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Kreißsaal des Oldham General Hospital
bei Manchester, 25. Juli 1978: Nach dem Kaiserschnitt hielt Dr.
Patrick Steptoe die 2600 Gramm schwere
Louise in den Händen.
Die Eltern Lesley und Gilbert John Brown waren glücklich. Neun
Jahre hatten sie von diesem Augenblick geträumt.
Weil ein Eileiter-Verschluss bei Lesley eine
Schwangerschaft verhinderte, hatte Steptoe ihr eine Eizelle aus
dem Eierstock abgesaugt. Professor Robert Edwards plazierte
die Zelle mit Samen von Gilbert in ein Reagenzglas. Im Brutschrank geschah das
Wunder: Die befruchtete Eizelle teilte sich.
"Ich stand voller Ehrfurcht vor diesen herrlichen Pünktchen ersten
menschlichen Lebens", erinnerte sich Steptoe
an seinen ersten Blick durchs Mikroskop.
Dann übertrug der Frauenarzt das beginnende Leben in die
Gebärmutter - die erste künstliche Befruchtung der Welt hatte
funktioniert - und die werdende Mutter war selig.
Viele Menschen hielten diese medizinische
Revolution für bedenklich: Dürfen Ärzte Gott
spielen? Aber ungewollt kinderlose Paare
schöpften Hoffnung. Mehr als 300000 Retortenbabys wurden
seitdem weltweit geboren, davon in Deutschland rund 50000.
Louise Brown ist heute 21 Jahre, kerngesund und arbeitet als
Krankenschwester in einem Kindergarten.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 8.12.1999. Zeichnung
von Michael G. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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