und niedergeknüppelt worden - Tote, Verletzte. Nun
verhandelten die polnischen Kommunisten. Das Regime
musste ein Zugeständnis nach dem anderen machen,
erlaubte schließlich die unabhängige Gewerkschaft
"Solidarnosc" (Solidarität).
Diese Entwicklung in Polen, die im Juli 1980 mit Protesten gegen höhere
Fleischpreise begonnen hatte, führte trotz späterer
Rückschläge zu einem demokratischen Polen. Walesa, der Held von Danzig,
sollte zehn Jahre später zum Staatspräsidenten gewählt werden.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 11.12.1999. Zeichnung
von Ingo M. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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