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Im Januar 1968 wurde der Reformer Alexander Dubcek Parteichef der
Kommunisten in der Tchechoslowakei (CSSR). Seine Liberalisierung, der
"Prager Frühling", erfasste das ganze Land. Doch der Kreml beendete mit
der Roten Armee und Truppen des Warschauer Paktes einschließlich der
DDR den "Sozialismus mit menschlichem Antlitz".
Die Operation "Donau" begann in der Nacht zum 21. August 1968. Panzer
und Soldaten besetzten Prag. Die Menschen in der CSSR gingen auf die Straßen, redeten
auf die Besatzer ein - vergeblich. Tumulte, Schießereien. Über 70 Tote, Hunderte schwer
Verletzte, Zehntausende eingesperrt,
Flüchtlingsstrom ins Exil.
In Bratislava stellte sich ein Freiheitskämpfer mit entblößter Brust
dem ersten Panzer in den Weg. Lange Zeit blieb der Mann unbekannt: Emil
Gallo, Witwer, Vater von vier Kindern. Der Installateur hat über seine
tapfere Tat nie gesprochen. Vier Jahre nach dem Einmarsch nahm er sich das
Leben, höchstwahrscheinlich aus Verzweiflung über die Verhältnisse. Nach
seinem Tod fand Tochter Emilia das Foto.
Dubcek war von den Sowjets 1968 verhaftet worden. Er musste eine Kapitulation
unterschreiben und verlor seine Ämter. Mit Jobs wie Straßenfeger hielt er sich über
Wasser. 1989 war der Kommunismus am Ende. Dubcek wurde rehabilitiert und
Parlamentspräsident. Er starb 1992 an den Folgen eines Autounfalls.
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Quellen: Text zitiert aus BILD vom 27.11.1999. Zeichnung
von Christine K. nach einem Foto aus der gleichen Ausgabe von BILD. Parallel dazu das Buch: Guido Knopp, 100 Jahre -
Die Bilder des Jahrhunderts - Das Buch zur Serie, Econ Verlag, 1999. |
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